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Harleys in den Gosener Bergen

Schadlos über den Winter: Robert Rentsch, Inhaber der Motorradwerkstatt Rough Cycles in den Gosener Bergen koppelt die Harley-Batterie, damit sie sich während der Stilllegung nicht entlädt.
Schadlos über den Winter: Robert Rentsch, Inhaber der Motorradwerkstatt Rough Cycles in den Gosener Bergen koppelt die Harley-Batterie, damit sie sich während der Stilllegung nicht entlädt. © Foto: MOZ
Anke Beißer / 20.10.2016, 06:05 Uhr
Gosen (MOZ) Spätestens die Witterung dieser Tage kündigt es an: Die Saison der Motorradfahrer neigt sich dem Ende zu. Es wird Zeit, das geliebte Zweirad ins Winterquartier zu bringen. Einige Werkstätten in der Region bieten diese Möglichkeit - zum Beispiel "Rough Cycles" in den Gosener Bergen.

Seit zwei Jahren gibt es für Zweiradfahrer, deren Gefährt etwas aus dem Takt geraten ist, eine hilfreiche Adresse. Denn im Bergpark Gosen ist seither die Werkstatt "Rough Cycles" beheimatet. Wer die Wohnblocks hinter sich gelassen hat, dem fallen die aufgereihten Motorräder ins Auge. Sie stehen vor einer Werkstatt, aus deren Inneren Heavy-Metall-Musik klingt. Beim genauen Hinsehen fällt auf, dass es offenbar vor allem Harleys sind, die hier wieder in Schuss gebracht oder gar zu komplett neuem Leben erweckt werden. Keines der Gefährte gleicht dem anderen. Da sind sehr viel Liebe zum Detail, Ideenreichtum und ein Quäntchen Nostalgie im Spiel. Und der Name der Firma "Rough Cycles" - "Unperfekte Räder" - ist Programm. Denn, wie Firmengründer Mike Poguntke erzählt, dürfen, bei aller Akribie im Umgang mit dem Maschinen, Schweißnähte und ähnliches sichtbar bleiben. "Jedes Motorrad hat seine Geschichte. Und die wollen wir erhalten."

Der 43-Jährige ist eigentlich Theatermeister. Vor zehn Jahren hat er angefangen, seine erste Harley zusammenzuschrauben. Vor fünf Jahren entschloss er sich, sein Hobby zum Beruf zu machen und gründete in Berlin die Firma. Inzwischen hat er sie an Robert Rentsch, einen ehemaligen Bänker, übergeben. Als das Domizil in Prenzlauer Berg aus den Nähten platzte, musste eine neue bezahlbare Adresse her - nach langer Suche wurde es Gosen. Hier arbeitet Poguntke neben Rentsch und einem weiteren Mechaniker als Werkstattleiter und kümmert sich um die Kundenbetreuung, die Planung der Bikes, die Zusammenarbeit mit Zulieferern.

Dass ihr Herz nach wie vor maßgeblich für die Harley schlägt, daraus machen sie kein Hehl. Aber auch Moto Guzzi, Triumph und BMW bauen sie nach ihren Vorstellungen und denen der Kunden um. "Wir sind keine Katalogschrauber", sagt Poguntke. Das Endergebnis sei immer einzigartig. Da werden auch mal Modelle gemischt, Teile, die nicht passen, passend gemacht. "Dann muss der TÜV es prüfen und letztlich ein Gutachter bestätigen, dass alles sicher ist." Für so ein Gefährt, das für sie als Aushängeschild der Firma fungiert, braucht es ordentlich Zeit. Mal reichen drei Monate, mal wird es ein Jahr.

Um das stemmen zu können, braucht es das Tagesgeschäft. "Wir sind auch eine ganz normale typenoffene Werkstatt, was die grundlegenden Dienstleistungen anbelangt." Ölwechsel und Wartung gehören genauso zum Serviceangebot wie das Einlagern von Motorrädern über den Winter. "Wir haben da auch noch freie Kapazitäten", sagt Robert Rentsch. Die Kosten liegen bei 25 bis 35 Euro pro Monat, je nachdem, wie viel Platz ein Gefährt einnimmt. Zudem könne ein Service- und Wartungspaket gebucht werden.

Unterstellmöglichkeiten für Zweiräder gibt es auch andernorts. Eine bekannte und deshalb fast ausgebuchte Adresse ist das Fahrzeugcenter Andreas Woratschek in Woltersdorf. Bei ihm kostet die Einlagerung - ebenfalls abhängig von der Größe - zwischen 20 und 40 Euro im Monat. Gleichsam kann ein Service in Auftrag gegeben werden. Worum sich generell gekümmert wird, ist die Batterie, damit jeder Kunde im Frühling problemlos vom Hof fahren kann.

In Fürstenwalde gibt es in der Bahro-Bike-Bude noch ein paar freie Winterquartiere. "Wir können so 25 bis 30 Motorräder aufnehmen", heißt es auf Nachfrage. Kostenpunkt: 35 Euro im Monat, egal, welches Gefährt. Jedes Zweirad werde mit einer Folie abgedeckt, im Frühjahr zwei Tage "gelüftet" und auf Fahrtauglichkeit gecheckt wieder heraus gegeben.

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