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Selbstversorgung aus dem Garten

Lieblingsplatz: Andrea Volz sitzt gern in ihrer Hängematte am Teich.
Lieblingsplatz: Andrea Volz sitzt gern in ihrer Hängematte am Teich. © Foto: GZ
Marion Voigt / 17.08.2016, 07:00 Uhr
Marienthal (GZ) Da wohnen, wo andere Urlaub machen - auf Andrea Volz trifft das zu. Die gebürtige Sindelfingerin hat sich auf dem Schleusenhof Marienthal bei Zehdenick ein Refugium ausgebaut. Sie versorgt sich größtenteils selbst, lebt ihre Liebe zum Gärtnern und zur Kreativität aus.

"Es war schon viele Jahre mein Wunsch, aufs Land zu ziehen und einen großen Garten zu bewirtschaften", erzählt die 53-Jährige. 1993 kam sie nach Berlin. Elf Jahre später kaufte sie - des Großstadtlebens überdrüssig - die ehemalige Verwaltungsbaracke an der idyllisch gelegenen Schleuse Marienthal. "Das Objekt war zum Verkauf angeboten. Mir hat es auf den ersten Blick gefallen. Auch der Name Marienthal hat mich angesprochen." Das Jahr darauf konnte sie außerdem das Schleusenwärterhaus erwerben.

Ab da stand ihrem Plan, sich auf dem Gelände auf Dauer häuslich einzurichten, nichts mehr im Wege.

Stück für Stück brachte Andrea Volz das Anwesen auf Vordermann. Sie erneuerte das Dach, tauschte verfaulte Balken im Dachstuhl aus, verputzte und strich Wände. Überall legte sie selbst mit Hand an, oft halfen zudem Freunde und Bekannte. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Schleuse richtete sie Ferienzimmer ein, wofür Wände eingezogen werden mussten. Den Stall baute sie zu einem kleinen Seminarhaus mit Atelier und Mehrzweckraum um.

Raum für Kreativität zu schaffen, war ihr wichtig. Denn die Kunsthistorikerin ist selbst gern künstlerisch tätig - sie ist Malerin und Bildhauerin, arbeitet gern mit Wolle, näht. Ihre Leidenschaft für kreatives Gestalten will sie mit anderen teilen. "Gruppen oder Einzelpersonen können sich auf dem Hof einmieten und hier ihre Projekte realisieren", erzählt sie. Dieses Angebot wurde von Anfang an gut angenommen, vor allem von Menschen aus Berlin. Sie kommen auf den Schleusenhof, um zu malen, sich in der Kunst der Bildhauerei zu üben und neuerdings auch, um intensiv Yoga und Meditation zu praktizieren. "Für all das sind die Bedingungen auf dem Hof gut", freut sich Andrea Volz, die ebenfalls Yoga-Unterricht nimmt.

Während der zehn Jahre, die sie nun schon in Marienthal lebt, hat sich ihr Garten zu einem kleinen Paradies mit vielen besonderen Pflanzen entwickelt. Kräuter, Blumen, verschiedene Obst- und Gemüsesorten wachsen dort. Dazu zählen Pfefferminze, Ringelblumen, Majoran, Melisse, Gurke, Minikiwis, Paprika, Äpfel, Rosen, Erdbeeren, Zwiebeln, Knoblauch und mehr.

Sogar Getreide wird angebaut. Daraus bäckt Andrea Volz ihr eigenes Brot. "Ich habe Waldstauden-Roggen angesät, und der hat sich prächtig entwickelt", berichtet sie. "Ich habe ihn per Hand geerntet, gedroschen und gereinigt. Und natürlich habe ich auch die Körner selbst gemahlen." Andrea Volz, die einen Abschluss als Heilpraktikerin hat, ist ein nachhaltiger Lebensstil wichtig. Sie versucht alles, was der Garten hergibt zu verbrauchen beziehungsweise zu konservieren. Fleisch und Fisch kommen selten auf den Tisch, auf Wurst verzichtet sie gänzlich.

Sich selbst sieht sie als Visionärin. Ein sinnerfülltes Leben ist ihr wichtig.

Und dazu gehören für sie Selbstversorgung, Kreativsein und Spiritualität. Für die Zukunft wünscht sich die Marienthalerin nicht nur zeitweilige Gäste, sondern engagierte Mitbewohner, die ihre Lebensphilosophie teilen. "Ich mag in Gemeinschaft leben. Dafür bietet der Hof beste Voraussetzungen." Bislang fährt sie regelmäßig nach Berlin, wo sie eine Bleibe hat. "Aber das wird sich ändern", ist sie sich sicher. Die ersten Mitbewohner haben sich jedenfalls schon gemeldet und genießen gerade das sommerliche Landleben mit Blick auf die Havel.

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