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Dieseldieb des nachts gefilmt

Umzäunt: Der Mann, der Treibstoff aus den Meseberger Landmaschinen gestohlen hat, stieg anfangs über den Zaun, fuhr später sogar mit dem Auto auf das Betriebsgelände.
Umzäunt: Der Mann, der Treibstoff aus den Meseberger Landmaschinen gestohlen hat, stieg anfangs über den Zaun, fuhr später sogar mit dem Auto auf das Betriebsgelände. © Foto: MZV
Mandy Oys / 20.09.2016, 21:00 Uhr
Meseberg (GZ) Vier Mal hat er die Tanks angezapft, 1 000 Liter Diesel aus den Maschinen des Meseberger Landwirts Dirk Schwarzbach abgezapft. Schwarzbach installierte eine Wildkamera und zeichnete den letzten Diebstahl Ende August auf. Gefasst werden konnte der Dieb bisher nicht.

Das erste Mal sei der Dieb noch über den Zaun gestiegen, die letzten Male schon mit dem Auto vorgefahren, berichtet Schwarzbach. Er sitzt in seinem Büro auf dem abgelegenen Grundstück der Meseberger Landwirtschafts GmbH. Die Fotos aus seiner Kamera hat er auf dem PC gespeichert. 122 Bilder an einem Sonntagabend aufgezeichnet. Es war der Tag, an dem Angela Merkel EU-Regierungschefs auf Schloss Meseberg empfing. Die Polizei betont, der Dieselklau geschah, als das Treffen beendet und die Beamten abgezogen waren.

"20.48 Uhr fing er an, um 21.35 Uhr war er fertig", sagt Schwarzbach. Datum und Uhrzeiten sind auf den Bildern vermerkt. Sie zeigen einen Mann in kurzen dunklen Hosen, einem hellen T-Shirt und mit Rucksack auf dem Rücken. Er steigt auf den Mähdrescher, ein dünner Schlauch ist zu erkennen, der vom Tank in die Kanister führt, die der Dieb mitgebracht hat. Nach und nach füllt er die Behälter, leuchtet hinein und trägt sie schließlich davon. Er muss über das vordere Tor auf das Betriebsgelände gelangt sein. Mit 200 Liter Diesel verschwand er.

Dirk Schwarzbach hatte die Kamera am Schweinestall angebracht. Der Mähdrescher war davor abgestellt. Schwarzbach glaubt, den Mann wiedererkannt zu haben. Er sei einmal tagsüber auf seinem Hof gewesen, um etwas abzuholen. Die dunkle Hose mit der hellen Stickerei tauchte auch auf den Aufnahmen der Wildkamera wieder auf. Seinen Verdacht hat der Landwirt der Polizei vergangenen Montag mitgeteilt. Wie weit die Ermittlungen inzwischen vorangekommen sind, konnten die Beamten am Dienstag nicht sagen. Die zuständige Sachbearbeiterin sei nicht zu erreichen.

Zur öffentlichen Fahndung könnten die Fotos, die Schwarzbach den Behörden geliefert hat, jedenfalls nicht verwandt werden. Um die Bilder veröffentlichen zu können, bedürfe es einer richterlichen Anordnung, hatte Polizeisprecher Toralf Reinhardt kurz nach Schwarzbachs Anzeige gesagt. Wegen der Persönlichkeitsrechte des Täters. Problematisch sei zudem, dass die Aufnahmen mit solch einer Kamera meist zu unscharf seien. "Sie können lediglich unterstützende Indizien liefern." Seit die Streife Ende August bei Schwarzbach vorfuhr, herrscht Ruhe. Der Täter kam seitdem nicht wieder.

Allein im ersten Halbjahr wurden 15 Dieseldiebstähle im gesamten Landkreis angezeigt, zwei davon im Revier Gransee, teilt Toralf Reinhardt mit. Die Diebstähle in Meseberg sind in der Statistik für dieses Jahr noch nicht erfasst. Kreisweit seien die Zahlen rückläufig, abgesehen von Meseberg. 2014 waren 93 Diebstähle aus Land- und Baumaschinen gemeldet worden, 19 im Revier Gransee. Im vergangenen Jahr waren es 18 im Norden, 62 im gesamten Kreis, so Reinhardt.

Bei Dirk Schwarzbach tauchte in diesem Sommer wohl immer wieder derselbe Dieseldieb auf. In den Jahren zuvor war es ruhig geblieben an der Meseberger Dorfstraße.

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