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Rund hundert Tiere werden betreut / Vorstand zieht Bilanz

20 Jahre Liebenthaler Pferdeherde

Markenzeichen: Die Bezeichnung Liebenthaler Pferdeherde ist ein geschützter Begriff.
Markenzeichen: Die Bezeichnung Liebenthaler Pferdeherde ist ein geschützter Begriff. © Foto: Marco Winkler
Volkmar Ernst / 11.11.2016, 22:09 Uhr
Liebenthal (GZ) Welche Stadt besitzt schon eine Pferdeherde? Stimmt, Liebenwalde, und das schon seit 20 Jahren. Seit 2014 ist die Bezeichnung "Liebenthaler Pferdeherde" sogar ein eingetragener und geschützter Begriff. Ein guter Grund, um Bilanz zu ziehen.

"Die Pferde stellen eine Rückzüchtung dar, sind aber eine völlig eigene Pferderasse", erklärt die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins "Liebenthaler Pferdeherde", Heidi Büttner. Die Herde geht auf ein Projekt des Biologen und Verhaltensforschers Jürgen Zutz zurück, der 1960 im Bayerischen Wald mit der Rückzüchtung des Fjordpferdes zum Waldtarpan begann. 1990 siedelte der Züchter nach Friesack um. Sein Traum war es, dass seine Pferde wie vor Jahrhunderten wieder in der Schorfheide unter natürlichen Bedingungen leben können. Doch der Traum endete abrupt mit dem Tode Zutzs 1996. Die Familie war mit der Situation überfordert, ein Verkauf wurde angestrebt. Hätte sich der damalige brandenburgische Landwirtschaftsminister Edwin Zimmermann nicht für die Unterbringung in Liebenthal eingesetzt, wäre die Herde inzwischen bestimmt Geschichte. Doch in Liebenthal begann 1991 die Planung für die Anpachtung von Flächen für die Anlage eines Europäischen Erhaltungsprojektes für bedrohte Tierarten. Zur Forschungsstation kam 1995 ein Haustierpark, der von Familie Broja geleitet wurde. Als Archehof angelegt, leben dort vom Aussterben bedrohte Haustierassen. Insofern passte alles perfekt, bis auf die Frage der Finanzierung. Dafür wurde der gemeinnützige Verein gegründet, der sich sozusagen um die juristischen Belange kümmert. Zehn Mitglieder gehören dem Verein derzeit an. Die praktische Arbeit von der Versorgung und Pflege der Tiere über die Bewirtschaftung der Flächen inklusive Zaunbau, Zufütterung im Winter, Betreuung der Technik und Verkauf erledigen Claudia Grünefeldt und zwei Mitarbeiter, die bei der Hennigsdorfer Beschäftigungsgesellschaft angestellt sind.

Die Herde umfasst etwa hundert Tiere, und da pro Pferd rund ein Hektar Fläche zur Versorgung nötig sind, muss ein beträchtliches Sümmchen erwirtschaftet werden. Das Geld wird teils über Fördermittel akquiriert, deshalb auch die Gemeinnützigkeit des Vereins. Der andere Teil stammt aus dem Verkauf. Da es sich um sehr sozial lebende Tiere handelt, sind sie als Therapie- oder Zweitpferde aber auch Reitpferde für Kinder begehrt. Geeignet sind sie auch für Gespanne.

Wie es weitergeht? Da suchen die Stadt Liebenwalde als Eigentümerin der Herde und der Verein derzeit nach Möglichkeiten, neue Strukturen und Einnahmequellen zu etablieren.

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