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Kummerow als Aushängeschild für grenzübergreifendes Umweltkonzept

Grüne Kirche

© Foto: privat
Oliver Schwers / 30.09.2016, 07:15 Uhr
Kummerow (MOZ) Für die Komplettsanierung der dringend reparaturbedürftigen Kirche von Kummerow sind soeben die Fördermittel von 270 000 Euro bewilligt worden. Das ist Anlass für ein erstmals stattfindendes ökumenisches deutsch-polnisches Erntedankfest.

Grüne Kirche - so heißt das Projekt der evangelischen Kirche. Doch Pfarrer Justus Werdin lässt das Kummerower Gotteshaus nicht etwa grün anstreichen. Vielmehr geht es um ökologische Nachhaltigkeit. Was das mit Kirche zu tun hat? Sehr viel mehr als auf den ersten Blick erkennbar. Schon längst hat die Landeskirche ein stark beachtetes Umweltkonzept entwickelt. Es geht um Müllvermeidung und -trennung, um die Energie der Zukunft, um Klima und Boden. Und auch um das knapper werdende Wasser.

Der frisch im polnischen Chojna angestellte Pfarrer Jan Zalewski von der dortigen katholischen Kirche vertritt offiziell solche Nachhaltigkeitsgedanken, übernommen von der dänisch-lutherischen Staatskirche. Er wird am 1. Oktober gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Pfarrer Justus Werdin erstmals ein deutsch-polnisches ökumenisches Erntedankfest in Kummerow abhalten.

"Wir wollen eine neue Zusammenarbeit in der Grenzregion auf ökologischem Level", erklärt Werdin die Hintergründe der Grünen Kirche. Schon längst ist die Diskussion über solche Themen entfacht. Denn die Kirche gehört zu den größten Landeigentümern. Deshalb geht das neue Projekt auch weit über die eigentliche Kirchengemeinde Kummerow hinaus. Einbezogen sind der gesamte Ort mit seinen Einwohnern und natürlich die Pächter des Kirchenlands. In einem weiteren Schritt wendet man sich an Jugendliche. Die inhaltliche Ausstrahlung des Nachhaltigkeitsgedankens soll bis Angermünde, Schwedt und Chojna reichen. "Es geht ja auch um Wasser", sagt der Pfarrer. "Und in gewisser Weise verbindet uns die Oder als Lebensstrom."

Beim Erntedankfest wird Justus Werdin ein lang erwartetes Papier zücken. Es ist der Förderbescheid über 270 000 Euro für die seit Jahren erhoffte Sanierung der Kummerower Dorfkirche. Die befindet sich in einem viel beschriebenen schlechten Zustand. "Zum Gott erbarmen", sagen manche Gemeindeglieder. Nachdem in früheren Jahren wenigsten die gröbsten Löcher repariert waren, startet nun eine Grunderneuerung von Dach, Fassade und Innenraum. Das Geld - 75 Prozent des Gesamtvorhabens - stammt aus EU-Mitteln und soll der dörflichen Entwicklung zugute kommen. "Weil die Dörfer das eben wert sind", sagt Werdin. "Wir müssen jetzt zeigen, wie das Dorf als Erlebensort Zukunft hat. Und näher als hier kommt man an die Lebensprozesse nicht heran." Außerdem benötige das direkt vor den Toren befindliche Schwedt auch solche kleinen Orte.

Er muss es wissen, hat er doch 30 Jahre seiner Dienstzeit auf dem Lande verbracht - in Greiffenberg. Der Förderbescheid ist für ihn deshalb auch ein persönliches Geschenk, eine der letzten Amtshandlungen. Denn ab November verlässt der sehr gut Polnisch sprechende Pfarrer die Uckermark, um die Ökumene und die deutsch-polnische und osteuropäische Zusammenarbeit in der evangelischen Landeskirche zu unterstützen. Sein Arbeitsort ist dann Berlin. Die Nachfolge in Kummerow soll später Pfarrer Gunter Ehrlich übernehmen. Mitsamt der Grünen Kirche.

Erntedankfest mit Projektvorstellung Grüne Kirche, Kummerower Kirche, 1. Oktober , 15 Uhr

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