Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Junge Paten für Friedrichsaues Bahnhof

Gut vorbereitet: Die neuen Fünftklässler haben sich an den ersten Schultagen mit der Geschichte der Oderbruchbahn beschäftigt. Am ehemaligen Friedrichsauer Bahnhof kamen sie mit Zeitzeugen ins Gespräch
Gut vorbereitet: Die neuen Fünftklässler haben sich an den ersten Schultagen mit der Geschichte der Oderbruchbahn beschäftigt. Am ehemaligen Friedrichsauer Bahnhof kamen sie mit Zeitzeugen ins Gespräch © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 07.09.2016, 22:41 Uhr
Friedrichsaue (ulg) Das Areal des einstigen Kleinbahnhofs Friedrichsaue, auf dem seit dem Frühjahr ein Rastplatz mit Infotafel und einem Andreaskreuz an die einstige Lebensader der Region erinnert, wollen Golzower Grundschüler in Patenschaft nehmen. Zwei Mal im Jahr, so haben sie es am Mittwoch Zechins Bürgermeister Dieter Rauer und Ortsvorsteherin Kirstin Gericke versprochen, werden sie dort bei Einsätzen für Ordnung sorgen. Ein Vertrag soll dazu noch geschlossen werden, erklärte Schulleiterin Gabriela Thomas.

Die Fünftklässler waren am Donnerstag von Golzow nach Friedrichsaue auf dem Radweg auf dem Kleinbahndamm geradelt und haben an fünf Stellen die Info-Tafeln befestigt, mit denen sie Radwanderer an die Geschichte der Ende der 1960er Jahre eingestellten Strecke erinnern wollen.

Am einstigen Bahnhofsareal trafen sie sich mit Siegmund Pusch. Der ist vor 76 Jahren ganz in der Nähe des Bahnhofs geboren und aufgewachsen. Bis 1952 hat der heutige Buschdorfer dort gewohnt. Er erzählte den Kindern von der Zeit, da die Oderbruchbahn das wichtigste Güter- und Personenverkehrsmittel der Region war. "Hier war immer viel Verkehr", erinnerte er sich. Mit pferdegezogenen Feldbahnen, für die Schienen bis nach Altlangsow gesteckt wurden, kamen die Zuckerrüben zur Verladerampe und dort direkt in die Loren der Oderbruchbahn. Bei der schweren Arbeit des Rübenverladens mussten auch Siegmund Pusch und die anderen Dorfkinder, helfen. Das Baumaterial für die meisten Häuser, die nach dem Krieg gebaut wurden, kam mit der Oderbruchbahn an. Auch von einem schweren Zugunglück bei Friedrichsaue wusste Pusch zu erzählen.

"Warum wurde denn der Betrieb der Bahn eingestellt?", wollten die Schüler wissen. Pusch berichtete von morschen Bahnschwellen, einem zu hohem Reparaturaufwand und schließlich der Ablösung des Transportes durch Busse und Lkw.

Zechins Bürgermeister Dieter Rauer, auch er hat noch die Oderbruchbahn erlebt, erzählte, dass sich ehemalige Bahner und Teilnehmer der letzten Oderbruchbahnfahrt 1966 in Friedrichsaue treffen wollen, um an den Kleinbahnhof zu erinnern. Spontan erklärten die Schüler, dass sie daran auch teilnehmen wollen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG