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Feldbestellung unter neuer Flagge

Wollen sich einbringen: Christopher von Hugo und Alvo zu Knyphausen (v.l.) stellten sich in Kiehnwerder vor. Ansprechpartner vor Ort ist Hubert Werkmeister (r.). Kita-Leiterin Jana Berendt, Bürgermeister Michael Böttcher und Erzieherin Katrin Tornow (v.l.
Wollen sich einbringen: Christopher von Hugo und Alvo zu Knyphausen (v.l.) stellten sich in Kiehnwerder vor. Ansprechpartner vor Ort ist Hubert Werkmeister (r.). Kita-Leiterin Jana Berendt, Bürgermeister Michael Böttcher und Erzieherin Katrin Tornow (v.l. © Foto: MOZ/Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 15.11.2016, 07:27 Uhr
Kiehnwerder (MOZ) Die SIWUK Agrargesellschaft mit Sitz in Falkenhagen und Sietzing hat seit vier Monaten neue Eigentümer. Am Sonntag stellten sich zwei der neuen Eigner den rund 60 Verpächtern im Raum Sietzing vor. Sie kündigten Veränderungen in der Fruchtfolge an.

Was die Verpächter der Flächen im Gemeinderaum von Kiehnwerder hörten, stimmte durchweg zuversichtlich. Man habe das Landwirtschaftsunternehmen nicht als Investitionsanlage erworben, sondern wolle selbst wirtschaften, versicherte Christopher von Hugo, einer der drei neuen Eigner der SIWUK, die vor fünf Monaten noch ein Tochterunternehmen der in Insolvenz gegangenen KTG war. Von Hugo ist einer der drei neuen Eigner. Die beiden anderen sind die Geschwister Theda und Alvo zu Knyphausen. Alle drei entstammen einem seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft wirkenden ostfriesischen Adelsgeschlecht. Zu Knyphausens und von Hugo sind Vettern. Ersterer ist zwar studierter Jurist, leitet aber seit zwölf Jahren einen Landwirtschaftsbetrieb auf Rügen. Sein Vetter bewirtschaftet ein Gut in Thüringen.

Als sich der Kauf anbot, habe man geprüft, welche Potentiale die Flächen im Oderland für eine Landwirtschaft bieten, berichtete von Hugo. "Wir sehen hier gute Potentiale", sagte er. Man habe einen guten Mitarbeiterstamm vorgefunden, werde aber noch einiges investieren müssen, um die beiden Standorte entsprechend der eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Er kündigte an, dass es Änderungen im Anbau geben wird. Bisher war auf den rund 700 ha rund um Sietzing vor allem Mais und Getreide angebaut worden. Die Saat hatte noch der einstige Eigentümer eingebracht, die Ernte fuhren die Neuen ein, um die 80 dt/ha bei Getreide und etwa 380 dt/ha bei Mais. Letzterer wanderte vor allem als Input in der Biogasanlage der KTG in Seelow. "Wir haben keine Biogasanlage, werden die Fruchtfolge ändern", sagte von Hugo.

"Unser Antrieb ist eine tiefe Verbundenheit zur Landwirtschaft und zum Boden", ergänzte Alvo zu Knyphausen. Man wolle nachhaltig wirken und den eigenen Kindern - beide Eigner haben jeweils drei Kinder - eine intakte Landwirtschaft übergeben. Das könne freilich nur im engen Zusammenwirken von Verpächtern und Pächter funktionieren.

Beide Männer betonten, dass sich Verpächter bei Fragen und mit Hinweisen jederzeit an sie wenden können. Ansprechpartner vor Ort ist Hubert Werkmeister. Der Falkenhagener führt die Geschäfte der SIWUK an beiden Standorten. Bei ihrer ersten öffentlichen Präsenz in Kiehnwerder machten die neuen Eigner deutlich, dass sie nicht neben, sondern mit dem Dorf agieren wollen. Das Oderbruch mit seinen weiten Flächen und den Abzugsgräben erinnere ihn sehr an seine ostfriesische Heimat, schwärmte Alvo zu Knyphausen. Bei einer der ersten Besuche in Sietzing hatte Ortsvorsteherin Ines Zochert-Köhn die neuen Eigner begleitet und ihnen unter anderen auch die Kita im Dorf gezeigt. Zu Knyphausen, dessen Kinder selbst eine Kita auf Rügen besuchen, zeigte sich sofort angetan. Im Ergebnis erklärten sich die neuen Eigner bereit, die Patenschaft über die Sietzinger Kita zu übernehmen. Kinder würden zeitig geprägt, befand der 41-jährige Familienvater. Er habe großen Respekt vor der Arbeit der Kita-Erzieherinnen. Man wolle den Patenvertrag mit Leben erfüllen, könne sich gut vorstellen, dass die Steppkes hin und wieder Gäste im Betrieb sind und dabei ihre Liebe zur Landwirtschaft geweckt wird. Zum Start des Miteinanders überreichten die Männer 200 Euro.

Kita-Leiterin Jana Berendt und Letschins Bürgermeister Michael Böttcher dankten herzlich. Er sei froh über die nahtlose Staffelstab-Übergabe des Betriebes, sagte Böttcher. Dass sich die neuen Eigner im Gemeindeleben einbringen wollen, schätze er sehr, freue sich auf die Zusammenarbeit.

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