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Wolf von Tanklastzug überrollt

Christian Schönberg / 23.08.2016, 17:28 Uhr
Heiligengrabe/Pritzwalk (MZV) Auf der A 24 ist erneut ein Wolf überfahren worden. Es ist das dritte Mal seit Oktober 2015, dass ein Exemplar dieser erst seit wenigen Jahren wieder in der Region aufgetretenen Tierart überrollt worden ist.

Ein tonnenschwerer Tanklastzug hatte den Wolf in der Nacht zu Montag gegen 5.30Uhr erfasst. Der Aufprall war so heftig, dass auch das Fahrzeug deutliche Schäden in Höhe von 500Euro davontrug. Unfallort war in etwa die Kreisgrenze - etwa fünfeinhalb Kilometer hinter der Autobahn-Anschlussstelle Heiligengrabe.

"Das Tier ist vollkommen von dem Tanklastzug überrollt worden", sagte der Wolfsexperte Thomas Frey vom Landesumweltamt am Dienstag. Von dem Individuum sei deshalb "wenig übrig geblieben". Vor Ort konnte demzufolge noch nicht einmal das Geschlecht festgestellt werden.

Erst die Untersuchungen beim Institut für Zoo- und Wildtierforschung brachten Klarheit. "Sie haben einen Penisknochen entdeckt", so Frey weiter. Dementsprechend war es ein Männchen, das aber noch sehr, sehr jung war. "Es handelte sich um einen Jährling", sagte Thomas Frey. Womöglich ist der Wolf erst in diesem Jahr geworfen worden.

Über die Herkunft lasse sich noch nicht viel sagen. Dazu müssten weitere genetische Untersuchungen gemacht werden. Diese könnten noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Der Wolf müsse nicht in Brandenburg zur Welt gekommen sein: "Als Verbreitungsgebiet kann der gesamte ostdeutsche Raum in Frage kommen", so Frey. Schließlich nehmen auch junge Tiere äußerst weite Strecken auf sich, um ein geeignetes Revier für sich und womöglich für eine Rudelbildung aufzuspüren.

Im vorigen Jahr hatte es bislang zwei Wölfe auf dem gleichen Autobahn-Abschnitt erwischt. Am 26.Oktober war ein Rüde in Höhe Rossow überfahren worden. Schon bei ihm konnte festgestellt werden, dass die Tiere weite Wege gehen. Denn sein Erbgut stimmte mit keinem in Brandenburg bekannten Rudel überein. Ein zweiter Wolf ist am 18.Dezember nahe der Raststätte Prignitz/Ost angefahren worden. Auch bei diesem Tier hat es sich um einen Rüden gehandelt. Seine Herkunft konnte bislang ebenfalls nicht geklärt werden.

Laut aktuellem Wolfsmonitoring gibt es in Ostprignitz-Ruppin einen Einzelwolf in der Kyritz-Ruppiner Heide. Er ist seit 2008 bekannt. Aufnahmen der Fotofallen legen nahe, dass auch ein zweiter, jüngerer Wolf sein Zuhause in der Heide gefunden haben könnte(RA berichtete). Ob er sich in Ostprignitz-Ruppin aber wirklich niedergelassen hat - dazu fehlt bislang der eindeutige Nachweis.

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