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Großes Herz besonders für die Jugend

Die Angler haben am Langen Pfuhl die Bänke erneuert. In Sommer pilgern viele Spaziergänger hierher.
Die Angler haben am Langen Pfuhl die Bänke erneuert. In Sommer pilgern viele Spaziergänger hierher. © Foto: Hanno Kopp
Kerstin Unger / 20.09.2016, 20:00 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Angelverei-ne gehören zu den zahlenmäßig stärksten Vereinen in der Uckermark. Die Mitglieder betreiben auch Umweltpflege und oft ein reges Vereinsleben. Der Uckermark Anzeiger stellt die Arbeit des Kreisanglerverbandes Angermünde/Schwedt und seiner Vereine vor.

Mit 49 Mitgliedern gehört der Angelverein Heinersdorf zu den kleineren im Kreisverband. Aber er ist über die Ortsgrenzen bekannt, allein schon wegen seiner vielfältigen Angebote für die Kinder und Jugendlichen. Seit elf Jahren lädt er am 1. Juni zum Kindertagsangeln in Heinersdorf ein. "Die Veranstaltung ist immer gut besucht. Die Kinder kommen aus vielen Vereinen, zum Beispiel aus Landin, Pinnow, Vierraden oder aus Schwedt", erzählt der Vereinsvorsitzende Hanno Kopp. Stark vertreten war in diesem Jahr Pinnow.

Riesenspaß haben auch die Kinder aus dem EJF-Kinderheim bei den Treffen am Stevensee. 2015 feierte der Verein seinen 50. Geburtstag. Von den Gründungsmitgliedern ist leider nur noch einer übrig: Der 80-jährige Josef Prade aus Heinersdorf war 40 Jahre lang Schatzmeister. Dieses Amt hat jetzt sein Sohn Andreas inne. Zu den seit mehr als 50 Jahren organisierten Anglern gehören auch Klaus Baumgart und Hanno Kopp, der 1997 als Vorsitzender des Heinersdorfer Angelvereins gewählt wurde. Sein Stellvertreter ist Marcel Wendorff, Gewässer- und Jugendwart Karl-Heinz Klietmann.

Das Stammgewässer der Heinersdorfer Angler ist der Lange Pfuhl direkt im Ort. Den rund 1,7 Hektar großen See hat der DAFV Brandenburg von der Stadt gepachtet. Einziges Problem: Der Wasserstand sinkt durch die Trockenheit der vergangenen Jahre. Es fehlt bereits ein Meter. Die Vereinsmitglieder kümmern sich um den Fischbesatz und pflegen auch die Umgebung des Langen Pfuhls. "Mindestens einmal im Jahr machen wir Frühjahrsputz. 15 bis 20 Angelfreunde sind immer dabei", erzählt Hanno Kopp. Dann wird das Gewässer beräumt und für die Saison hergerichtet.

Familie Henning aus Heiners-dorf, die einen Landwirtschaftsbetrieb hat, mäht mehrmals im Jahr uneigennützig rund um den Pfuhl - und das schon seit mehr als zehn Jahren. Am Ufer des Langes Pfuhls trifft man übers Jahr nicht nur die Angler. Er ist auch Ausflugsziel für die Spaziergänger. Deshalb hat der Verein die Sitzgelegenheiten unter den Eichen erneuert, nachdem sie vor Jahren Vandalismus zum Opfer fielen. Zudem wurden rund um den See Mülltonnen aufgestellt. Für ihre vorbildliche Gewässerpflege haben die Heinersdorfer Angler vom Stadtverband Lob und eine Prämie bekommen.

Die Vereinsmitglieder nehmen an mehreren Angelveranstaltungen, auch an anderen Gewässern teil, um sich selbst zu fordern, zum Beispiel am Torfloch in der Kuhheide oder am Kanal. Sie sind beim Traditionsangeln mit der Ortsgruppe Vierraden dabei und beim Polder-10-Pokal, dem seit einem Jahrzehnt stattfindenden großen Event mit 40 bis 60 Anglern. Dafür sind auch andere Vereine gern gesehene Gäste in Heinersdorf. "Das Gelände am Langen Pfuhl ist sehr übersichtlich und vor allem für Kinder und Jugendliche ohne Gefahren", sagt der Vorsitzende. "Außerdem stellen wir ihnen bei Veranstaltungen immer Betreuer zur Seite."

Viermal im Jahr, vor allem über Winter, finden Vereinsversammlungen statt. Eine gute Zusammenarbeit gibt es mit der Heinersdorfer Feuerwehr und dem Sportverein. "Viele aus den Vereinen sind ja auch Angler", weiß Hanno Kopp. Die Angler-Versammlungen finden im Sportlerheim statt. Einmal jährlich wird zum Preisskat bei der Feuerwehr eingeladen. Dafür machen sich Feuerwehrleute mal einen gemütlichen Abend am Langen Pfuhl. Bei Erntefesten der Gemeinde reihen sich die Angler meist in den Festumzug ein. Auch bei der 700-Jahr-Feier waren sie dabei. "Ortsvorsteher Jürgen Crusius unterstützt uns ebenfalls gut - vor allem, wenn es um Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche geht, spendiert er auch mal einen besonderen Höhepunkt wie einen Bowlingbahnbesuch."

Zum Heinersdorfer Angelverein gehörten immer Frauen. Derzeit sind es vier. Nur die Jugend schwächelt. Hier sind es zwei. Dafür ist eine komplette Familie dabei: Marcel Wendorff nebst Frau Manuela, Tochter Laura und Sohn Michell, der mit 16 Jahren auch bei den Erwachsenen als Spitzenkraft zählt.

Die Saison 2016 nähert sich so langsam dem Ende. Einige Termine stehen noch im Kalender. Am 2. Oktober findet das Abangeln an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße statt. Dann gibt es noch Veranstaltungen beim Stadtverein.

Bei so viel Engagement für die Jugend hoffen die Heinersdorfer Angler, dass sich diese revanchiert und in den nächsten Jahren den Altersdurchschnitt senkt - auch im Präsidium.

Ausführliche Informationen und Kontakt, auch zu Vereinen online unter www.kreisanglerver band-schwedt.de

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