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Den Nerv getroffen

Katrin Hartmann / 11.11.2016, 07:15 Uhr
Altwriezen/Beauregard (MOZ) Während Eichwerder weiterhin Fund- und Baustelle ist, hat sich der Durchgangsverkehr verlagert. Aber nicht auf die ausgeschriebene Umleitungsstrecke, sondern auf die Beauregarder Ortsdurchfahrt. Darunter leiden die Anwohner und fordern eine Lösung.

Es ist paradox: Die einen freuen sich - zurecht - über die Stille in ihrer Ortsmitte. Dafür haben nun andere den Verkehrslärm täglich vor ihrer Haustür. "Es ist unglaublich", sagt Carmen Wilberg aus Beauregard. "Wir brauchen uns gar keinen Wecker mehr stellen." Denn zwischen sechs und sieben Uhr ruckelt der Boden aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens. Ein Problem, dass die Eichwerderaner nur allzu gut kennen. "Nun sind wir die Leidtragenden", sagt Carmen Wilberg.

Die Umleitungsstrecke zur Umfahrung der Baustelle ist über die Kreisstraße 6411 Richtung Neulewin - den Oderbrüchern besser als Damm bekannt - ausgeschrieben. "Doch der Mensch nimmt nun mal gern den kürzesten Weg", sagt Carmen Wilberg. Deshalb wackelt es nun täglich in Beauregard auf der Gemeindestraße, die nach Thöringswerder führt. Ob Pkw, Lkw, Bus oder Landwirtschaftsfahrzeug, alle quetschen sich über die enge Kopfsteinpflasterstraße, auf der kaum zwei Autos aneinander vorbeikommen, geschweige denn zwei größere Fahrzeuge, sagt Carmen Wilberg. Der Abstand zu den anliegenden Häusern beträgt gut zwei Meter. Und der schmale Raum zwischen Straßenrand und Häuserwand wird zudem von Bäumen und Fußwegen gesäumt. Kaum Platz zum Ausweichen, so die Anwohnerin.

Vor dem Haus der Wilbergs stehen bereits zwei Absperrbaken. Die Anwohner sahen keinen anderen Weg, den Fußweg vor ihrem Haus zu schützen. "Ein großer Trecker musste ausweichen, um den entgegenkommenden Verkehr durchzulassen", erinnert sich Michael Wilberg. Danach stand der Bordstein schräg hoch." Stolper- und Verletzungsgefahr waren gegeben. Auch der Außenspiegel seines Autos wurde bereits abgefahren, sagt Michael Wilberg, der die Schwierigkeit für den Landwirtschaftsverkehr auf der schmalen Straße durchaus versteht. "Die Straße ist einfach zu eng für derartige Fahrzeuge", fügt Michael Wilberg hinzu.

Das Thema ist nicht neu und wurde bereits während einer Einwohnerversammlung diskutiert. Ortsvorsteher Peter Sperr (FDP) hatte im Februar einen Antrag für eine Tempo-30-Zone gestellt. Als Reaktion erhielt er einen Brief aus dem Polizeipräsidium Strausberg, in dem das Straßenverkehrsamt keine Notwendigkeit für die Tempobeschränkung sah, weil damals während der Bauarbeiten eine halbseitige Sperrung in Eichwerder geplant war.

Doch die Situation hat sich geändert. Durch die archäologischen Funde haben sich Bauzeitraum sowie Umleitung bis auf unbestimmte Zeit verschoben. "Wäre es bei den zwei Monaten geblieben, hätten wir das ausgehalten", sagt Carmen Wilberg. Aber mittlerweile ist daraus ein halbes Jahr ohne Aussicht auf ein schnelles Ende geworden.

Den Wilbergs und anderen Anwohnern ist es wichtig, eine Übergangslösung zu finden. "So könnte im Ort etwa ein Einbahnstraßensystem geschaffen werden, mit dem der Verkehr über das Rondell im Ort aufgeteilt wird. "Dann wäre der Verkehr wenigstens auf zwei Straßen verteilt und niemand müsste mehr ausweichen", sagt Carmen Wilberg. Die Anwohner hoffen nun auf Unterstützung der Stadt. Eine Warterei, die Nerven kostet.

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