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Altbarnimer von Lkw-Verkehr genervt

Lager voll, Tore zu: Die Zufahrt zur Biogasanlage in Kleinbarnim ist noch immer nicht geklärt. Die schmale Dorfstraße von Kleinbarnim ist damit überfordert.
Lager voll, Tore zu: Die Zufahrt zur Biogasanlage in Kleinbarnim ist noch immer nicht geklärt. Die schmale Dorfstraße von Kleinbarnim ist damit überfordert. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 02.10.2016, 06:33 Uhr
Altbarnim (MOZ) Die Einwohner von Klein und Groß Barnim haben die Nase voll. Tag und Nacht sind in der vorigen Woche die schweren Lkw durchs Dorf gefahren, um die Lager der Biogasanlage aufzufüllen. Die Fahrzeuge eines Landwirtes aus Altranft nahmen dabei wenig Rücksicht, protestierten die Anwohner.

"Wer bezahlt die Schäden an der Straße?" Das war eine der Fragen, die die Einwohner von Altbarnim am Donnerstag ihren Gemeindevertretern stellten. Mario Hirschbein, der in Vertretung des Bürgermeisters die Versammlung leitete, konnte nichts dazu sagen, wie es mit dem seit 16 Jahren andauernden Problem der Zufahrt zur Biogasanlage weiter geht. Und auch auf Nachfrage bei der Amtsverwaltung war nicht viel Neues zu erfahren. "Ziel der Gemeinde war, mit dem Betreiber der Biogasanlage darüber zu verhandeln, eine neue Zufahrt vom Reiterhof aus zu bauen. Dazu sollte das angekündigte Flurneuordnungsverfahren genutzt werden, das sich im Westen an das laufende Neubarnimer Verfahren anschließt. Dafür wäre eine Förderung des ländlichen Wegebaus möglich. Mit dem Biogasanlagenbetreiber sollte vereinbart werden, dass er sich an den Kosten des Eigenanteils beteiligt", informierte Barnim-Oderbruchs Amtsdirektor Karsten Birkholz am Freitag.

Dafür scheinen die Chancen jetzt schlecht zu stehen, wie Ortsvorsteherin Steffi Albrecht erfahren hat. Denn für die Biogasanlage der Firma GGW GreenGas Wriezen GmbH & Co. KG in Altbarnim wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Knut Rebholz von der Berliner Kanzlei Mönning & Partner. Da es sich um ein so genanntes starkes vorläufiges Insolvenzverfahren handelt, ist Knut Rebholz auch verwaltungs- und verfügungsberechtigt und somit auch Partner für alle Fragen für die Gemeindevertretung im Interesse einer Lösung des Zufahrtsproblems. Rechtsanwalt Tino Schweizer von der Berliner Kanzlei Mönning & Partner erklärte, warum die Lager der Anlage trotz des vorläufigen Verfahrens gefüllt wurden: "Ziel des Verfahrens ist es gerade, den laufenden Geschäftsbetrieb zu sichern, um damit auch Gläubigeransprüchen genügen zu können.

Für die Altbarnimer ist die Situation völlig unbefriedigend. Uwe und Monika Hannemann und andere Bürger schilderten die Zustände, die die Benutzung der Dorfstraße durch die Lkw bedeutet. Dringend fordern sie eine Tonnagebegrenzung für Kleinbarnim. Außerdem sollte das bestehende Nachtfahrverbot für die Anlage durchgesetzt werden. "Muss denn erst ein Kind unter die Räder kommen?", mahnte ein Altbarnimer. Zudem sollte geprüft werden, ob die Anlage überhaupt über die notwendigen Genehmigungen verfügt.

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