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Friedrichsauer hat Strommast übernommen / Ornithologe bezweifelt den Nutzen für Arterhalt

Vogelsitze im Garten blieben erhalten

Beobachtet gern Vögel: Helmut Hulitschke vor seinem ehemaligen Hochleitungsmast, der von wildem Wein berankt ist.
Beobachtet gern Vögel: Helmut Hulitschke vor seinem ehemaligen Hochleitungsmast, der von wildem Wein berankt ist. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 01.09.2016, 05:30 Uhr
Friedrichsaue (MOZ) Wie kürzlich in Letschin Irene Fischer, so haben auch in Friedrichsaue zwei Anwohner der alten Hochleitung alte Masten des Stromversorgers Edis übernommen. Der Vögel zuliebe, die sich gern auf den Stromdrähten ausruhen. "Unsere Leitung, die von unserem Grundstück bis zu dem der Familie Kätzel reichte, war sogar mal ein Vier-Leiter. Zwei Drähte gibt es noch", erzählt Helmut Hulitschke. Er war schon vor der Wende Naturschutzbeauftragter im Dorf und leitet seit vielen Jahren das Dorfmuseum im alten Kulturhaus. An seinem Mast, den er vom Stromversorger übernommen hat, rankt seit zwölf Jahren wilder Wein. "Den mussten wir früher immer kurzhalten, um die Leitung nicht zu stören. Jetzt rangt er an den Drähten entlang" zeigt Hulitschke. Grünfinken, Hänflinge, Spatzen, Grasmücken, Buchfinken und Girrlitze halten sich dort gern auf.

"Der Erhalt der Hochleitung in den Dörfern bringt für den Artenschutz der Vögel nichts. Sie werden sich andere Rast- und Ruheplätze suchen, etwa in alten Bäumen und an Gewässern", erklärt der Wriezener Ornithologe Steffen Fahl. "Aber für das Heimatgefühl der Menschen ist es ein Verlust, wenn sich zum Beispiel die Schwalben nicht mehr auf den Drähten versammeln", sagt Fahl. Das sei ihm erst kürzlich in Kienitz wieder aufgefallen.

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