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Snethlage-Mausoleum endlich wieder offen

Ein besonderes Ereignis. Der Eingang zum Mausoleum wird feierlich freigegeben.
Ein besonderes Ereignis. Der Eingang zum Mausoleum wird feierlich freigegeben. © Foto: Maria Ugoljew
Maria Ugoljew / 12.09.2016, 12:34 Uhr
Kraatz (GZ) Nach 13 Jahren des unermüdlichen Engagements war es am vergangenen Sonntag endlich soweit: Das restaurierte Snethlage-Mausoleum auf dem Kraatzer Friedhof wurde eingeweiht - mit einem Festakt in der Kirche und einer kulinarischen Überraschung.

Manuela Röhken hatte sich zur feierlichen Enthüllung des Kraatzer Denkmals etwas Besonderes einfallen lassen: eine Pralinen-Kreation aus zum Teil ungewöhnlichen Zutaten - Rote Beete, Gundermann, Datteln und Kokos. "Hervorragend! Davon könnte man ja süchtig werden", sagte eine Besucherin, nachdem sie die herzhaft-süß schmeckende Überraschung, die den wohlklingenden portugiesischen Namen "Obrigada Emilie" trägt, probiert hatte. "Danke Emilie".

Die Kraatzer Kräuterpädagogin mit dem Hang zu kulinarischen Raffinessen gehört zum großen Kreis der Unterstützer und Freunde des Projekts Snethlage-Mausoleum. Eine neogothische Grabstätte, die über Jahrzehnte dem Verfall ausgesetzt war. 2003 entdeckten Christiane und Gilbert Konopka das marode Gebäude auf dem Friedhof. "Was macht das denn hier?", fragte sich das Ehepaar damals. Ihr Interesse war geweckt - und auch ihr Ehrgeiz, das kleine Gebäude wieder zugänglich zu machen.

13 Jahre sind seitdem vergangen. Am Sonntag - pünktlich zum Tag des offenen Denkmals - konnte das Mausoleum eingeweiht werden. Beerdigt sind dort drei Personen: das Ehepaar Emil und Elisabeth Snethlage sowie Gisberth Snethlage. Mit einer Gedenktafel wird auch an Emilie Snethlage erinnert, einer bekannten Ornithologin. Sie wurde 1868 als Tochter des Pfarrers Emil Snethlage in Kraatz geboren. Eine Schule besuchte sie nie, vielmehr bekam sie von ihrem Vater Privatunterricht. Nach ihrem Studium der Naturgeschichte in Freiburg verschlug es sie nach Brasilien. Dort machte sie als Vogelkundlerin Karriere: Sie beschrieb mehrere Vogelarten erstmals wissenschaftlich und leitete über mehrere Jahre das naturhistorische und ethnologische Museum Pará in Belém. Heute trägt die Einrichtung ihren Namen.

Schautafeln in der Kirche erinnern an die brandenburgische Ornithologin. Schüler des Strittmatter-Gymnasiums in Gransee haben sich mit ihrer Lebensgeschichte befasst. Und nicht nur das: Auch der Werdegang der Restaurierung ist aufgearbeitet worden. Jahr für Jahr waren viele fleißige Hände damit befasst. Der erste wichtige Schritt sei die Erneuerung des Dachs gewesen, sagte Christiane Konopka. Das war 2010. 2011 wurde der historische Bau unter Denkmalschutz gestellt. Wiederum ein wichtiger Moment, denn damit konnte die Jugendbauhütte Berlin/Brandenburg mit ihrer Arbeit beginnen. Das Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren, die sich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres mit der Denkmalpflege beschäftigen wollen. Vier Generationen haben dabei geholfen, unter fachkundiger Anleitung das Kraatzer Mausoleum wieder instand zu setzen. Gransees Bürgermeister, Mario Gruschinske (SPD), bedankte sich während der feierlichen Eröffnung bei allen Beteiligten für ihr jahrelanges Engagement. Gleichzeitig versprach er, dass sich die Stadt für den Erhalt der historischen Grabstätte einsetzen werde.

Zur Einweihung sind auch eine Reihe von Snethlages vorbeigekommen, darunter Peter Snethlage, der während der 13 Jahre als Sprecher der Familie fungierte und Spendengelder sammelte. Seine Familie sei heute in der ganzen Welt zuhause. 150 Nachfahren gebe es, erzählte er bei der Eröffnung des Mausoleums.

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