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Hofstelle mit acht Gebäuden

Vier Generationen vereint: Katharina Welkisch (Mitte, sitzend), mit ihrer Tochter Rosemarie und Schwiegersohn Günter Nikolay, Enkeltochter Yvonne Nikolay und deren Lebensgefährte Rolf Breitfeld, sowie ihren Urenkelinnen Wiebke und Marike Nikolay.
Vier Generationen vereint: Katharina Welkisch (Mitte, sitzend), mit ihrer Tochter Rosemarie und Schwiegersohn Günter Nikolay, Enkeltochter Yvonne Nikolay und deren Lebensgefährte Rolf Breitfeld, sowie ihren Urenkelinnen Wiebke und Marike Nikolay. © Foto: Cindy Teichert
Jörg Kühl / 18.09.2016, 07:15 Uhr
Groß Muckrow (MOZ) Sie stehen nicht unter Denkmalschutz, werden aber von ihren Bewohnern in diesem Sinne erhalten: schöne alte Bauernhäuser. Das Oder-Spree-Journal besuchte Familie Welkisch-Nikolay in Groß Muckrow.

In Groß Muckrow befindet sich rechts neben dem Pfarrhaus eine der schönsten bäuerlichen Hofstellen Groß Muckrows. Das besondere: Das Grundstück mit dem stilsicher sanierten Bauernhaus befindet sich urkundlich verbürgt seit 1713 im Familienbesitz. Ältestes Familienmitglied ist Katharina Welkisch (90), die auf dem Grundstück aufgewachsen ist. Katharina Welkischs Tochter Rosemarie, das jüngste von vier Kindern, zog mit ihrem Mann Günter im Jahr 1994 wieder in das elterliche Haus, das um 1870 erbaut wurde. Seit 2011 kann die Hofstelle sogar auf vier lebende Generationen verweisen: Denn Rosemarie und Günter Nikolays Tochter Yvonne zog mit ihrem Lebensgefährten Rolf Breitfeld und den Töchtern Wiebke (10) und Marike (9) in das Bauernhaus. Zuvor hatte die junge Familie in Frankfurt (Oder) gelebt. Rolf Breitfeld überzeugte seine Lebensgefährtin, nach Groß Muckrow zu ziehen: "Wenn schon Leben auf dem Lande, dann, wenn die Kinder noch klein sind." Yvonne kennt das Haus samt weitläufigem Grundstück seit ihrer Kindheit. Schließlich hat sie viele Ferien bei den Großeltern verbracht: Ich spielte mit meiner Cousine Alexandra hier auf dem Hof." Der Holzschuppen sei einer ihrer Lieblingsplätze gewesen. Heute spielen Wiebke und Marike auf dem Hof, so wie bereits deren Oma Rosemarie und Urgroßmutter Katharina: So schließen sich familiäre Kreise. In der Modderküche wird im Sommer gerne leckere Hexensuppe zubereitet.

Familientradition wird im Hause Welkisch-Nikolay groß geschrieben. Fein säuberlich bewahrt das Ehepaar Rosemarie und Günter Nikolay die Familiengeschichte in Fotoalben auf. Ein gerahmtes Bild enthält eine Ahnentafel der Grundstücksbesitzer des Hauses Groß Muckrow 2. Zahlreiche bäuerliche Gegenstände, Hausrat, wie Werkzeuge, hält die Familie in Ehren. So existiert die alte schwarze Eisenpfanne noch, die seit jeher bei Familienfesten zum Einsatz kommt. Auch eine Milchkanne, eine Butterstampfe, ein Gurkenfass und andere Gegenstände werden beinahe museal behandelt. Die Kochmaschine ist immer noch voll funktionstüchtig.

Natürlich gibt es auf einem Bauernhof, auch wenn dieser nicht mehr dem landwirtschaftlichen Haupterwerb dient, viel zu tun. "Der Nachteil eines solchen Grundstücks mit Bauernhaus, Hof und Wald ist, dass man nicht viel Freizeit hat", so Rosemarie Nikolay.

Auf den ersten Blick erfreut den Besucher die Blumenpracht. Dafür ist hauptsächlich Rosemarie Nikolay zuständig. Außer vielen prächtigen Blüten gibt es auch Obst und Gemüse in Hülle und Fülle: Tomaten, Erdbeeren, Bohnen, Kartoffeln, Rote Rüben, Möhren, Wein, Sellerie, Paprika, Pflaumen, Kirschen, Birnen, Pfirsiche, Heidelbeeren, Himbeeren Brombeeren, um nur einige zu nennen. Gerade sind die Äpfel reif, sie schmecken herrlich.

Günter Nikolays Domäne ist der familieneigene Wald, aus dem er Unmengen an Holz wirbt, verarbeitet und fein säuberlich, fast wie mit dem Lineal, schichtet. Der hintere Teil des Gartens sieht aus, wie das Rohlager eines Sägewerks. Mit dem Holz ist die Familie Selbstversorger in Sachen Heizen und Wasser wärmen.

Neben dem Wohnhaus gibt es Ställe, Schuppen und andere Gebäudeteile, die die Familie in Ordnung hält. Das Bauernhaus selbst ist zwischen 1992 und 1997 saniert worden. Dabei konnte Günter Nikolay seine Kenntnisse, die er als gelernter Zimmerer, der bei der Forstverwaltung Müllrose alte Wirtschaftsgebäude saniert hatte, bestens anwenden. Seitdem Günter Nikolay im Jahr 2014 im Ruhestand ist, widmet er sich den Nebengebäuden. Sein Ziel sei, alle Dächer der vierten Generation in tadellosem Zustand zu übergeben. Das ist ein ambitionierter Plan, denn das Grundstück verfügt über sage und schreibe acht große und kleine Gebäude.

Für Rosemarie Nikolay ist es am schönsten, wenn alles grünt und blüht. Noch mehr freut sie sich allerdings, wenn die Enkelkinder glücklich und gesund sind und auf dem Hof umhertollen.

Die Großzügigkeit des Bauernhauses samt seines weitläufigen Hofs genießen heute alle Familienmitglieder. "Jeder hat seine Rückzugsräume, ist ja auch genügend Platz hier", bringt Rolf Breitfeld es auf den Punkt. Natürlich lebt die junge Familie und das Ehepaar "mit zwei separaten Herdstellen". An den Wochenenden wird jedoch, wann immer es möglich ist, gemeinsam gespeist.

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