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Wanderreiten als Nische entdeckt

Wollen den Wanderreit- und Fahrtourismus in der Region beleben: Manfred Stache und Werner Haubner (auf dem Kutschbock von links) sowie Gabriele Haubner und Karin Stache (auf den Pferden von links).
Wollen den Wanderreit- und Fahrtourismus in der Region beleben: Manfred Stache und Werner Haubner (auf dem Kutschbock von links) sowie Gabriele Haubner und Karin Stache (auf den Pferden von links). © Foto: Martin Risken/GZ
Martin Risken / 16.09.2016, 09:35 Uhr
Kappe (GZ) Noch fristet das Wanderreiten in Oberhavel ein Mauerblümchendasein. Doch geht es nach Gabriele und Werner Haubner, dürfte sich das ab kommendem Jahr ändern. Die im Oktober aus Berlin Zugezogenen haben Pläne für einen kleinen Reiterhof in Kappe. Ihre Fahr-, Reit- und Raststation Schorfheide soll 2017 Formen annehmen.

Bei Tourismusexperten rennen sie mit ihrer Idee offene Türen ein. Die lokale Arbeitsgruppe Obere Havel, die Projekte für eine Förderung aus dem Leader-Programm auswählt, unterstützte das Vorhaben ebenso wie der Fremdenverkehrsverein Zehdenick. Geplant ist, mit finanzieller Förderung des Landes, in einem vorhandenen Gebäude zwei Ferienwohnungen mit jeweils vier Schlafplätzen und einer Gemeinschaftsküche einzurichten. Die könnten von Wanderreitern zur Übernachtung genutzt werden. Genauso gut sei es aber auch möglich, Reiterferien in dem kleinen Zehdenicker Ortsteil am Rande der Schorfheide zu buchen. Selbstverständlich könnten die Leute auch ihr eigenes Pferd mitbringen. Und wer als Wanderreiter mit dem eigenen Zelt unterwegs ist, könne auf dem großzügigen Anwesen in Kappe campen.

Die Haubners sind nicht die einzigen Anbieter im Ort, die sich über einen Aufschwung des Reittourismus freuen würden. Mit Karin und Manfred Stache haben sie Verbündete für ihre Geschäftsidee gefunden. Schon seit vielen Jahren bieten die Staches im Nebenerwerb Kutschfahrten an. In einer prächtigen Kutsche, die nach historischem Vorbild nachgebaut worden ist, laden sie zu gemütlichen Überlandfahrten ein. Dass bislang das Wanderreiten noch nicht als Marktlücke entdeckt worden ist, obwohl es in der Region bereits eine Vielzahl von Reiterhöfen gibt, überrascht Gabriele Haubner. Dabei sei die Region geradezu ideal für diese Form des Aktivurlaubs: "Fast alle Wege können genutzt werden, es gibt kaum Verbote. Außerdem sind die vielen Sandwege ideal zum Reiten", findet die pensionierte Beamtin, die schon seit ihrer Kindheit begeisterte Reiterin ist. "Wer einmal von dem Virus erfasst worden ist, kommt von dem Reiten nicht mehr los", sagt sie. Für ihren Mann Werner, der noch berufstätig ist und als Beamter im Bundesrat arbeitet, ist das aber nichts. Er kümmert sich lieber um das Wohlergehen der Pferde, versorgt sie mit Futter.

Das Wanderreiten, davon ist Gabriele Haubner überzeugt, werde sich bei entsprechenden Angeboten in der Region langsam entwickeln. Mit dem Verband der Deutschen Wanderreiter gebe es ein Netzwerk und mit Achim Lenz aus Lychen einen bekannten Anbieter, der seine bislang in der Westernstadt El Dorado in Templin endende Wanderroute eventuell bis Kappe verlängern könnte. Vermarktet wird das Wanderreiten unter anderem von der Marketingsgesellschaft "Pro Agro", die die Broschüre "Pferdeland Brandenburg" aufgelegt hat.

Wie vielfältig das Reiten ist, davon ließen sich am Mittwochabend die Mitglieder des Sportvereins Kurtschlag überzeugen. Anlässlich ihrer Sportwoche waren die Mitglieder nach Kappe gekommen. Unter Anleitung durften sie reiten, während Manfred Stache sie zu ausgiebigen Kutschfahrten einlud. Kaum einer hatte bislang Berührung mit Pferden, umso erstaunter waren sie, wie viel Spaß das Reiten machen kann, aber auch wie anstrengend es ist.

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