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Investition ohne Kostennachschlag

Knaller zur Eröffnung: Die Buckower Kanoniere laden ihren Sechspfünder zum Böllern am neuen Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Waldsieversdorf.
Knaller zur Eröffnung: Die Buckower Kanoniere laden ihren Sechspfünder zum Böllern am neuen Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Waldsieversdorf. © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 12.09.2016, 05:58 Uhr
Waldsieversdorf (MOZ) In der Gemeinde ist am Sonnabend das neue Feuerwehrgerätehaus offiziell übergeben worden. Der Bau hat knapp ein Jahr gedauert und ist sogar unter den vorab geschätzten Kosten von 660 000 Euro geblieben. In das alte Depot soll demnächst der Bauhof einziehen.

Als am Sonnabend um 11 Uhr in Waldsieversdorf die Sirene heulte, rief das die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes nicht etwa zum Einsatz, sondern gab das Startzeichen für die feierliche Eröffnung des neuen Gerätehauses. Viele Gäste hatten sich dazu eingefunden - Vertreter des Amtsausschusses und der Amtsverwaltung, Politiker, Feuerwehrleute, Bürger des Ortes sowie aus Nachbargemeinden.

Das neue Depot biete im Gegensatz zum Vorgänger nebenan nun "optimale räumliche Bedingungen für die ehrenamtliche Arbeit zum Wohl der Bevölkerung", befand Amtsdirektor Marco Böttche. Er erinnerte daran, dass ursprünglich das alte Depot für eine Viertelmillion Euro saniert werden sollte. Denn das entsprach nicht mehr den Anforderungen. Dann kam ein Neubau und Abriss des alten Gebäudes aus dem Jahr 1908 ins Blickfeld. Der Amtsausschuss bewilligte "trotz finanziell schwieriger Zeiten", wie es Böttche beschrieb, 660 000 Euro dafür. Die größte Investition hier in den vergangenen 25 Jahren, bemerkte er.

Initiativen der Bürger hätten schließlich bewirkt, dass das Baufeld verschoben wurde und das bisherige Domizil als Dokument für Zeitgeschichte und Wandel der Anforderungen erhalten bleiben konnte. Nicht zuletzt blieb die Wehr so in der Bauzeit einsatzbereit, musste nicht vorübergehend abgemeldet werden. Und das Geld sei gut angelegt, so der Amtsdirektor.

Wehrführer Andreas Klupsch machte deutlich, dass das neue Depot notwendig war - aufgrund der geltenden Normen. "Wäre was passiert, hätten wir eine großes Problem gehabt", sagte er und richtete wie Böttche einen Dank an alle Beteiligten - die Kommunalpolitiker, das Planungsbüro Seidel aus Neuenhagen, die Baufirmen und auch an seine Kameraden, die über normalen Dienst und Ausbildung noch mehr Zeit investiert hätten. Besonders hob er Gerd Kloss, Armin und Mark Geschke, Sven Liebe, André Tillack, Martin Schmidt und Franz Heinze hervor, die für ihren Einsatz für das neue Depot eine Gedenkmedaille und einen Gutschein erhielten. Für ihn selbst war auch ein Pack vorbereitet.

Klupsch sprach die Hoffnung aus, dass all seine Mitstreiter auch stets gesund und vollzählig ins neue Domizil zurückkehren, wie es zuvor der Fall war. Und er erneuerte seinen Appell an die Bürger, zur Wehr zu stoßen. Denn die Einsatzbereitschaft sei aufgrund der nahezu überall problematischen Personalentwicklung gerade tagsüber nicht mehr optimal zu sichern. Auf zwei Aufrufe im Ortsblatt habe sich wenigstens eine Frau gemeldet. "Wir können uns nur selbst helfen", machte er klar. Als Denkanstoß waren Dutzende Fünf-Liter-"Löscheimer" zum Mitnehmen für die Bürger bereitgestellt. "Aber nur für den Kleinbrand", mahnte Klupsch.

Bereitgestellt war überdies das neue Löschfahrzeug aus Garzau. Zum Anschauen, denn die Waldsieversdorfer hoffen, dass sie ein baugleiches als Ersatz für ihren W50 erhalten. Dem Amtsausschuss obliegt in dieser Woche die Entscheidung.

Ortsbürgermeister Dietmar Ehm dankte den Waldsieverdorfern für die "Weitsicht", die letztlich für den Erhalt des alten Depots gesorgt hätten. Er kündigte an, dass nach einigen Diskussionen der Bauhof dort einziehen wird. Beide Truppen könnte sich gut ergänzen, glaubt er. Vorab sei aber noch einiges zu erledigen.

Mit drei Böllern, der letzte gezündet von Klupsch, leiteten die Buckower Kanoniere zum gemütlichen Teil der Eröffnung über. Dass zwischenzeitlich immer mal der Strom ausfiel und dadurch die Tonanlage streikte, lag übrigens nicht etwa an mangelhaften Firmenleistungen am Neubau, sondern an einem defekten Verteilerkabel.

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