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Platz von großer landesgeschichtlicher Bedeutung

Der Teufelsberg befindet sich unmittelbar neben der Bundesstraße 188 auf Höhe Landin.
Der Teufelsberg befindet sich unmittelbar neben der Bundesstraße 188 auf Höhe Landin. © Foto: MZV/Wernitz
Rene Wernitz / 07.09.2016, 06:16 Uhr
Landin/Havelland (MOZ) Zahlreiche Sagen ranken sich um havelländische Hügel. Auch über den Teufelsberg bei Landin (Amt Nennhausen) sind Geschichten überliefert, freilich nicht alle aus dem Reich der Sagen. Denn Archäologen und Historiker gehen davon aus, dass sich einst auf dem Teufelsberg eine slawische Kultstätte befand. Auch eine Burg. Obgleich weder vom einen noch vom anderen heute etwas zu sehen ist im Naturschutzgebiet Teufelsberg, handelt es um das Brandenburgische Bodendenkmal Nummer 50155.

Im März 2016 erfolgten archäologische Grabungen des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen - in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Göttinger und Hallenser Studenten unter Grabungsleitung von Dr. Felix Biermann sowie dessen Mitarbeiter Normen Posselt wollten im Rahmen eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Beitrag leisten.

Dessen Ziel sei, so Biermann, die Erfassung des frühen deutschen Burgenbaus zwischen Elbe und Oder, insbesondere sogenannter Turmhügel und Burghügel. "Der Teufelsberg ist dafür besonders interessant, weil er eine der eher seltenen Höhenburgen in Brandenburg darstellt. Vor allem ist es aber eine sehr frühe Burg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, die wohl bald nach dem Wendenkreuzzug von 1147 von einem deutschen Herrschaftsträger im Slawenland errichtet wurde und damit in die Frühzeit der Mark Brandenburg gehört", erläutert der Grabungsleiter. "Damit ist der Platz von großer landesgeschichtlicher Bedeutung!"

Er biete die seltene Möglichkeit, das Bild einer Burg aus dieser bewegten Zeit zu gewinnen. Die Grabungsergebnisse sind noch nicht veröffentlicht. Allerdings gastiert Dr. Biermann am Freitag, 9. September, zu einem Vortrag in Landin. Dieser beginnt um 19.00 Uhr auf dem Hof Dittrich, Steinstraße 13.

In dem Vortrag will der Experte den kulturhistorischen Kontext der Burg näher erläutern, auch in Bezug auf die Slawenzeit. "Es gibt einige slawische Funde aus dem Umkreis des Berges, deren mögliche religiöse Bedeutung - als Hinweis auf einen slawischen Kultplatz auf dem Teufelsberg - diskutiert werden soll."

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