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Große Knollen in Top-Qualität

Ausbeute: Reinhard Orlamünde aus Berlin und Carola Kaufmann aus Schöneiche haben je drei Säcke mit der Adretta und der Soraya gefüllt
Ausbeute: Reinhard Orlamünde aus Berlin und Carola Kaufmann aus Schöneiche haben je drei Säcke mit der Adretta und der Soraya gefüllt © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 25.09.2016, 20:23 Uhr
Groß Schauen/Philadelphia (MOZ) Auch das achte Kartoffelbuddeln auf einem Feld des Landwirtschaftsbetriebs Peter & Co. GbR zwischen Groß Schauen und Philadelphia war ein voller Erfolg. Zwischen sechs beliebten Sorten konnten die Selbstsammler und die Käufer schon abgesackter Knollen wählen.

"Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn'", hatte sich der alte Goethe gewünscht. Auf dem Feld von Fritz Walter Peter und Reinhard Gutke aus Groß Schauen wäre für ihn am Sonnabend und Sonntag die Gelegenheit dazu gewesen. 10 Uhr war als der eigentliche Beginn von den Veranstaltern angesetzt worden, zu denen auch die Schlepperfreunde Philadelphia und viele freiwillige Helfer besonders aus Groß Schauen, Philadelphia und Schwerin gehörten. Schon vor halb acht aber waren die Ersten da. "Die Kartoffeln reichen für alle", beruhigte Fritz Walter Peter die Skeptiker angesichts des Heeres der Sammler, die meist mit Kind und Kegel zusammen mit ihren Freunden gekommen waren. "Am 20. April haben wir die Knollen gelegt, Anfang August konnten wir die ersten ernten", berichtete der Landwirt und klammerte auch die Schwierigkeit nicht aus: "Bis zur Blüte war alles gut, aber dann kam der Wassermangel."

Das, was nun am Wochenende auf dem Feld zu ernten war, zeigte sich als Top-Qualität: große Knollen mit makellosen Schalen. Wer eine Chance haben wollte, in dem Wettbewerb um die größte Kartoffel einen Preis zu bekommen, der musste die Soraya wählen. Die beliebteste Sorte war wieder die Adretta. Daniel Anton aus Friedland hatte sich reichlich mit ihr eingedeckt, denn "die Sorte kennt man von früher. Wenn Oma Kartoffeln eingekellert hat, war es immer die Adretta". Diesmal neu auf dem Acker war hingegen die Sorte Wendy.

Noch viel mehr, nämlich 60 Sorten Kartoffeln, hatte der Groß Schauener Holger Ackermann zu einer Ausstellung mitgebracht, "um die Vielfalt der Kartoffel zu zeigen", wie er erklärte. Teilweise waren sie aufgeschnitten und zeigten gelbes bis tief violettes Fleisch. Eine ganz seltene Knolle war dabei, die länglich-schmal und mit sehr dunkler Schale ausgebildete Sorte Anzur aus Peru, "die Mauritius unter den Kartoffeln", ist Holger Ackermann stolz, sie zu haben. Eine Ursorte heißt Shetland black, auch andere Namen deuten auf ihre Farbe hin, so Blaue Annelies und Heiderot. Der Groß Schauener hatte Kontaktadressen dabei für die, die Sorten bestellen wollten.

Aber auch Obst ging an dem Wochenende reißend weg. Bei Uwe Friedrichs Apfelbaum im eigenen Garten in Groß Schauen haben sich die Äste mit dem Roten Boskoop bis auf den Boden gebogen. Detlef Nietsch aus Tiefensee war mit Produkten aus seinem eigenen Landwirtschaftsbetrieb schon im vorigen Jahr dabei und lobte das gute Publikum. "Wer Kartoffeln buddelt, hat eine gesunde Lebenseinstellung und kauft auch Obst und Gemüse", hat er festgestellt. Ab 11 Uhr waren die Tische auf der Straßenseite dem Feld gegenüber eng besetzt. Die Braterteams hatten alle Hände voll zu tun, die knusprigen Kartoffelpuffer frisch nach dem Motto "A wie Abschälen bis Z wie Zubereiten" nach einem alten, hier in der Region überlieferten Rezept herzustellen.

Die Stimmung unter den Sammlern war bei herrlichem Herbstwetter sehr gut. Man sah allen an: Das Buddeln war für sie keine Arbeit, sondern ein Vergnügen. Dazu trug auch das hier allseits bekannte Bla-Mu-Echo mit zünftiger Oktoberfestmusik bei.

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