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Töne, die wie Regen klingen

Hörenswertes: Page Woodworth an der Violine und Matthias Krohn an der Marimba spielten im Kulturgutshaus.
Hörenswertes: Page Woodworth an der Violine und Matthias Krohn an der Marimba spielten im Kulturgutshaus. © Foto: MZV
Jürgen Rammelt / 31.10.2016, 21:21 Uhr
Köpernitz (MZV) Wie gelingt es Bernd Donner immer wieder, Künstler ins Köpernitzer Gutshaus zu holen, die mit ihrer Musik ein Konzerterlebnis der besonderen Art bieten? Diese Frage mögen sich auch die rund 70 Gäste gestellt haben, die am Sonnabend das Orbis-Duo aus Lübeck erleben durften. Mit Page Woodworth an der Violine und Matthias Krohn an der Marimba, einem xylofonähnlichen Schlaginstrument, hatte der Vorsitzende des Gutshausfördervereins zwei Musiker nach Köpernitz eingeladen, die mit ihrem facettenreichen und unterhaltsamen Programm die Besucher in ihren Bann zu ziehen wussten.

Unter dem Motto "Zwischen Himmel und Erde" wurde das Konzert mit zwei Kompositionen von Matthias Krohn eröffnet. Der 60-Jährige hatte sie 2003 und 2005 in Noten gesetzt. Mit "Querkopf" und "Orbis Magicus", gespielt auf der Geige und der Marimba, war es ein gelungener Auftakt.

Aber auch die folgenden Stücke, "Asturias" aus der Suite "Espanola" von Isaac Albéniz sowie die Sonate "Es ist schönes Wetter draußen" von Paul Hindemith, spannten gemäß dem Motto einen musikalischen Bogen zwischen Himmel und Erde und entführten die Zuhörer unter anderem nach Asturien in Südspanien. Nach dem schönen Wetter kündigte Matthias Krohn dann Regen an. Auf dem Programm steht mit dem Stück "Rain Dance" der Regentanz. Die Schlägel, mit denen der Musiker die Marimba zum Klingen bringen, sind mit Körnern gefüllt, so dass die Töne wie Regentropfen klingen. Überhaupt sind es die unterschiedlichsten Schlägel, die Krohn zum Einsatz bringt, wenn er die Holzklangstäbe der Marimba anschlägt, unter denen sich ein Resonanzrohr befindet, das den Ton verstärkt.

Selbst eine Opernmelodie durfte im abwechslungsreichen Programm nicht fehlen, bevor die beiden Musiker die Konzertgäste auf die grüne Insel entführen. Mit "Meditation" aus der Oper "Thais" von Jules Emile Frédéric Massanet erklang ein Ohrwurm, bei dem die mit den Schlägeln und dem Geigenbogen erzeugten Töne das Publikum regelrecht verzauberten.

Im letzten Teil des Konzerts entführten die beiden Ausnahmemusiker ihre Zuhörer nach England, Irland und Schottland. Es erklangen vielfältige traditionelle Weisen, die in den Bars und Pubs auf der Bodhran, der Fiddle, der Harfe und der Hornpipe gespielt wurden - Volksinstrumente der britischen Inseln. Die Melodien gingen ins Blut, egal ob sie von einem König, von einer Mary und Maggie handelten oder das Rauschen der Gerste im Wind beschrieben. Der Applaus war so groß, dass die beiden Musiker um eine Zugabe nicht herum kamen.

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