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Seit 1976 treffen sich Gielsdorfer Frauen zu wöchentlicher sportlicher Stunde

Gymnastik-Bambi zum 40-Jährigen

Gabriele Rataj / 02.11.2016, 06:54 Uhr
Gielsdorf (MOZ) Gymnastische Betätigung ist aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken - und das seit 40 Jahren. Im Oktober 1976 haben sportinteressierte Bürger der damals selbstständigen Gemeinde die VSG Gielsdorf aus der Taufe gehoben. Jetzt feierten sie dieses Jubiläum.

Eine Ehrennadel des Kreissportbundes Märkisch-Oderland in Gold für Ursula Eckert und Urkunden für stetes verdienstvolles Wirken als Übungsleiter (Gymnastik-Bambi genannt) hat der Vorsitzende des Kreissportbundes Märkisch-Oderland (KSB), Dieter Schäfer, zum 40-jährigen Jubiläum der Gielsdorfer Gymnastinnen überbracht.

Denn es gibt sie immer noch, selbst wenn die sportlich engagierten Damen in keinen Schlagzeilen auftauchen und auch sonst kaum über die Grenzen ihres Ortsteils auf sich aufmerksam machen. Sie treffen sich seit 40 Jahren, Woche für Woche, zum gymnastischen Abend- bzw. Vormittagsprogramm, treten regelmäßig zu den Dorffesten auf und bereichern damit das gesellschaftliche Leben im Dorf um eine wichtige Facette.

"Wir haben immer gedacht, wir sollten uns mal zu sportlicher Betätigung treffen und was Sinnvolles für unseren Körper tun", erinnert sich Ursula Eckert, die seit Anfang an dabei ist und vermutlich sogar die Idee dazu hatte. Im Oktober 1976 war aus dem Reden Tun geworden. Die Volkssportgemeinschaft Gielsdorf (VSG) wurde gegründet.

Ronald Ast wird in dem Zusammenhang als Gründungsmitglied und einziger Mann unter den interessierten Gymnastinnen genannt. "Den haben wir uns nach der Schule als Vorturner geholt", sagt Ursula Eckert lachend. "Der war damals Leistungssportler." Anfangs habe es sogar die Sparte Judo bei der VSG Gielsdorf gegeben, da es mit Frank Henze im Ort auch einen Judoka gab, fällt ihr noch ein.

Doch die Zeiten überdauert hat nur die Gymnastiksparte. Die Senioren unter den Gymnastinnen, sagt Ursula Eckert, hätten selbst die politische Wende ignoriert und einfach weiter Sport getrieben. Aus den "paar Hansels", wie KSB-Vorsitzender Dieter Schäfer die Gründungs-Crew nennt, sind inzwischen sogar drei Gruppen verschiedener Altersstruktur und unterschiedlicher körperlicher Verfassung geworden, die sich regelmäßig treffen.

Beim Revue-passieren-Lassen der vergangenen Jahrzehnte zur Jubiläums-Feier in Tiefensee tauchen die Namen der Vorsitzenden auf. Anita Schmidt, die damals den Kindergarten leitete, war die Erste, der Helga Hackenschmidt, Karin Sotscheck und gegenwärtig Ingrid Reuter an der Spitze der VSG folgten.

Auch die Treffpunkte veränderten sich mit den Jahren. Begonnen worden war in der fast abrissreifen Häuserzeile am ehemaligen Gutshof, wo vor dem Neubau die Kita noch ihr Domizil hatte. Seit dem Bau des kombinierten Feuerwehr-/Dorfgemeinschaftshauses ist eine Gruppe donnerstags im Gemeinderaum aktiv - die etwas "Zügigeren", wie Ursula Eckert betont. Am neuen Standort der Kita wird Montag abends mit Übungsleiterin Helga Hackenschmidt Sport getrieben.

Eine Vormittags-Übungszeit bleibt den Seniorinnen vorbehalten. Wobei auch in dieser die Altersspanne weit reicht. "Unsere Älteste, Ursula Spank, zählt 91 Jahre, geht noch bowlen, singt mit im Chor und tanzt sogar noch", zählt Ursula Eckert auf. Sie wird auch zur örtlichen Senioren-Weihnachtsfeier mit von der Partie sein - zugleich als Seniorin und Akteurin. "Weil wir wegen Krankheit diesmal zum Dorffest nicht unser Programm zeigen konnten", erklärt Ursula Eckert.

"Sie wirken mehr im Verborgenen", sagt der KSB-Vorsitzende über diesen einen von 202 Sportvereinen im Landkreis, "das aber überaus fleißig." Sogar zur Jubelfeier ließ es sich jede der drei Gruppen nicht nehmen, mit einem speziellen Part aufzutreten. Übrigens: Eine Pause muss es laut Ursula Eckert zu jeder Übungsstunde geben. "Wir haben ja keinen Konsum mehr und müssen schließlich mal Neuigkeiten austauschen."

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