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Kruger Tierfreundin rettet jungen Fischreiher

Gerettet: Doris Schröder und der junge Reiher
Gerettet: Doris Schröder und der junge Reiher © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 29.09.2016, 06:27 Uhr
Kruge (MOZ) Doris Schröder und ihre Tochter Ines aus Kruge lieben Tiere über alles. Auf dem Hof tummeln sich Ziegen, Enten, Hühner, Kaninchen und natürlich auch ein Hund. Für ihre Tierliebe ist Doris Schröder bekannt. "Ein junger Mann der in der Trift wohnt, kam vorbei und meinte: "Da läuft ein komischer Vogel herum'", berichtet Doris Schröder. Als eine Nachbarin sie am nächsten Tag zum Frühstück einlud, sah sie den Vogel mit eigenen Augen. Er hüpfte drei Häuser weiter auf den Hof. "Seine Flugfedern waren nur angedeutet", berichtete die Krugerin. Der Vogel war noch jung. "Ich dachte zuerst an einem Kranich", sagt Doris Schröder. Ob er aus dem Nest gejagt wurde, fragte sie sich.

Sie schnappte sich den Vogel und trug ihn nach Hause,wo sie ihn in eine leere Kaninchenbuchte steckte und ihm zunächst Wasser gab. Ganz widerstandslos ließ er die Prozedur nicht über sich ergehen, sondern hackte zweimal mit seinem spitzen Schnabel auf seine Retterin ein.

Inzwischen war Tochter Ines Schröder Zuhause eingetroffen und klärte ihre Mutter auf, dass es sich wohl um einen Fischreiher handelt. Doch wohin mit dem Findelkind?

Doris Schröder versuchte es bei der Wildtierstation in Melchow, musste jedoch erfahren, dass Andreas Valentin noch seine Tierarztpraxis betreibt, die Station jedoch geschlossen ist.

Anschließend versuchte sie ihr Glück beim Zoo Eberswalde, sei aber dort abgeblitzt. Bevor er für den großen Teich zugelassen werde, müsste er zuerst in Quarantäne. Das Ordnungsamt des Amtes Falkenberg-Höhe gab ihr den richtigen Tipp: den Naturschutzbund (NABU) Berlin. "Der Mann am Telefon war sehr nett und hat sich sehr um mich bemüht", berichtete Doris Schröder. Er fragte nach einem See mit Unterholz und Büschen am Ufer, wo sich der Vogel verstecken kann.

Doris Schröder entschied sich, ihn zum Teufelssee nahe Kruge zu bringen. Mit ihrer Tochter machte sie sich auf den Weg. "Weil er kiebig wurde, habe ich ihm noch ein Küchenhandtuch über den Kopf gestülpt", berichtet die Krugerin. Dann sei der Vogel aber ganz ruhig geworden und habe den Transport, ohne Widerstand zu leisten, über sich ergehen lassen. Mutter und Tochter suchten eine passende Stelle, um den Vogel freilassen zu können. "Dann stand er da, stakte herum stand plötzlich wie erstarrt da", erzählt Doris Schröder, die schon dachte, dass es ihm nicht gut gehe.

Doch plötzlich schnellte sein Schnabel vor, und er hatte eine Kaulquappe oder einen kleinen Fisch gefangen. Der kleine Reiher war also schon in seinem Element angekommen. Doris Schröder wurde sofort klar, dass dieser Lebensraum für ihn der beste war, um ein ausgewachsener Vogel zu werden. Das Buschwerk bot dem noch flugunfähigen Vogel Schutz, der See Nahrung.

Ob sie ihn wohl wiedersehen wird? Auf dem Hof warten die Ziegen, die bei Doris Schröder eines natürlichen Todes sterben. Mit ihnen nimmt sie an Jubiläums-Umzügen in der Region teil. "Wir stellen Flucht und Vertreibung 1945 dar", berichten die beiden Frauen.

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