Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Führungen durch die Schatzkammern

Bis unters Dach mit Schätzen gefüllt: Reinhard Ekelmann hat Raritäten und Kuriositäten in seinem Privatmuseum in Briest zusammengetragen. Am Sonnabend erzählt er Besuchern gern mehr über die Geschichten, die dahinter stecken.
Bis unters Dach mit Schätzen gefüllt: Reinhard Ekelmann hat Raritäten und Kuriositäten in seinem Privatmuseum in Briest zusammengetragen. Am Sonnabend erzählt er Besuchern gern mehr über die Geschichten, die dahinter stecken. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 09.09.2016, 06:48 Uhr
Briest (MOZ) Einen Tag vor dem offiziellen Tag des offenen Denkmals öffnen Reinhard Ekelmann und Harald Thelen in Briest die Türen zu ihren gesammelten Schätzen. Zu sehen sind Gebrauchsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten und 35 Nähmaschinen.

Mitte der 70er-Jahre hat Reinhard Ekelmann damit begonnen, alles Mögliche zu sammeln. Während der Armeezeit waren es vor allem Bierkrüge und Biergläser, die er von seinen Kameraden bekam. "Die meisten hatten wenig Geld. Ich war sparsam und habe ihnen oft etwas geborgt", erzählt der Briester. Wenn einer es nicht bar zurückzahlen konnte, schenkte er Reinhard Ekelmann ein Sammlerstück.

Im Laufe der Jahrzehnte sammelten sich hunderte interessanter Haushalts- und Arbeitsgeräte an. Das wohl älteste Stück in seiner Sammlung, die mehrere Räume füllt, ist eine rund 3000 Jahre alte Steinaxt, die er auf irgendeinem Boden gefunden hat. In seinem Museum findet man aber auch lebendige Geschichte seines Wohnortes wie die Uniform des letzten DDR-Briefträgers, die Glocke aus dem Briester Bäckerladen, die klingelte, wenn Kunden eintraten, den Trichter eines Grammophons, nach dessen Musik die Alteingesessenen noch getanzt haben, die Brotkelle von Bäcker Behm oder die selbstgeschnitzte Schnupftabakdose, aus der sich Gäste in der Kneipe bedienen konnten. Selbst ein Pappschild des örtlichen Fischverkaufs aus der Vorkriegszeit hat er aufgehoben. Plötzen für 45 Pfennige wurden darauf unter anderem angeboten.

Der Generation um die 50 oder 60 wird das Herz aufgehen, wenn sie die vielen Gebrauchsgegenstände aus DDR-Zeiten sieht. Da liegen Artikel aus dem alten Kinder-Kaufmannsladen neben 40 Jahre alten Puddingpulvertüten, Gewürzen und Rosen-Seife.

Zu fast allen Gegenständen weiß Reinhard Ekelmann eine Geschichte zu erzählen. Deshalb sollten sich Besucher am Sonnabend Zeit nehmen, wenn er seine Schätze von 13 bis etwa 18 Uhr in der Kleinen Straße 15 in Briest zeigt. "Wir stellen auch ein Zelt und Sitzgelegenheit auf, wo man Kaffee, Kuchen und andere Getränke für einen kleinen Obolus genießen kann", sagt er. Ein paar Häuser weiter, in der Kleinen Straße 10, zeigt Harald Thelen am Sonnabendnachmittag seine Nähmaschinensammlung. Etwa 35 Stück hat er in seinem Bestand.

Etliche Besucher kennen die Schätze schon. Alle anderen sind am Sonnabend eingeladen, sie bei Führungen in kleinen Gruppen kennenzulernen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG