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Eine Nacht im roten Oldtimer

Ekkehard Koch holte den Oldtimer aus Ribnitz-Damgarten nach Börnicke und baute ihn in den vergangenen Monaten zu einer kleinen "Pilger-Herberge" um.
Ekkehard Koch holte den Oldtimer aus Ribnitz-Damgarten nach Börnicke und baute ihn in den vergangenen Monaten zu einer kleinen "Pilger-Herberge" um. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 16.09.2016, 07:50 Uhr
Börnicke (MOZ) Wer auf Pilgerwegen unterwegs ist, benötigt auch einen Platz zum Schlafen. In Börnicke kann man bald in einem besonderen Fahrzeug übernachten - in einem historischen Feuerwehrauto.

Ekkehard Koch ist ein passionierter Pilger, seit vielen Jahren ist er auf Routen in Frankreich, Spanien und auch Deutschland unterwegs. Der Gemälderestaurator kennt daher die Situation: Wenn die Beine schwer werden und der Abend naht, sollte eine Herberge in der Nähe sein, in der man das müde Haupt zur Ruhe betten kann.

Als 2007 der Jakobsweg von Frankfurt (Oder) nach Bernau eröffnet wurde, stellte sich die Frage der Übernachtungsmöglichkeiten ebenfalls. Zumindest im Niederbarnim listet die Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion lediglich eine Herberge auf - das "San Lobell" in Löhme. Dies wird sich nun ändern: Ekkehard Koch hat in Börnicke ein altes Feuerwehrfahrzeug umgebaut und will ab Herbst bereits die ersten Pilger begrüßen.

Der Magirus Deutz ist Baujahr 1963 und verrichtete seinen Dienst ursprünglich in Westdeutschland. Irgendwann "verirrte" sich der Oldtimer dann an die Ostsee. In Ribnitz-Damgarten wurde Koch schließlich auf das Auto aufmerksam. "Es war weitgehend noch im Originalzustand", sagt der Börnicker.

Ein bisschen zu tun war allerdings, der Zahn der Zeit hatte doch etwas am Fahrzeug genagt. So musste Rost entfernt werden und einige Umbauten waren natürlich auch erforderlich. Beispielsweise baute Koch eine Küchenzeile ein, denn die Pilger sollen sich auch mal etwas kochen können. Auf frischen und duftenden Kaffee müssen die Übernachtungsgäste ebenfalls nicht verzichten. "Zwei Menschen können im Auto bequem schlafen", ist sich Koch sicher. Wenn sie sich etwas "dünner" machen, sei auch durchaus Platz für einen dritten Pilger.

Der Weg von Frankfurt (Oder) in die Hussitenstadt führt hinter dem Schloss an Börnicke vorbei. Mit Info-Flyern will Koch nun in den kommenden Wochen auf sein neues Angebot aufmerksam machen.

Wenn die Gäste zeitlich ein glückliches Händchen haben, können sie übrigens im kleinen Feuerwehrhaus-Theater eine Vorstellung besuchen. Im Oktober steht an zwei Wochenenden das Stück "Der gestiefelte Kater" auf dem Programm. Im November folgt dann "Die Schneekönigin" - eine eiskalte Lesung in sieben Bildern.

Das alte Feuerwehrgebäude des heutigen Bernauer Ortsteils war schon dem Verfall nahe, als Koch und seine Frau Gabriele die Idee hatten, daraus einen besonderen Veranstaltungsraum zu machen. Bereits im vergangenen Jahr gab es erstmals ein Konzert, eine Lesung und eine Ausstellung. Die Resonanz war gut, die Kochs machten weiter. Nach zahlreichen Sanierungsarbeiten wurde Anfang September die Eröffnung gefeiert.

Auch für das kommende Jahr gibt es schon neue Pläne. Ein Museums-Hofladen können sich die Kochs vorstellen und irgendwann soll auch der Obstgarten wieder kultiviert werden.

Wer eine der Vorstellungen besuchen möchte, sollte sich aber unbedingt anmelden, denn es stehen nur 40 Plätze zur Verfügung.

Info: www.geschichtenreich.com

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