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Nach Hirschfelde ziehen inzwischen wieder junge Familien

Leben rund um den Dorfanger

Kai-Uwe Krakau / 31.08.2016, 07:15 Uhr
Hirschfelde (MOZ) Die Mönche des Klosters Zinna gründeten einst Hirschfelde, später gab es das Rittergut von Eduard Arnhold. Heute zieht es wieder vermehrt junge Familien in den beschaulichen Ortsteil von Werneuchen.

"Das Leben hier ist friedlich", sagt Lothar Ast über das Dorf und seine rund 360 Einwohner. Der Ortsvorsteher sitzt auf der Bank unter der Friedenseiche und freut sich vor allem darüber, dass wieder junge Familien nach Hirschfelde ziehen. "Es wird gebaut", so der 59-Jährige. Die Neu-Hirschfelder, die früher in Berlin gelebt haben, schätzen vor allem die Natur fernab der Metropole. Denn ansonsten müssen sie durchaus auf vieles verzichten. Eine Kita gibt es schon lange nicht mehr, ein Lebensmittelladen fehlt ebenfalls und die letzte Gaststätte hat auch schon dichtgemacht. "Aber ein paar Gewerbebetriebe haben wir", so Lothar Ast.

Der historische Gutspark ist in den vergangenen Jahren immer wieder "verschönert" worden. Zuletzt wurde der Bereich um den Brunnen in Ordnung gebracht. Ansonsten sei die Gestaltung aber eine "Generationenaufgabe", sagt Ast und blickt zu seinem Stellvertreter. Jörg Stargardt ist erst 37 Jahre alt, hat also noch viel Zeit, etwas zu verändern. "Ich wurde einfach gefragt", antwortet der junge Mann auf die Frage, wie er in die Kommunalpolitik gekommen ist. Darüber hinaus ist Stargardt gewissermaßen "vorbelastet", sein Großvater war bereits Gemeindevertreter in Hirschfelde.

Ein wichtiger Standort ist Hirschfelde inzwischen für den Verein RC Partner für Reintegration und Chancengleichheit. Insgesamt drei Einrichtungen betreibt er. Rund 50 Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung sowie erworbenen Hirnschäden werden betreut. "Wir versuchen, unsere Klienten entsprechend ihren Möglichkeiten zu fördern und bieten auch eine breite Palette an Freizeit- und Bewegungsangeboten", sagt Kathrin Jonas. Eine Sorge plagt die Verwaltungsleiterin jedoch: "Wir suchen dringend Fachkräfte wie Heilerziehungs-, Alten- und Krankenpfleger". Aber auch Menschen ohne Fachausbildung sind gerne gesehen, beispielsweise für die Büroarbeit. Nächster Höhepunkt in den Einrichtungen wird das Sommerfest am 16. September ab 14 Uhr sein. "Dazu sind auch alle Hirschfelder eingeladen", so Kathrin Jonas.

Nur ein paar Schritte von der alten Dorfkirche entfernt, haben es sich Mirjam und Maria Klessmann mit ihrem Nachwuchs auf dem Spielplatz gemütlich gemacht. "Wir kommen aus Berlin und wollten einfach etwas Ruhe haben", erzählt eine der jungen Frauen. Für ein paar Tage hat sich die Gruppe, die aus acht Erwachsenen und vier Kindern besteht, deshalb eine Ferienwohnung gemietet. "Die Wasserbüffel haben wir auch schon gesehen", sagt Maria Klessmann und schaut zu ihren beiden Kindern.

Pünktlich um 15 Uhr öffnet Susanne Höhne ihren "Hirschfelder Landhandel". Butter, Milch und Brot gibt es zwar, wie man annehmen könnte, bei der jungen Frau nicht, dafür aber alles für Landwirte, Pferdezüchter und Kleintierfreunde. "Wir haben Futtermittel, reichlich Tierzubehör sowie Weidebedarf", berichtet die Diplom-Agraringenieurin. Eröffnet wurde der Laden schon 2002. Wer etwas braucht, muss aber nicht unbedingt nach Hirschfelde fahren, rund um Bernau wird auch an Pferde- und Pensionshöfe geliefert. Angelika Martin kommt dagegen lieber vorbei. Zwei Säcke Quetschhafer sollen es an diesem Nachmittag sein - für ihr Pferd "Mondial", wie die Ärztin erzählt.

Fast gegenüber, an der Gartenstraße 10, befindet sich "Reitsport Hirschfelde". Das Geschäft von Nicoletta Luber und Torsten Richter ist seit 2004 in Hirschfelde ansässig. Mit "Alles für das Pferd, alles für den Reiter" ist die Produktpalette ziemlich umfassend beschrieben.

"Wir haben uns allerdings etwas verkleinert", sagt Nicoletta Luber. Der Mega Store im Gewerbegebiet Blumberg sei für kleine Geschäfte schon ein Problem, auch der Online-Handel ziehe Kunden ab. Man müsse sehen, wie die Entwicklung weitergehe, so Nicoletta Luber. Ein neues Standbein baut sich die Hirschfelderin aber schon auf: Mit einem Pony betreibt sie eine Reitschule.

In der Sonne glitzert das Dach der Dorfkirche. Für rund 270 000 Euro war das Gotteshaus vor zwei Jahren wiederaufgebaut worden. Großen Anteil daran hatte der Förderverein unter Jürgen Albrecht. In einem Raum steht Eduard Arnhold im Mittelpunkt einer Ausstellung.

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