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Fünf kleine Männer verstärken Jamikow

Babyrunde: Ortsvorsteher Jörg Gerber (r.) freut sich über fünf Neuankömmlinge.  Es kamen Janine Apel mit Collin, Steven Wenk und Marlen Schröder mit Nils und Thorben (hinten, v.l.) sowie Nicole Ludwig mit Keo und Eileen Meuler mit Dean vorn, v.l.).
Babyrunde: Ortsvorsteher Jörg Gerber (r.) freut sich über fünf Neuankömmlinge. Es kamen Janine Apel mit Collin, Steven Wenk und Marlen Schröder mit Nils und Thorben (hinten, v.l.) sowie Nicole Ludwig mit Keo und Eileen Meuler mit Dean vorn, v.l.). © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 19.10.2016, 06:30 Uhr
Jamikow (MOZ) Das Statistische Bundesamt vermeldete am Dienstag aktuell die höchste Geburtenrate seit 1982. Der Trend ist auch in Jamikow spürbar. Dieser Tage wurden die Babys dieses Jahres vom Ortsvorsteher Jörg Gerber und seinen Helfern willkommen geheißen.

Seite an Seite standen im Saal des Jamikower Gutshauses die Kinderwagen. Fünf neue kleine Einwohner hat der Passow-Wendemarker Ortsteil 2016 bekommen, darunter Zwillinge. Alle fünf sind Jungs. Wie stolz man darüber ist, zeigte sich an der liebevoll dekorierten Tafel, die Einwohner mit selbstgebackenen Kuchen und kreativ gestalteten Willkommens-Kerzenhaltern gedeckt hatten. Dafür bedankte sich der Ortsvorsteher bei allen Helfern und speziell bei Barbara Pankow und Annette Gutschke.

Die vier Familien waren mit ihren Sprösslingen zum gemütlichen Kaffeetrinken eingeladen worden. Teilweise kamen auch die Väter und Geschwister mit. "Wann haben wir schon mal fünf Kinder in einem Jahr", meinte Jörg Gerber in seiner kleinen Begrüßungsansprache. "Das letzte Mal bestimmt vor der Wende." Kinder seien das Leben des Dorfes. "Sie halten uns in Schwung, bringen Freunde, ab und zu auch mal Ärger. Sie haben sich viel Mühe gegeben", meinte er an die Eltern gerichtet, und: "weiter so!"

Für die Mütter gab es einen Blumenstrauß und für die Babys ein Päckchen mit nützlichen Dingen wie Windeln, Feuchttücher, ein Buch sowie mit einem Einkaufsgutschein. Die Kinder sind in drei verschiedenen Krankenhäusern geboren, nämlich in Schwedt, Pasewalk und Eberswalde. Trotzdem hatten sie alle dieselbe Hebamme.

In Jamikow gibt es recht viele Kinder. Von den 170 Einwohnern sind 23 unter 17 Jahre alt. Die Lebensbedingungen sind gut. Unlängst wurde ein neuer Spielplatz gebaut. Der Zusammenhalt im Dorf ist groß. "Es lebt sich hier total entspannt", berichtet Nicole Ludwig, die mit ihrem Mann Thomas nun das zweite Kind bekommen hat. "Meine vierjährige Tochter kann ich beruhigt draußen spielen lassen. In unserer Straße hat sie gleichaltrige Spielkameraden. Und wenn die Glocke läutet, weiß sie, dass es ist Zeit ist, nach Hause zu gehen." Söhnchen Keo kam vor dreieinhalb Monaten zur Welt - ein ganz lieber und entspannter Bursche, der meistens lacht. Dass die Kinder im Ort bekannt sind, und man keine Angst haben muss, sei der Vorteil, wenn man auf dem Dorf wohnt, bestätigte Eileen Meuler. Sie und ihr Freund Daniel Skoczylas sind vor sieben Wochen das erste Mal Eltern geworden. Einen großen, Bruder von fast drei Jahren namens Jannik hat dagegen schon der Sprössling von Janine und Thomas Apel. Collin kam vor drei Monaten zur Welt.

Mit fünf Wochen sind die Zwillinge Thoren und Nils von Marlen Schröder und Steven Wenk die jüngsten Jamikower. Inzwischen haben sie schon ordentlich zugenommen. 3800 Gramm wiegt Thorben, 3400 Gramm sein Bruder Nils. "Sie sind sehr pflegeleicht, schlafen viel und schreien nur, wenn sie Hunger haben", berichtet die Mutti. Davon konnte man sich überzeugen. Für den Fototermin nahmen die Eltern die beiden aus dem Zwillingswagen. Danach ratzten sie sofort friedlich weiter. Der Papa wollte Zwillinge haben und hat sie bekommen, erzählte Marlen Schröder. Die Chancen standen gut, in seiner Familie gab es schon Zwillinge.Der junge Vater packt bei der Betreuung der Kleinen einschließlich dem Windelnwechseln auch tüchtig mit zu.

Das junge Elternpaar sind erst im vergangenen Jahr nach Jamikow gezogen, in das Haus von Stevens Oma. So wie sie kommen immer wieder junge Leute zurück. Einige bauen Häuser. "Wir haben seit Jahren eine stabile Einwohnerzahl", freut sich Jörg Gerber.

Seit anderthalb Jahren liegt ein Storchennest zum Aufstellen bereit. Bislang wurde noch kein idealer Ort dafür gefunden. Der Ortsvorsteher meinte, dass man den Storch auch gar nicht herlocken müsse, denn Jamikow hat fruchtbaren Boden. Stimmt wohl, die nächsten Kinder sind schon unterwegs, sodass aus der Premiere der Babybegrüßung eine Tradition werden könnte.

Einziger Knackpunkt bei der Kinderschar ist die Unterbringung in einer Kindertagesstätte nach der Elternzeit. "Die Kita in Passow ist voll belegt. Die Chancen stehen nicht gut", berichtete Eileen Meuler, die ihr Kind schon angemeldet hat. Der Weg nach Pinnow oder Landin ist von Jamikow ziemlich weit. Vielleicht findet sich ja bei den guten geburtenfreudigen Aussichten eine Tagesmutti. In der Runde wurde das schon mal diskutiert.

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