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Neu-Döbberiner baut alte Scheune um / Dorfbewohner unterstützen ihn tatkräftig

Visionen als Selbstversorger

Erfüllt sich einen großen Traum: Thomas Friebel baut die alte Scheune neben der Kirche in Döbberin zum Wohnhaus mit Werkstatt und kleinem Hofladen aus. Ein Jahrzehnt leistete der 49-Jährige Entwicklungsarbeit im Ausland.
Erfüllt sich einen großen Traum: Thomas Friebel baut die alte Scheune neben der Kirche in Döbberin zum Wohnhaus mit Werkstatt und kleinem Hofladen aus. Ein Jahrzehnt leistete der 49-Jährige Entwicklungsarbeit im Ausland. © Foto: MOZ/Josephin Hartwig
Josephin Hartwig / 24.11.2016, 05:08 Uhr
Döbberin (MOZ) Das Dorfbild Döbberins wird sich im nächsten Jahr verbessern. Denn die alte Scheune neben der Kirche ist vor dem Zerfall gerettet worden. Thomas Friebel baut sie aus und will sich durch Tierzucht und Gemüse-Anbau selbst versorgen.

Zehn Jahre lang bereiste Thomas Friebel die ärmsten Länder der Welt. Der Bauingenieur baute Schulen und Wassersysteme, half beim Wiederaufbau von durch Erdbeben zerstörte Regionen. Erst im April war er aus Nepal nach Deutschland zurück gekehrt.

"Ich will zur Ruhe kommen, denn mein Heimatgefühl war verloren gegangen", sagt er. Dafür hat sich Thomas Friebel ein Grundstück in Döbberin ausgesucht. Das 5 500 Quadratmeter große Land soll endlich zu einer Heimat für den Weitgereisten werden. Afghanistan, Indien und die Philippinen zählten zu seinen Wirkungsorten. "Dort habe ich erlebt, dass Menschen auch mit weniger sehr zufrieden sein können", sagt der 49-Jährige.

Sein Wunsch, als Selbstversorger auf einem eigenen Hof zu leben, manifestierte sich immer mehr in den vergangenen vier Jahren. Als er im Internet auf die Anzeige zum Hof in Döbberin stieß, war schnell klar: Das könnte etwas Gutes werden. Der Bauingenieur hat eine Vorstellung, wie er die alte Scheune an der Schulstraße gestalten will. "Für mich als Bauingenieur ist die Scheune historisch wertvoll und erhaltenswert", erklärt er. Deshalb soll sie so, wie sie einst war, wieder aufgebaut werden.

Der frühere LPG-Hof ist vor Jahren in zwei Teile geteilt worden. Einer soll nun wieder an die Nachbarin verkauft werden. "Ich brauche die zweite Scheune eigentlich nicht", erklärt Friebel. Ihm bleiben nach der Veräußerung immer noch 5000 Quadratmeter. Die alte Scheune will der 49-Jährige als Wohnhaus nutzen und eine kleine Werkstatt einrichten. Von seinem Großvater hat er eine alte Drehmaschine. "Mal sehen, was ich damit mache. Ich habe Ideen, aber das ist noch nicht konkret", sagt der Neu-Döbberiner.

Als erstes ist das Dach, das teilweise schon eingefallen war, abgerissen worden. Thomas Friebel will so viel wie möglich selbst an der Scheune bauen. "Ich habe ja Zeit und kann mich Stück für Stück darum kümmern", erklärt er. Mit der Bauindustrie in Deutschland könne er sich nicht mehr identifizieren. Deshalb auch der Ausstieg aus dem Berufsleben.

Von den Nachbarn habe er bislang große Unterstützung erfahren. Wie etwa als das Holz für den Dachstuhl geliefert worden war. Starker Regen hatte die Erde in der Zufahrt so aufgeweicht, dass der Laster, mit einem Gewicht von etwa zehn Tonnen, stecken blieb. "Innerhalb von nur 30 Minuten war ein Traktor von der Firma PDA Zeschdorf zur Stelle und hat mir geholfen", sagt Thomas Friebel dankbar. Überhaupt hätten die Döbberiner ihn bislang sehr gut aufgenommen. Als Selbstversorger will er nicht nur Obst und Gemüse im Garten anbauen, sondern auch Schafe und Ziegen halten. "Das liegt natürlich noch in der Zukunft. Aber wenn es gut läuft, möchte ich auch einen Hofladen eröffnen und ein paar Produkte verkaufen." Ein alter Apfelbaum steht noch auf dem Grundstück. Zusätzlich will Friebel auf seinem Grundstück Birnen- und Pflaumenbäume pflanzen.

Der 49-Jährige hat einen Ort der Ruhe gefunden, an dem er leben will. Zuvor war Berlin seine Heimat gewesen. "Aber das ist mir zu laut, zu chaotisch, zu hektisch", sagt er und ist froh, sich in Döbberin ein neues Zuhause aufbauen zu können, mit dem er sich eines Tages gänzlich selbst versorgen will.

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