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Das Theater im Feuerwehrhaus

Viel Arbeit und Geld haben Gabriele Koch und ihr Mann Ekkehard in die Sanierung des alten Feuerwehrgebäudes investiert.
Viel Arbeit und Geld haben Gabriele Koch und ihr Mann Ekkehard in die Sanierung des alten Feuerwehrgebäudes investiert. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 28.08.2016, 07:50 Uhr
Börnicke (MOZ) Ein paar Enten watscheln über das Kopfsteinpflaster, die Bäume bewegen sich leicht im Wind. Börnicke ist ein durchaus idyllischer Ort - und hat das kleinste Theater Brandenburgs.

"Ich kam in dieses alte Feuerwehrhaus und wusste gleich, das ist der ideale Theaterraum". Die Augen von Gabriele Koch, der diplomierten Theaterdesignerin, strahlen, wenn sie von ihrem Projekt erzählt. Schon als Kind entbrannte bei der Börnickerin die Liebe zur Bühne. Später studierte die gebürtige Dresdnerin an der Hochschule für Bildende Künste ihrer Heimatstadt. Als Theatermalerin faszinierten sie vor allem Farben und Formen, die bunte Bilderwelten entstehen lassen, sagt sie. Mit dem kleinen Theater erfüllen sich Gabriele Koch und ihr Mann Ekkehard nun einen ihrer Träume.

Zum Ende der 90er-Jahre zog die Feuerwehr aus dem Gebäude aus, lange war es dem Verfall preisgegeben. Dann kam irgendwann die Idee für diesen doch besonderen Veranstaltungsraum. Inzwischen haben die Kochs, die nur ein paar Meter weiter wohnen, das Grundstück in Erbbaupacht übernommen. Fünfzehn Jahre läuft der Vertrag, der auch eine Verlängerungsoption enthält.

Bereits im September 2015 öffneten sich die Türen des noch unsanierten Feuerwehrhauses erstmals für Konzert, Lesung und Ausstellung. Die Menschen nahmen das Angebot an, die Kochs waren ermutigt, noch mehr Arbeit und Geld in das Projekt zu stecken. "Wir haben das Dach gedeckt, die Wände verputzt und den Boden abgeschliffen und versiegelt", erzählt Ekkehard Koch. Viele Arbeiten erledigte das Ehepaar selbst. Hin und wieder halfen Freunde, für die Elektroanlage musste auch mal ein Fachmann ran. "Der historische Charakter sollte soweit wie möglich erhalten bleiben", waren sich die beiden Künstler einig.

Rund 60 Quadratmeter ist das Theater groß, 40 Stühle für Zuschauer passen hinein. "Wir müssen erstmal ausprobieren, ob das so funktioniert", sagt Koch. Den beiden Börnickern ist durchaus bewusst, dass sie ein kleines Wagnis eingehen. Die Schwelle für Theater sei doch ziemlich hoch. "Ich glaube aber, dass wir gute Chancen haben, die Menschen zu erreichen", ist die Theaterdesignerin optimistisch. Dabei liegen ihr die Kinder besonders am Herzen. Die Mädchen und Jungen möchte Gabriele Koch an die Bühne, an die Erzähltradition heranführen. "Das Theater soll etwas Familiäres haben". Der Kaminofen, der immer noch im alten Feuerwehrhaus steht, ist vielleicht ein Symbol dafür.

Erfahrungen hat Gabriele Koch bereits im Verein KulturGut gesammelt. In den vergangenen Jahren gab es schon zwei Theaterprojekte mit "Märchen für Erwachsene". Im Speicher konnten mehrere Aufführungen "über die Bühne gehen" und viele Börnicker "vom Großvater bis zum Enkel" machten mit. 2017 soll es unter dem Motto "Ein Dorf macht Theater" ein weiteres Projekt geben.

Zunächst steht aber nun die Eröffnung des "kleinsten Theaters Brandenburgs" an. Am kommenden Wochenende ist es soweit. Die Besucher dürfen sich auf ein Jazz-Konzert mit "Supersalad" (3.September, 18 Uhr) sowie auf das Figurentheater "Der gestiefelte Kater kehrt zurück (4. September, 15 Uhr) mit Gabriele Koch freuen. Auch am Wochenende 10./11. September wird gefeiert.

Für 2017 haben die Kochs bereits wieder Pläne. So soll auf dem Gelände an der Dorfstraße in einem Nebengelass ein Museums-Hofladen entstehen, monatliche Jazz-Konzerte sind geplant und auch Filmvorführungen mit anschließenden Diskussionen könnte es geben.

Info: www.geschichtenreich.com

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