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700 Aussteller bei den Oder-Welse-Oldtimer-Days in Meyenburg / Rund 3000 Gäste erleben Fest mit PS und dröhnenden Motoren

Tschaika trifft Robur und Hanomag

Blickfang: Das Velorex Dreirad von der Seenfischerei Angermünde wurde in der Tschechoslowakei hergestellt. Es fand reges Interesse.
Blickfang: Das Velorex Dreirad von der Seenfischerei Angermünde wurde in der Tschechoslowakei hergestellt. Es fand reges Interesse. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Kerstin Unger / 29.08.2016, 07:15 Uhr - Aktualisiert 30.08.2016, 10:28
Berkholz-Meyenburg (MOZ) Mit 700 Ausstellern und rund 3000 Besuchern war die dritte Auflage der Oder-Welse-Oldtimer-Days in Meyenburg die bisher größte. Von der Schwalbe bis zum Mähdrescher, dem russischen Tschaika und amerikanischen Straßenkreuzer war alles zu sehen.

Die Sonne knallte in diesem Jahr noch stärker auf das Gelände im Meyenburger Gewerbegebiet als im Vorjahr. Davon ließen sich jedoch die Technikfans nicht abhalten. Hier wurde jede Menge fürs Auge und Ohr geboten.

Mit 700 Ausstellern und rund 3000 Besuchern war die dritte Auflage der Oder-Welse-Oldtimer-Days in Meyenburg die bisher größte. Von der Schwalbe bis zum Mähdrescher, dem russischen Tschaika und amerikanischen Straßenkreuzer war alles zu sehen.
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Oder-Welse-Oldtimer-Days in Meyenburg

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Schon ab Donnerstag, so erzählt Walter Kotzian vom Verein Oldtimer & Technik e. V. Ost-Uckermark, waren die ersten Aussteller angereist und hatten ihre Zelte oder Wohnwagen aufgestellt. Am Freitagabend traf man sich am Lagerfeuer. Am nächsten Morgen ab 10 Uhr strömten die Besucher herbei.

Die Mitglieder und Helfer des Vereins hatten da schon eine Menge Arbeit hinter sich. Sie bereiteten in der Woche zuvor das Gelände vor, mähten den Rasen, stellen Absperrzäune auf und sorgten für Stromanschlüsse. Am Ausstellungstag kümmerten sie und ihre Familienangehörigen sich um alles Organisatorische, von der Eintrittskassierung über das Kinderbasteln bis zu Notfällen, wenn der Strom ausfiel oder zeitweilig verlorengegangene Kinder und Schlüssel. Wer mit dem Auto kam, wurde von jungen Ordnungskräften der Feuerwehr bestens auf einem der kostenlosen Parkplätze eingewiesen.

Nach der Eröffnung durch den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Uwe Lange startete die von Jens Maschke organisierte Orientierungsfahrt über 60 Kilometer. An mehreren Stationen waren theoretische und praktische Fähigkeiten gefragt. Zu den Höhepunkten gehörte auch wieder das Simson-Beschleunigungsrennen. Ein weiterer Wettbewerb war am Nachmittag das Traktor-Pulling, bei dem die Maschinen unterschiedlicher Leistungsklassen ordentlich gefordert waren. Sie mussten ein schweres Gewicht über eine bestimmte Strecke ziehen, die morgens noch einmal gewässert und später gepflügt worden war.

Zahlreiche Zweiradfahrer warteten in der brütenden Hitze, um auf den Prüfstand zu kommen, auf dem sie die PS-Zahl ihres Motors ermitteln lassen konnten. In der Robur-Schauwerkstatt sahen Besucher den Leuten vom City Car-Service von Michael Jachner beim Schrauben zu und bekamen beim Test von Diesel- und Benzinmotoren ordentlich was auf die Ohren. Wer nach Zubehör für seinen Oldtimer oder andere Maschinen suchte, wurde auf dem Teilemarkt fündig. Hier gab es jedoch nicht nur etwas für Motorisierte, sondern sogar einen Fleischwolf oder eine Bierzapfanlage. Lutz Naß aus Zehnebeck und seine Frau Petra haben eine geerbte Scheune aufgeräumt, in dem sich viele alte Schätze angesammelt hatten. "Ich wollte mal gucken, ob andere Leute davon noch was gebrauchen können", erzählte der gelernte Landmaschinenschlosser. "Das lohnt sich hier und macht Spaß." Bei ihm konnte man einen Keilriemen für den Mähdrescher E 175, der neu 800 Euro kostet, für 50 Euro ergattern.

Die weiteste Anreise hatten Aussteller aus Tschechien und Augsburg, die längste jedoch ein Sachse. Hans Jürgen Hübler startete in Weinböhla um 15 Uhr mit seinem 68 Jahre alten Traktor Hanomag R 40, im Schlepptau ein historischer Wohnwagen zur Übernachtung. Am nächsten Morgen um 2.40 Uhr war er am Ziel. "Ich bin fast zwölf Stunden durchgefahren. Um ein Uhr musste ich mir nur mal eine Jacke anziehen, weil es frisch wurde", erzählte er.

Nicht schlecht dürften die Polizisten geguckt haben, die ihn hinter Bad Freienwalde anhielten. "Sie waren sehr nett", sagte der Sachse, der mit seinem Traktor sonntags schon mal mit der Frau zum Eis essen fährt.

Reichlich versorgt, mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Bratwurst, Pommes, Eis oder Quarkbällchen und kalten Getränken hielten es die Besucher lange aus. Mit Musik der Live-Band "Barracudas" und eines Diskothekers sowie einem stimmungsvollen Feuerwerk klang der Abend aus.

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