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Nach der Arbeit geht's aufs Feld

Verkaufsraum vor dem Hof: Maxi Kummetat und Martin Mittelstädt in ihrem offenen Laden mit der Kasse des Vertrauens an der Dorfallee in Liebenthal.
Verkaufsraum vor dem Hof: Maxi Kummetat und Martin Mittelstädt in ihrem offenen Laden mit der Kasse des Vertrauens an der Dorfallee in Liebenthal. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 30.09.2016, 04:00 Uhr
Liebenthal (OGA) Der Feierabend ist für Martin Mittelstädt zugleich auch Arbeitsbeginn. Denn der Liebenthaler ist Landwirt im Nebenerwerb.

Wenn er nach der Arbeit in der Liebenwalder Kita - Mittelstädt ist staatlich anerkannter Erzieher -nach Hause kommt, tauscht er Jeans und T-Shirt gegen eine Latzhose. Es geht raus, entweder in den Garten, auf die Wiese, den Acker, in den Stall oder die Werkstatt. "Arbeit ist immer", sagt der 33-Jährige, während sich auf seinem Gesicht ein breites Lächeln abzeichnet. "Landwirt ist man aus Leidenschaft, oder eben nicht", stellt er klar. "Ich habe das nicht anders kennengelernt, und ich mag es." Seine Lebensgefährtin, Maxi Kummetat, gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, stimmt ihm mit einem Nicken zu.

Knapp zehn Hektar bewirtschaftet Martin Mittelstädt auf seinem Hof in Liebenthal, den er von seinen Eltern übernommen hat. "Es gab auch mal eine Auszeit, da habe ich in einer Zweieinhalbzimmerwohnung gelebt, sogar fast fünf Jahre lang. Aber das Richtige war es nicht. Nun bin ich hier, und hier fühle ich mich zu Hause."

Dabei streitet Mittelstädt gar nicht ab, dass es schwierig ist, seinen Beruf als Erzieher und die Tätigkeit als Landwirt unter einen Hut zu bekommen. Auf der einen Seite ist der normale Arbeitstag, auf der anderen Seite Saat und Ernte sowie die Pflege und Versorgung der Tiere. Neben Hund und Katze, die zum Hof gehören, stehen im Stall auch noch Pferde. "Da kann ich nicht einfach sagen, das mache ich später. Die Tiere müssen versorgt, das Feld bestellt werden", so Mittelstädt. Dennoch ist er mit der Situation nicht unzufrieden. "Es ist auch ganz angenehm, nicht gänzlich von der Natur, dem Wind und Wetter abhängig zu sein", sagt er. "Ich kann eine Missernte durchaus wegstecken, auch wenn sich niemand so etwas wünscht."

Kartoffeln, Getreide und dieses Jahr sogar Kürbisse hat Mittelstädt angebaut. "Ich bin kein Biobauer. Ich setze aber auf Nachhaltigkeit und verzichte auf chemische Substanzen", erklärt er seinen Ansatz. Insofern sei er bei der Suche nach einer Abwechslung in der Fruchtfolge eben auf die Kürbisse gekommen." Deutsche Riesen, Blaue Kürbisse, Bischhofsmützen und Hokkaidokürbisse sind auf dem Feld zu finden. "Ich war erst skeptisch, ob sie wachsen, denn im vergangen Jahr wollten sie nicht." Doch dieses Jahr hatte Martin Mittelstädt Glück und hofft auf rund 1 800 Früchte, die ihm im Ganzen hoffentlich einen Ertrag von bis zu fünf Tonnen bescheren werden.

Die Hokkaidokürbisse lassen sich gut für Suppen verwenden, zumal auch die Schale püriert und mitgegessen werden kann, so der Fachmann. Das Fruchtfleisch der Deutschen Riesen lässt sich hingegen besser für Marmeladen oder als süß-saures Dessert verwenden. Meist jedoch kommen die großen Dinger erst Ende Oktober zu Halloween zu neuen Ehren, wenn sie ausgehöhlt und mit einem Gruselgesicht verziert werden.

Zu haben sind die Kürbisse, aber auch Kartoffeln, Birnen sowie anderes Obst und Gemüse auf dem Mittelstädtschen Hof an der Dorfallee 28 in Liebenthal. Sofern nicht größere Mengen geordert werden, gibt es eine Kasse des Vertrauens. Einfach die Früchte aussuchen und den angegebenen Betrag in die Kasse legen, erklärt der Landwirt! Bestellungen können unter der Rufnummer 033054 839963 aufgegeben werden.

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