Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Demo für bessere Straßen in Neuzeller Ortsteilen

Protestmarsch: Mehr als 100 Demonstranten zählten die Organisatoren der Bürgeriniative "Ortsumgehung Neuzelle" bei der Kundgebung am späten Montagnachmittag.
Protestmarsch: Mehr als 100 Demonstranten zählten die Organisatoren der Bürgeriniative "Ortsumgehung Neuzelle" bei der Kundgebung am späten Montagnachmittag. © Foto: MOZ
Hubertus Rößler / 10.10.2016, 20:18 Uhr - Aktualisiert 12.10.2016, 14:14
Möbiskruge (MOZ) Mehr als 100 Menschen haben am Montagnachmittag für eine zügige Instandsetzung der Straßen in den vom Umleitungsverkehr betroffenen Ortsteilen demonstriert. Zu der Protestveranstaltung, die von Möbiskruge nach Kobbeln und zurück führte, hatte die Bürgerinitiative "Ortsumgehung Neuzelle" aufgerufen.

Spurrillen, Risse im Asphalt und Schlaglöcher - die Ortsdurchfahrten vieler Gemeinden im Amt Neuzelle haben schon weitaus bessere Zeiten erlebt. Und in den vergangenen sechs Monaten verschlechterte sich der Zustand vieler Straßen noch erheblich. Grund sind die seit April andauernden Arbeiten an der B112 in Neuzelle, die weiträumige Umleitungen zur Folge haben. Der Verkehr rollt nun durch Ortsteile wie Möbiskruge, wo am Montag eine Demonstration für eine zügige Instandsetzung der Umleitungsstrecken startete und endete. "Wir möchten mit dieser Aktion die Landesregierung an ihr Versprechen erinnern, dass die beschädigten Straßen nach Ende der Arbeiten und der damit verbundenen Umleitung wieder repariert werden", erklärt Reinhard Schulz von der Bürgerinitiative.

Demonstration für sanierenden Straßenausbau und für den Bau der Ortsumgehung - gegen kaputte Straßen durch massive Verkehrsumleitung durch die Ortschaften in Neuzelle und Umgebung.
Bilderstrecke

Demonstration in Möbiskruge

Bilderstrecke öffnen

Dem Aufruf zu der zweistündigen Demonstration folgten mehr als 100 Menschen - neben betroffenen Anwohnern auch zahlreiche Politiker wie Eisenhüttenstadts Bürgermeisterin Dagmar Püschel. "Ich bin sehr beeindruckt, wie viele Teilnehmer gekommen sind. Wer sich fragt, warum ich heute auch mit dabei bin: Ich sehe uns als eine Region und viele der LKW kommen ja aus Eisenhüttenstadt. Nachdem die Anbindung an den Norden mittlerweile gut ist, muss auch endlich der Süden eine vernünftige Umgehungsstraße erhalten", sagt Dagmar Püschel.

Darauf hofft auch Neuzelles Amtsdirektor Hans-Georg Köhler: "Es muss sich endlich etwas tun. Darüber hinaus dürfen wir aber eben auch nicht vergessen, die Umleitungsstrecken wieder instand zu setzen. In manchen Ortsteilen gibt es nicht einmal Gehwege, da ist eine Erneuerung besonders wichtig." Aus Potsdam habe man noch keine Reaktion auf die Forderungen erhalten. "Deshalb machen wir heute noch einmal auf uns aufmerksam. Die kleinen Dörfer dürfen von der Politik nicht vergessen werden", betont Köhler.

Dies bekräftigt auch Neuzelles Bürgermeister Dietmar Baesler. "Nichts ist bei dieser Sache wichtiger als Aufmerksamkeit. Wir warten seit vielen Jahren auf die Ortsumgehung. Wenn sie schon da wäre, bräuchten wir hier heute nicht stehen und für eine Sanierung der Umleitungsstrecken demonstrieren. Die Straßen sind teilweise wirklich in einem erbärmlichen Zustand"

Unter den Teilnehmern ist auch Dieter Matysiak. "Von der heutigen Problematik bin ich zwar als Neuzeller nicht direkt betroffen, aber wenn bei uns die Bauarbeiten zu Ende sind, kommen wieder bis zu zweihundert Lastwagen bei uns am Haus vorbei. Ein Erholungsort ist Neuzelle bei diesem Verkehr nicht mehr", meint er. Und neben ihm ergänzt Wilfried Lucas: "Ich bin extra aus Berlin aufs Land gezogen, um Ruhe genießen zu können. Doch davon bin ich in Neuzelle mittlerweile weit entfernt. Der Schwerlastverkehr hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und beeinträchtigt die Lebensqualität schon sehr stark", erzählt der Neuzeller.

Mit auf den zweistündigen Protestmarsch machten sich auch viele Möbiskruger. "Seit die Umleitung hier lang geht, ist der Verkehr unerträglich geworden. Die meisten Lkw fahren leider nicht die vorgeschriebenen 30 km/h - vor allem nicht nachts. Unser Schlafzimmer ist nur einen Meter von der Straße entfernt und es wackelt jedes Mal, wenn ein Lastwagen vorbeifährt", berichtet Rosa Höhn. Und Heidemarie Penquitt berichtet von zahlreichen Schlaglöchern und Gefahren für Radfahrer und Fußgänger im Dorf.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG