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Gemüse für das ganze Jahr

Beet an Beet voller Gemüse: Vera Hennig und Gerhard Hennig mit ihrer Enkelin Sandra Pape (links) in ihrem Garten in Briesenluch. Für den Kohlrabi ist jetzt Erntezeit. Petersilie, Grünkohl, Rote Bete und viele andere Sorten mehr wachsen noch.
Beet an Beet voller Gemüse: Vera Hennig und Gerhard Hennig mit ihrer Enkelin Sandra Pape (links) in ihrem Garten in Briesenluch. Für den Kohlrabi ist jetzt Erntezeit. Petersilie, Grünkohl, Rote Bete und viele andere Sorten mehr wachsen noch. © Foto: MOZ
Bernhard Schwiete / 20.08.2016, 06:00 Uhr
Markgrafpieske (MOZ) Üppige Blumen, kleiner Teich, eine romantische Sitzecke - viele Gärten und Balkons sind echte Hingucker und erfreuen nicht nur ihre Besitzer, sondern auch Passanten. Die MOZ stellt einige vor. "Mein kleines Paradies" heißt die Serie. Heute: Vera und Gerhard Hennig aus Briesenluch.

Wer den langgestreckten Garten von Vera und Gerhard Hennig in Briesenluch bei Markgrafpieske betritt, erblickt grüne Gewächse, soweit das Auge reicht. Erst weit hinten am Horizont tauchen hinter dem Zaun Felder und rechterhand die Autobahn auf. Es ist Erntezeit, und auf dem Grundstück von Ehepaar Hennig türmen sich in Kisten Kartoffeln und Kohlrabi, Möhren und Zwiebeln. Abgesehen von Blumen und Ziersträuchern zur Straße hin und einer Terrasse neben dem Haus bewirtschaften die beiden ihr Reich nahezu vollständig als Nutzgarten. Seit 52 Jahren leben sie in Briesenluch, und seitdem verfolgen sie dieses Konzept.

Auf den Beeten wachsen Jahr für Jahr Petersilie und Grünkohl, Kartoffeln und Kohlrabi, Zucchini und Möhren, Sellerie und Bohnen. "Eben alles, was man für den eigenen Bedarf braucht", sagt Vera Hennig.

Im Supermarkt sucht man sie an der Gemüsetheke vergebens. "Wir versorgen uns komplett selber", erzählt sie. Was nicht frisch verzehrt wird, friert sie ein. In vier Gefriertruhen lagert das Gemüse. Das reicht bis zur nächsten Erntezeit, und zwar nicht nur für das Rentner-Ehepaar, sondern für die gesamte Großfamilie. Geschwister und Enkelkinder leben ebenfalls in Briesenluch und werden mit versorgt. Das Ehepaar teilt sich die Aufgaben mit dem Gemüse nach einem festen Plan. Gerhard Hennig übernimmt schwerpunktmäßig die Ernte, seine Frau Vera steht in der Küche und verarbeitet die Produkte so, dass sie in die Gefriertruhen gepackt werden können. Die Kartoffeln verschiedener Sorten landen im Keller; auch da reichen die Mengen locker bis zum nächsten Spätsommer.

Nicht alles, was auf dem Grundstück wächst, landet indes in menschlichen Mägen. Denn auch Rüben wachsen auf den Beeten. Sie sind für Hühner, Enten und Kaninchen, die das Leben auf dem Hobby-Bauernhof komplettieren. Zum Tierbestand gehören außerdem Schwalben, die an den Ställen Dutzende Nester gebaut haben. Die Vögel allerdings versorgen sich selber, und bald ziehen sie vorübergehend davon Richtung Süden. Als Dünger für das Gemüse wird der Mist der Tiere verwendet - so entsteht ein perfekter Kreislauf. "Bei uns ist alles Bio", betont Vera Hennig.

Gerhard Hennig ist in der Landwirtschaft vom Fach, der heute 73-Jährige arbeitete früher in der LPG in Markgrafpieske. Und seine ein Jahr ältere Frau Vera verrät Tipps, wie es gelingt, dass eingefrorenes Gemüse nach dem Zubereiten genauso gut schmeckt wie frisches. "Man darf es nach dem Schälen vor dem Einfrieren nicht vollständig abtrocknen lassen", sagt sie. Und in Topf oder Pfanne komme es in gefrorenem Zustand, nicht aufgetaut. Nur der Kohlrabi lasse im Geschmack etwas nach.

Urlaubsreisen gibt es bei Vera und Gerhard Hennig nicht - aber nicht mangels Zeit, sondern mangels Bedarf. "Wir verreisen nicht. Wir haben doch hier Urlaub", sagt Vera Hennig. "Und wir brauchen auch kein Fitnessstudio, weil wir unseren Garten haben." Dabei bleibt für das Ehepaar auch noch genügend freie Zeit, trotz all der Dinge, die im Garten zu tun sind. "Langeweile hat hier niemand. Aber ein paar Stunden am Tag reichen aus", sagt Gerhard Hennig.

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