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Wie lange backt Julio noch Kameruner?

Flüchtling Julio Kengne (re.) aus Kamerun fühlt sich in der Backstube der Bäckerei Fischer bei den Herren Fischer senior und junior in Groß Kreutz wohl.
Flüchtling Julio Kengne (re.) aus Kamerun fühlt sich in der Backstube der Bäckerei Fischer bei den Herren Fischer senior und junior in Groß Kreutz wohl. © Foto: MZV
Thomas Baake / 30.10.2016, 08:38 Uhr
Götz (MZV) Er könnte eine Wohnung im Ort beziehen, steht gern früh um zwei Uhr auf und hat Interesse am Bäckerhandwerk. Die Rede ist vom neuen Azubi Julio Kengne in der Bäckerei Fischer inAber wie lange noch? Das Problem: Der Mann aus Kamerun ist ein Flüchtling und soll im kommenden Monat abgeschoben werden. Dabei hat der 29-Jährige einen Stempel unter seinem Ausbildungsvertrag. Eine Abschiebung des Afrikaners, der seit über einem Jahr in Deutschland ist, zurück nach Italien, wäre ein Verlust für den Betrieb von Heino Fischer. "Am liebsten arbeitet Julio am Ofen, weil es dort so schön warm ist", berichtet Fischer. Die Verantwortlichen suchen nun nach Lösungen. Auch Wirtschaftsminister Albrecht Gerber nahm sich der Problematik an. "Mir ist es lieber, nächste Woche eine gute Lösung zu haben, als morgen eine schlechte", so Gerbers Einschätzung der Lage. Die Uhr läuft also - und nicht nur die Uhr am Backofen. In Götz hat der Azubi eine neue Familie gefunden und am liebsten backt er Kameruner, auch als Kreppelchen bekannt. Die Bäcker-Branche sucht händeringend Nachwuchs. Laut Gerber werden nicht nur Maschinen gebraucht, sondern auch Menschen in den Betrieben. Sollte Julio Götz wieder verlassen müssen, hätte Heino Fischer wieder eine Ausbildungsstelle in der Bäckerei zu vergeben. Allein am Kontingent der geeigneten Bewerber fehlt es. 400 unbesetzte Ausbildungsstellen in allen Branchen hat die Handwerkskammer noch im Angebot. Heino Fischer ist im Hinblick auf die Zukunft von Julio in Götz positiv gestimmt: "Wir schaffen das." Ganz nach dem Slogan von der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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