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Anlieger schlafen nicht mehr durch

Vororttermin an der Ortsdurchfahrt von Beerbaum: Peter Rabenow, Kristy Augustin, Frank Hundrieser, Christoph Büchtemann, Christina Schade, Heiko Liebig, Markus Lembeck, Michael Busch und Holger Horneffer (v.l.)
Vororttermin an der Ortsdurchfahrt von Beerbaum: Peter Rabenow, Kristy Augustin, Frank Hundrieser, Christoph Büchtemann, Christina Schade, Heiko Liebig, Markus Lembeck, Michael Busch und Holger Horneffer (v.l.) © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 23.11.2016, 06:28 Uhr
Beerbaum (MOZ) Die Ortsdurchfahrt der Landesstraße 29 von Beerbaum gehört zweifelsfrei zu den schlechtesten Straßen im Land Brandenburg. Ein Ortstermin am Montagnachmittag mit zwei Landtagsabgeordneten und Vertretern des Landesbetriebs Straßenwesen brachte jedoch keine greifbare Lösung.

Michael Busch, Gemeindevertreter von Heckelberg-Brunow und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, hatte wieder einmal nach Beerbaum eingeladen. Die Landtagsabgeordneten Kristy Augustin (CDU) und Christina Schade (AfD) folgten dem Ersuchen, Marco Büchel (Linke) und Jutta Lieske (SPD) hatten sich wegen anderer Termine entschuldigt. Viel Hoffnung ließen beide Politikerinnen nicht aufkeimen.

Busch hatte während seiner Zeit als ehrenamtlicher Bürgermeister, wenn auch vergeblich, für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt gekämpft und hatte auch jetzt auf Bitten von Beerbaumern die Trommel gewirbelt. Gekommen waren Amtsdirektor Holger Horneffer, der jetzige Bürgermeister Heiko Liebig sowie Christoph Büchtemann, Regionalbereichsleiter Betriebsdienst Ost des Landesbetriebs Straßenwesen, sowie Frank Hundrieser, Leiter der Straßenmeisterei Bad Freienwalde.

"Die Anlieger können keine Nacht durchschlafen, die Gläser klirren im Schrank und wenn wir uns zum Kaffeetrinken treffen, versteht man sein eigenes Wort kaum", schilderte Peter Rabenow aus Beerbaum die Probleme . Er selber wohnt etwas abseits, vertrat aber die Interesse der Anlieger. Die Lebensgefährtin des Landwirts schlafe mit den Kindern bei ihren Eltern in Grüntal, weil die Kinder in Beebrbaum häufig nachts aufwachen.

Beerbaum sei eine der letzten gepflasterten Ortsdurchfahrten, die bisher nur ein bisschen repariert worden seien, sagte Amtsdirektor Horneffer. "Wir haben eigentlich vor zehn Jahren vereinbart, die Ortsdurchfahrten nach und nach abschnittsweise zu sanieren. "Wir schauen, ob es Möglichkeiten gibt, aus der Gefahrensituation etwas zu machen", so Horneffer. Marco Büchel und Jutta Lieske hätten sich bereits eingesetzt, ergänzte er.

Die Ortsdurchfahrt von Brunow sei gebaut worden, indem die Gemeinde Heckelberg-Brunow in Vorleistung ging. Die finanzielle Situation der Gemeinde heute sei eine ganz andere als damals. "Die Gemeinde Heckelberg-Brunow kann jedoch weder jetzt, noch in absehbarer Zeit die Straße übernehmen und sie sanieren", erklärte Horneffer. Die Hauptverantwortung liege daher beim Landesbetrieb Straßenwesen, so der Amtsdirektor. Das Land stufe nach einer bestimmten Quote Landesstraßen ab.

"Die Straße ist Bestandteil des grünen Netzes", bestätigte Christoph Büchtemann, Regionalbereichsleiter Betriebsdienst Ost des Landesbetriebs Straßenwesen. Er fügte hinzu: "Die Verkehrbelastung ist vorhanden, aber geringer als anderswo im grünen Netz." Das Geld reiche höchstens für Reparaturmaßnahmen. "Ein grundhafter Ausbau oder eine Instandsetzung der Fahrbahn wird es in absehbarer Zeit nicht geben", versicherte Büchtemann.

Möglich sei eine verkehrsrechtliche Einschränkung zum Schutz der Straße, also eine Tonnagebegrenzung. Dafür müsse ein Antrag gestellt werden, fügte der Regionalbereichsleiter hinzu. "Wir dürfen eine Straße begründet nur für drei Monate einschränken", erklärte Büchtemann.

"Wir haben hier die gleiche Situation wie in Freudenberg", ergänzte Horneffer. Sorge bereitet ihm, dass die Einzelteile für die Windräder des Windparks Tempelfelde durch Beerbaum rollen und die Straße endgültig zerstören könnten. Schon jetzt drehen 40-Tonner immer wieder Steine aus dem bröckeligen Pflaster.

Die Landtagsabgeordnete Kristy Augustin schlug vor, mit Landrat Gernot Schmidt (SPD) zu sprechen und den Landkreis ins Boot zu holen. Wenn die Gemeinde Fördermittel bekommt, müsse sie die Kosten anteilig auf die Anlieger umlegen, pflichtete ihr der Amtsdirektor bei. Der Landkreis jedoch sei nicht umlagepflichtig. Zudem schlug Kristy Augustin vor, den Kontakt mit ihrer Kollegin Jutta Lieske zu nutzen, da sie Mitglied der Regierungskoalition sei.

"Eine Instandhaltung ist ein fach zu kostspielig", bekräftigte Büchtemann. Es bringe auch nicht viel, Bitumen aufzubringen, der könne sich in zwei Tagen schon wieder gelöst haben. Er wolle die Straße gerne machen. Aber dem Landesbetrieb fehle das Geld.

Für die Beerbaumer mag das alles wie Hohn klingen. "Ich verstehe nicht, dass der Ausbau ständig hinausgeschoben wird", schimpfte Peter Rabenow. "Der Ausbau ist politisch nicht gewollt", ärgerte er sich.

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