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Linum rüstet sich für die Kranichsaison

Sie rasten wieder in der Region: Die Kraniche sind im Spätsommer und im Herbst ein vertrauter Anblick. Derzeit sind die Vögel wieder vermehrt zu sehen. Foto: dpa/Stefan Sauer
Sie rasten wieder in der Region: Die Kraniche sind im Spätsommer und im Herbst ein vertrauter Anblick. Derzeit sind die Vögel wieder vermehrt zu sehen. Foto: dpa/Stefan Sauer © Foto: dpa
Judith Melzer-Voigt / 22.09.2016, 18:30 Uhr
Linum (MZV) Die Tafel an der Linumer Storchenschmiede füllt sich langsam wieder: Dort wird während der Kranichsaison genau verzeichnet, wie viele Vögel momentan in der Region rasten. Mit Stand von dieser Woche sind es mehr als 30 000 - und das ist erst der Beginn. Doch laut dem brandenburgischen Umweltministerium haben die Tiere mit einigen Problemen zu kämpfen.

Der Vogelzug in Linum findet derzeit unter besonderen Bedingungen statt, erklärte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Ministeriums. "Eine hochsommerliche Hitzewelle verwandelte Anfang September die Feuchtwiesen im Rhinluch in eine Steppenlandschaft", so Schade. Die bei den Kranichen beliebten Regentümpel gibt es also nicht. Größere Flachwasserpartien bevorzugen die Vögel eigentlich als Schlafplatz. Naturschützer - insbesondere der Arbeitskreis Kranichschutz Rhin-/Havelluch - sorgen laut Schade zusammen mit Landwirten, den zuständigen Behörden und dem Wasser- und Bodenverband seit Wochen für den Rückhalt von Oberflächenwasser im Abflusssystem des Rhins. Das scheint zu wirken. Denn auch die erschwerten Bedingungen tun dem Ansturm keinen Abbruch: "Trotzdem treffen scharenweise Kraniche und Gänse im Teichland Linum ein. In den kommenden Wochen werden noch weitaus größere Ansammlungen erwartet", sagt Schade.

Die aktuelle Wetterlage, geprägt von Nordost- und Ostwinden, verschaffe den Kranichen günstige Flugbedingungen, erklärt der Ministeriumssprecher. Er fordert Besucher der Region aber auf, beim Beobachten dieses Naturschauspiels besondere Vorsicht walten zu lassen. "Die Zugvögel brauchen es abgeschieden und ruhig." Das können das Linumer Teichgebiet und einige benachbarte Gewässer durchaus bieten.

Besucher sollten jedoch einiges beachten, so Schade. Vor ihrer Fahrt nach Linum sollten sie sich in der Storchenschmiede oder im Internet unter www.oberes-rhinluch.de informieren. Sie sollten möglichst an einer geführten Tour ins Gebiet teilnehmen, markierte Wege und Aussichtspunkte nutzen sowie Wegsperrungen und Hinweise beachten. Für Hunde gilt absoluter Leinenzwang. Besucher sollten sich nicht auf freiem Gelände bewegen, da die Kraniche eine Fluchtdistanz von rund 300 Metern haben. Büsche und Hecken entlang der Wege sollten daher als Deckung genutzt werden. Fotografieren mit Blitzlicht ist nicht erlaubt, ebenso das Leuchten mit Taschenlampen nach oben.

Die Zugsaison der Kraniche dauert von Anfang September bis Ende November. Der Höhepunkt wird meist Mitte Oktober erreicht. Währenddessen wurden auch schon etliche Rekorde eingestellt: beispielsweise 2014. Damals zählten die ehrenamtlichen Kranichbeobachter rund um Rastplatzbetreuer Ekkehard Hinke bis zu 120 000 Vögel (RA berichtete). Doch auch in weniger spektakulären Jahren werden bis zu 80 000 Vögel erwartet.

Am 14. September begannen laut dem Naturschutzverein Oberes Rhinluch die Zählungen. Mindestens 8 500 Kraniche wurden im Havelluch erfasst. Zwei Tage später waren es im Rhinluch schon 12 500, am Dienstag dann 30 430 Tiere - es geht also steil bergauf.

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