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Liebe zu Motoren und Geschichte

Oma, Opa, Enkel - ganz in Familie besichtigten die Besucher die Traktoren auf dem Sandberg von Frauenhagen.
Oma, Opa, Enkel - ganz in Familie besichtigten die Besucher die Traktoren auf dem Sandberg von Frauenhagen. © Foto: Stefan Csevi
Eva-Martina Weyer / 22.08.2016, 07:50 Uhr - Aktualisiert 22.08.2016, 13:54
Frauenhagen (MOZ) Egal, ob Traktor, Moped oder Wartburg - Frauenhagen hat am Sonnabend die Liebhaber alter Technik auf seinen Sandberg gelockt. Rund 260 Besitzer waren zum 12. Traktoren- und Oldtimertreffen gekommen. Hunderte Schaulustige bestaunten die Motoren.

Ein abgeerntetes Rapsfeld der Frauenhagener Landprodukte GmbH wurde zum Eldorado motorisierter Liebhaberstücke. In Reih und Glied präsentierten sich die Traktoren den Besuchern. Ganz egal, ob sie nun die Marken Deutz, Bulldog oder Famulus auf der Motorhaube trugen. Im Spalier der Pkw und Kräder sah es nicht anders aus. Dort standen in "Ehren ergraute" Wartburgs und Trabis, Jawas, AWOs und Schwalben - alle hatten eine Geschichte zu erzählen, die die Besitzer gerne preis gaben.

Alte Fahrzeuge und Maschinen waren an diesem Wochenende in Frauenhagen zu bewundern. Ein Fahrzeugkorso, historische Getreideernte, Schaupflügen und Geschicklichkeitsfahren sowie ein buntes Unterhaltungsprogramm erwartete die Besucher.
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12. Ostuckermärkisches Traktoren- und Oldtimertreffen in Frauenhagen

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Da war zum Beispiel Karsten Falk aus Frauenhagen. Er gehörte mit seinem "Kramer, Baujahr 1939" zu den insgesamt 121 Traktorbesitzern, die zum Treffen gekommen waren. Gern lenkte Karsten Falk die Aufmerksamkeit der Neugierigen auf den "Kramer, Baujahr 1941", der seinem Vater Werner gehört: "Mit diesem Traktor hat mein Vater als knapp Zehnjähriger die Flucht überlebt. Alle Habseligkeiten kamen auf den Hänger. Ein Wunder, dass der Traktor nirgendwo liegen geblieben ist, im Krieg gab es ja keine Ersatzteile." Als die Familie über Umwege in Frauenhagen landete, hat der "Kramer 1941" noch so manches Erntejahr durchgehalten. "Im Volksmund hieß dieser Traktor damals Allesschaffer", erzählte Karsten Falk. "Er war für den Durchschnittsbauern erschwinglich."

Stolz auf die Geschichte seines Traktors, eines "Ursus, Baujahr 1947", ist auch Bernd Stredak aus Crussow. "Ich habe ihn stark reparaturbedürftig erworben. Nach sieben Jahren Bauzeit war er fertig", erzählte Stredak. So wie er haben viele Traktorfreunde ihr gutes Stück oftmals aus dem Schrott gerettet. Nun fahren sie über Sommer von Traktorentreffen zu Traktorentreffen, fachsimpeln miteinander und freuen sich über das Wiedersehen.

Die Ereignisse des Tages von der Fahrzeugausfahrt bis zu den Dreschvorführungen moderierten Pinnows Bürgermeister Walter Kotzian, Jacqueline Wulff von den Frauenhagener Dampfwalzen und Bernd Winkler aus Kerkow. "Ich habe mir nur ein paar Notizen gemacht, ansonsten moderieren wir spontan. Das klappt prima", sagte Walter Kotzian.

Ortsvorsteher Gerhard Scholze hatte das Treffen eröffnet und war den ganzen Tag helfend auf den Beinen. Er lobte den Frauenhagener Dorfverein, der das Treffen vorbereitet und für dessen reibungslosen Ablauf gesorgt hatte. Außerdem dankte er den Keramikfrauen um Anita Groschetzki, die die Siegestrophäen für den Wettbewerb "Ritter Stahlross" angefertigt hatten. Sieger in diesem erstmals ausgetragenen Traktorwettkampf wurden Sebastian Fritz und Sohn aus Pinnow.

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