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Agrar GmbH Kraatz baut die Selbstvermarktung

Der Automat macht es dem Käufer einfach: Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Agrar GmbH Kraatz, bestückt ihn mit Eiern, Rindswürsten und leeren Flaschen für den Milchautomaten.
Der Automat macht es dem Käufer einfach: Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Agrar GmbH Kraatz, bestückt ihn mit Eiern, Rindswürsten und leeren Flaschen für den Milchautomaten. © Foto: Ingmar Höfgen
Ingmar Höfgen / 20.08.2016, 08:15 Uhr
Kraatz (GZ) Seit zwei Jahren steht zwischen Kraatz und Buberow eine Milchtankstelle, bald darauf wurden dort auch weitere regionale Produkte verkauft. Die Betreiber sind zufrieden - und prüfen, wie frische Milch auch außerhalb des eigenen Hofes verkauft werden könnte.

Die Preise für Milch sind im Keller. Während die Verbraucher bei Preisen von 42 Eurocent staunen, werden die Löcher in den Kassen der Landwirte immer größer. Bei der Kraatzer Agrar GmbH kommen derzeit etwa 22 Cent pro Liter an, wenn sie in die Molkerei geht - die Kosten des Unternehmens deckt das nicht.

Das ist zwar der Hauptabsatz, aber nicht der einzige. 7 500 Liter verlassen pro Tag den Betrieb, davon zapfen sich Endverbraucher mal 30 Liter, mal 50 oder auch mehr. Seit zwei Jahren steht die Milchtankstelle in Kraatz, und ab einer gewissen Literzahl kommt mehr Geld vom Endverbraucher als von der Molkerei.

Zum Gesamtergebnis trägt die Direktvermarktung noch wenig bei, aber die Akzeptanz durch die Käufer freut Geschäftsführer Andreas Schmidt sehr. "Es ist ein Dankeschön für das, was wir produzieren", sagt er. Öfter geht Schmidt selbst in den Verkaufsraum, wenn Kunden mit dem Milch- oder dem Verkaufsautomaten nicht klarkommen und die Service-Nummer anrufen. Oft kommt er mit den Kunden ins Gespräch - über Qualität und Herkunft von Lebensmitteln, aber auch darüber, warum es für Kühe besser sein kann, statt auf der Wiese im Stall zu stehen.

Dass das Angebot in den vergangenen zwei Jahren größer und regional blieb, ist auch das Ergebnis solcher Unterhaltungen. Die frischen Eier im Verkaufsautomaten kommen seit Ostern 2016 von eigenen Hühnern, und seit der Landpartie im Juli werden Rindfleisch und Knacker verkauft. Hier ist der Reiseweg laut Schmidt auch kurz - es sind Muttertiere aus Kraatz, die in Hakenberg (Ostprignitz-Ruppin) EU-konform geschlachtet und zerlegt werden. Die Preise sind höher als im Supermarkt, "da muss es besser schmecken, sonst kommen die Leute nicht wieder", so Schmidt.

Derzeit sammelt das Unternehmen bei Ämtern Informationen ein. Er würde gern eine weitere Milchtankstelle aufstellen - an einem stärker frequentierten Ort. Die Auflagen sind allerdings hoch. So müsste die Milch pasteurisiert werden, die Kühlkette ist einzuhalten - und hohe Investitionen stünden an. Auch der Verbraucher muss mitspielen. Aber da haben die Kraatzer zuletzt viele gute Erfahrungen gemacht.

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