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Angler und Anwohner des Dannenberger Dorfteichs retten Fische / Amt wartet auf Genehmigung

Wasserspiegel sinkt dramatisch

Steffen Göttmann / 20.09.2016, 19:30 Uhr
Dannenberg (MOZ) Der Wasserspiegel im Dannenberger Dorfteich ist dramatisch gesunken.Mitglieder des Anglervereins Gersdorf, der den Teich bewirtschaftet, haben daher am Sontag die Fische aus dem Schlick geholt und in eine anderes Gewässer umgesetzt.

"Wir haben zusammen mit einigen Dannenbergern versucht, die Fische aus dem Teich zu retten", teilte Volkmar Waga, Vorsitzender des Anglervereins Gersdorf mit. Die Tiere drohten im Schlick und Morast zu verenden. "Wir konnten nicht alle Fische retten, aber immerhin waren es gute 60 bis 70 Kilogramm", erklärte der Vorsitzende.

"Wir haben unter anderem Schleien, Karauschen und Karpfen in ein intaktes Gewässer umgesetzt", berichtete Volkmar Waga. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei dies zumindest ein kleiner Erfolg gewesen. Im Vorjahr blieb dem Anglerverein nur noch das Abfischen der verendeten Tieren.

Es sei bereits das zweite Jahr in Folge, dass der Anglerverein ein solches Desaster hinnehmen musste. Eigentlich sollte der Dorfteich in Dannenberg längst einer Gewässersanierung unterzogen werden. So sei es zumindest vom Amt Falkenberg-Höhe zugesagt worden. Fraglich sei allerdings nun, wo das Geld ist, das dafür in die Hand genommen werden sollte.

Der Anglerverein Gersdorf habe den Teufelsee und den Dannenberger Dorfteich als Hegegewässer. "Wir behalten diese Teiche im Auge und versuchen, sie in Ordnung zu halten", erläuterte der Vereinsvorsitzende. Es sei Aufgabe des Vereins, zweimal jährlich Arbeitseinsätze zu organisieren, um Pflegearbeiten zu leisten. "Allerdings sind uns hier auch die Hände gebunden, denn Schilfkanten sowie Baum- und Strauchpflege sind nur begrenzt möglich", sagte Volkmar Waga, denn: "Da hat man es gleich mit der Naturschutzbehörde zu tun."

Der Vereinsvorsitzende fügte hinzu: "Es ist traurig mit ansehen zu müssen, dass niemand die Verantwortung übernehmen will." Denn eigentlich empfinde er es als Tierquälerei, was dort im Dannenberger Dorfteich passiert.

"Ich bin nicht nur Vorsitzender des Anglervereins, sondern auch Mitglied der freiwilligen Feuerwehr", erklärte Volkmar Waga. Wenn man sich nur mal in der Umgebung die Teiche der Ortschaft ansieht, die teilweise auch als Löschteiche genutzt werden, sei der Zustand oftmals gleichsam katastrophal. "Wer übernimmt die Verantwortung? Wir müssen uns mobilisieren und tätig werden, auch auf kommunal-politischer Ebene. Für Dannenberg muss schnell eine Lösung gefunden werden", forderte der Vorsitzende des Gersdorfer Anglervereins.

Der Teich hätte schon im vergangenen Winter saniert werden sollen, sagte am Dienstag Bernhard Janßen, Fachbereichsleiter Bauamt, Zivil-und Katastrophenschutz sowie Feuerwehr, des Amtes Falkenberg-Höhe. Ursache für das Niedrigwasser seien die ausbleibenden Niederschläge, die dem Dorfteich das Wasser zuführen.

Am fehlenden Geld liegt es diesmal nicht. "Wir haben keine wasserrechtliche Genehmigung", fügte der Mitarbeiter der Verwaltung hinzu. Die vorhandene Genehmigung sei nicht umsetzbar. Normalerweise werde eine Teich entschlammt, das Sediment neben dem Teich abgelagert, damit es allmählich austrocknet und abgefahren werden kann. "Der Landkreis erlaubt uns das Sediment abzulagern, verbietet uns aber, dass das Wasser zurück in den Teich fließt", schilderte Bernhard Janßen das Dilemma.

Daher habe das Amt Falkenberg-Höhe einen weiteren Antrag mit einer neuen Idee gestellt. "Wir haben vorgeschlagen, den Teich künstlich trocken zu legen, um das Sediment direkt herausnehmen", erklärte der Fachbereichsleiter. Doch der Landkreis habe auf den Vorschlag des Amtes Falkenberg-Höhe hin noch nicht reagiert.

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