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Sogar "Trappatoni" spielte mit

Tänzerische Verführung der Bewacher des gefangenen Johann von Quiztow als eine List zu dessen Befreiung.
Tänzerische Verführung der Bewacher des gefangenen Johann von Quiztow als eine List zu dessen Befreiung. © Foto: weber
Simone Weber / 30.09.2016, 10:00 Uhr
Garlitz (MOZ) Vor drei Jahren hatten Maria und Friedrich Eckle die Idee zur Aufführung eines Garlitzer Schauspiels. "Bei Recherchen über den Ort stießen wir auf eine Begebenheit aus dem Jahr 1416 über militärische Auseinandersetzungen zwischen den im Havelland ansässigen raubritterlichen Adeligen wie derer von Quitzow und dem seit einem Jahr als Kurfürsten belehnten Friedrich I., ein Hohenzoller". Diese Episode haben die beiden nun für ein Theaterstück verarbeitet, das am vergangenen Wochenende auf einer selbst gezimmerten Bühne auf dem Dorfanger aufgeführt wurde.

"Wir sind mehr als zufrieden", so Friedrich Eckle. "Zur Premiere am Freitag kamen über 100 Zuschauer. Ebenso am Sonntag. Am Samstag war die Aufführung mit 300 Karten ausverkauft." Nach der Premiere wurde etwas gemeinsam gefeiert. "Jetzt genießen wir erst einmal die freie Zeit", so Maria Eckle. "Im November haben wir mit den Vorbereitungen für das Schauspiel begonnen. Seit die Bühne im April steht, haben wir jeden Sonntag geprobt."

Als gelungen bezeichnete auch Ortsvorsteherin Gudrun Lewwe das Stück. Sie selbst tanzte mit Frauen der Trachtengruppe des Ortes, "Blick ins Land", im Schauspiel mit. "Das halbe Dorf hat in irgendeiner Form mitgemacht. Auch viele Neu-Garlitzer haben sich erstmals ins Dorfleben eingebracht. Die Vorbereitungen und Proben waren ein richtiges Familienfest - mit Kind und Kegel."

Neben den drei Aufführungen des 90-minütigen Stücks fand am Samstag ein kleiner Mittelaltermarkt statt. Trödelhändler belebten den Dorfplatz. "Wir haben seit Freitag hier in unserem Zeltlager übernachtet", sagte Sigrid Feuerherdt. Mit ihrem Ehemann Lutz findet man die Mittelalterfans beispielsweise auch auf dem Rathenower Schwedentag. Die Rathenower Spinnweben und ein Besenbinder zeigten alte Handwerkskunst. Nach der Aufführung am Samstag hatten rund 100 Gäste zusätzlich Karten für ein Mittelalter-Menü im Festzelt gekauft. Hauptgericht der Drei-Gänge-Mahlzeit war Gulaschsuppe aus dem Brotlaib.

Das selbst geschriebene Schauspiel um die Kämpfe um die Herrschaft in der Mark Anfang des 15. Jahrhunderts in und um Garlitz war eine wirklich gelungene Aufführung. Die zwei Rathenower Amateurschauspielgruppen hätten "Garlitz 1416" wohl nur durch ihre Routine und langjährige Erfahrung besser aufführen können. Von den Garlitzern war der Grundschüler Bruno Rothe, der bereits kürzlich im Musical der Kreismusikschule "Frei wie der Wind!" mitspielte, noch der routinierteste Akteur. Der Text des Stücks, welches um eine fiktive Liebesgeschichte bereichert wurde, steckte voller Anspielungen an Ereignisse und Personen unserer Zeit. Natürlich hatte auch der havelländische Luchvogel, eine gehäkelte Großtrappe namens "Trappatoni", einen Auftritt.

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