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Storms "Regentrude" zum Novemberauftakt

Ein-Frau-Theater: Daniela Schwalbe als prachtvoll gekleidete Regentrude
Ein-Frau-Theater: Daniela Schwalbe als prachtvoll gekleidete Regentrude © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 02.11.2016, 06:33 Uhr
Golzow (MOZ) Der Sonntagnachmittag stand in Golzow ganz im Zeichen des Theaters. Im Seminar- und Gästehaus "Ananda" war Theodor Storms Kunstmärchen "Die Regentrude" in einer Bearbeitung von Daniela Schwalbe im Rahmen einer Voraufführung zu erleben.

"Die offizielle Premiere wird im kommenden Jahr in Dresden stattfinden. Die Aufführung brachte die Botschaft der Geschichte, nämlich den Respekt vor der Schöpfung und die Naturverbundenheit sehr anschaulich zum Tragen und war daher besonders für Kinder geeignet. Regie hat Karla Wintermann geführt, die in Golzow nicht dabei sein konnte.

Storms Figur der Regentrude und deren Wesen als lebensspendende Göttin habe sie schon immer begeistert, so Daniela Schwalbe. Die künstlerische Umsetzung sei aber schwierig, wenn man nur eine darstellende Person zur Verfügung habe. Daniela Schwalbe, deren prachtvolle und farbenfrohe Kostüme aus der Hand von Franziska Storch stammen, bestritt das gesamte Stück allein. Sie verkörperte die Hauptakteure Maren, Regentrude und Feuermann. Alle anderen Handlungsträger, wie Marens Vater, den Wiesenbauern, ihren Geliebten Andrees und dessen Mutter Stine, wurden durch die von Carsten Scholz und Julius Clausnitzer kunstvoll gefertigten Flachfiguren in Szene gesetzt. Die mythisch dichte Atmosphäre der Geschichte um die alte Naturgottheit wurde durch die Erzählweise und die tänzerisch-grazile Leichtigkeit der Interpretin greifbar eingefangen. Sie habe sich viele Jahre intensiv mit indischem Tanz beschäftigt, so die im Erzgebirge lebende Künstlerin, deren siebenjähriger Sohn Diego sich um Licht und Soundeffekte kümmerte.

Die zahlreich erschienenen Kinder folgten der jungen Maren wie gebannt auf ihrer Reise zur Regentrude, die es am Ende regnen ließ und die Geschichte zu einem guten Schluss führte.Das einstige Pfarrhaus bot dazu die passende Kulisse für die 1863 erschienene Erzählung, wurde es doch im Jahre 1871 errichtet.

Heute finden dort das Institut für Tanz- und Friedenskünste, die Bildungswerkstatt Berlin-Brandenburg und das Seminar- und Gästehaus "Ananda" Platz. Eigentümerin Rahmana Dziubany zeigte sich überaus zufrieden. Das Haus beherberge derzeit unterschiedliche Gästegruppen. Es finden regelmäßig Seminare mit namhaften, internationalen Dozenten statt. "Uns ist eine inhaltliche Breite wichtig", betont die Akteurin. Sie nennt unter anderem Schwerpunkte wie Kultur, Tanz und kreative Medien sowie den neuen Aspekt der Gesundheitsförderung und der Stressprävention. Das Haus sei ein Platz von Menschen für Menschen, ein Ort der Inspiration, Gemeinschaft und Vision, der Herzenskultur, gelebten Friedensarbeit im kleinen, aber mit großem Radius, sagt sie begeistert. In diesem Jahr habe man in Zusammenarbeit mit der für Coca-Cola tätigen Werbeagentur Ogilvy & Mather einen Werbespot für die im nächsten Jahr stattfindende Fußballweltmeisterschaft gedreht. "Ungewöhnlich für uns, aber interessant", so ihr Resümee.

Die Erlöse der Wochenendveranstaltung, immerhin 316,98 Euro, dienen der Erhaltung und Sanierung der Dorfkirche und der das Gotteshaus umgebenden Kirchmauer.

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