Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

DDR-Museum zeigt auch Premnitzer Produkte

Auch in Weida kamen Produkte aus Premnitz zum Einsatz.
Auch in Weida kamen Produkte aus Premnitz zum Einsatz. © Foto: Wittstock
Peter Wittstock / 15.10.2016, 09:42 Uhr
Döberitz (MOZ) "Jaaa, das hatten wir auch!", tönte es bereits bei Eintritt in das in Döberitz beheimatete DDR-Museum am vorigen Sonntag entgegen, als sich mehrere Besucher mittleren Alters über das Plastespielzeug unterhielten, mit dem sie vor 40 Jahren selbst spielten. Wer zum ersten Mal in die etwa 400 Quadratmeter großen Innenräume des Museums tritt, ist stark beeindruckt. Von der Vielfalt der Artikel (etwa 100.000 schätzt man) und der unermüdlichen Kleinarbeit, die Betreiber und Eigentümer Manfred Hüsges zusammen mit Peter Klapp in die gesamte Ausstellung gesteckt hat. Alles mit viel Liebe auf Vordermann gebracht und gut sortiert dargeboten. Premnitz und Rathenow mit ihren wirtschaftlichen Traditionen und Produkten sind gebührender Platz im Museum eingeräumt worden.

Von Anfang Mai bis Ende Oktober gibt es jeweils vier Wochen lang zusätzliche Sonderausstellungen. Die letzte dieses Jahres, die am Sonntag eröffnet wurde, ist mit "Textilien der DDR" überschrieben. In Döberitz als Ortsteil von Premnitz über Textilien zu reden, wäre wie Eulen nach Athen tragen. Denn das ehemalige Chemiefaserwerk, mit seinen damals mehr als 7.000 Beschäftigten, war zu DDR-Zeiten einer der größten Chemiefaserstoff-Produzenten Europas. Diese Kunstfasern wurden in Brandenburg, Weida und vielen anderen Orten bis zum Endprodukt weiter verarbeitet.

Wolpryla 65 wurde beispielsweise für Ober- und Untertrikotagen verwandt, für Dekorstoffe genutzt, aber auch zu Kleidern und Anzügen verarbeitet. Die Ausstellung in Döberitz zeigt zahlreiche Exponate davon.

Auch Grisuten-Fasern wurden für Anzugs- oder Plisseestoffe verarbeitet. Dederon-Erzeugnisse fanden sich damals in Teppichen, Möbelstoffen und Damenunterwäsche wieder. Regan-Prezenta-Artikel wurden unter anderem zu Nachtwäsche, Damenstrümpfen und Miederwaren verarbeitet und sogar für

Regenschirmbespannung genutzt. Viele Artikel der Döberitzer Ausstellung können in der DDR Geborene an den eigenen Kleiderschrank erinnern.

Manfred Hüsges, der Mönchengladbacher mit trockenem Humor, lässt nichts unversucht, mit immer neuen Sachen und Ideen weitere Gäste in sein Museum zu bewegen. Immer unpolitisch, stets auskunftsfreundig, aber auch wissbegierig fragend. Freunde mit besonderen Vorlieben für Modelleisenbahnen, DDR-Fahrzeuge, Rundfunk- und Fernsehgeräte, Spielzeug, Technik, Waschmittel, Schnäpse und typischem DDR-Schnickschnack dürfen die Ausstellung in Döberitz gegenüber dem Norma-Markt, Bammer Weg, nicht versäumen. Die dortige Außenreklame ist momentan auf ein Minimum reduziert. Weil die gezeigten Exponate im Grunde die Generationen verbindet, ist der Besuch auch für Familien empfehlenswert. Rentner und Kinder haben dort gleicher Maßen ihre Freude.

Geöffnet hat das DDR-Museum noch bis 30. Oktober, mittwochs bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr. Gruppen können auch außerhalb dieser Zeiten Besuchstermine vereinbaren. Von November bis Ende April bleibt das Museum geschlossen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG