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"Ich miet' mir einen Engel"

Ruth Buder / 02.11.2016, 07:45 Uhr
Groß Rietz (MOZ) 250 Gäste - das ist Rekord - haben am Sonntag einen weiteren der schon legendären Auftritte der Frankfurter "Oderhähne" im Saal der "Sonne" erlebt. Zuvor gab es wie immer selbst gebackenen Kuchen und Kaffee.

Auch Margit Meller, Madleen Wegner und Lisa Brinckmann- die drei Damen von den "Oderhähnen"- waren schon lange vor ihrem Auftritt gekommen, um sich an dem Kuchenbüffet des Groß Rietzer Frauenvereins um Bärbel Ellwitz zu bedienen. "Das ist immer ganz wunderbar hier, so gemütlich", findet Margit Meller, die Älteste oder die "Gebrauchte", wie es später im Programm heißen wird. Das Schöne sei doch, dass es für die Menschen ein Anlass ist, sich zu treffen, sich zu unterhalten. "Und wenn sie unseretwegen kommen, um so besser." Auch dass der Saal bis zum letzten Platz gefüllt ist, freut die Damen. In ihrem Frankfurter Auftrittsort, den Ratskeller, passen gerade mal 100 Leute.

Während im Saal noch die Kaffeetassen klappern, machen sich die drei Kabarettistinnen für den Auftritt fertig. Punkt 16 Uhr ertönt die Glocke und der Hinweis. Schalten Sie bitte ihre Handys ab und beginnen sie erst nach der Vorführung mit dem Fotografieren und Filmen. Die ersten Lacher.

Dann tritt die geballte Weiblichkeit auf die Bühne, die zeigen will, dass sie es genauso gut oder noch besser kann "als die Kerle". "Drei Engel für Angie" heißt das Programm, das die drei Frauen zu Engeln, zu Schutzengeln,werden lässt. Denn draußen ist die Welt gefährlich, man muss Angst haben vor Grabschern in großen Menschenansammlungen, vor Verkehrsunfällen und vor Ärzten. Daraus entwickeln sie eine Geschäftsidee: Eine Schutzengel-Agentur "Rent an angle", "Mieten sie einen Engel". Das Schöne daran: Man muss nur kassieren. Denn der per Geheimvertrag gemietete Engel bleibt unsichtbar. Der glatte Beschiss? Nicht doch!

Im himmlischen Outfit nehmen die drei Engel auch die Bundeskanzlerin unter ihre Flügel. Schließlich ist sie nicht nur die erste Frau in diesem Amt, sondern auch die erste Bundeskanzlerin, die in der FDJ war. Dort hat sie Strategie und Taktik gelernt. Doch zunächst wird Angie im engen, roten Blazer und mit zur Raute geformten Händen (excellent gespielt von Margit Meller) noch mit irdischen Fragen belästigt. "Wissen sie bei ihren vielen Reisen überhaupt noch wo sie sind?" Angie gesteht, dass es schwierig sei. Erst kürzlich habe sie, als sie an einer Ruine vorbeifuhr, geglaubt, es sei die Akropolis, aber ihr Fahrer habe ihr gesagt, es sei der Flugplatz. Beim Thema "wir schaffen das", könnte sie sich vorstellen, Flüchtlinge in die Bundeswehr zu integrieren. Das sei billiger und "die Flüchtlinge würden auch mal ihre Heimat wiedersehen." Und wenn die Nazis schreien "Wir sind das Volk" , sei das nicht ihr Volk, ein guter Grund, noch mehr Flüchtlinge ins Land zu holen.

Dass viele Menschen das Freihandelsabkommen TTIP ablehnen und Angst vor Chlorhähnchen haben, versteht die Kanzlerin ganz und gar nicht. Schließlich würden ja die Menschen im Hallenbad auch im Chlorwasser baden.

Und dann singen alle temperamentvoll - frei nach Helene Fischer - "Atemlos durch die Nacht, seht was Angie aus uns macht ... gnadenlos durch die Nacht, nur mit Angie wird gelacht".

In der Tat haben alle viel zu lachen, für die Damen gibt es reichlich Applaus. Aber nicht nur das: Alle bekommen noch ein Geschenk: Wurst im Glas vom örtlichen Fleischer, fein verpackt von Marianne Galle.

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