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Gänsebraten in diesem Jahr leichter

Würden sich gern unter freiem Himmel waschen und bewegen: Der Löhmer Gänsehalter Hans-Werner Peters verfügt über einen geeigneten Stall, um 900 Gänse unterbringen zu können. Trotzdem bedeutet diese Haltung Stress für die Tiere. Sie nehmen ab und sind sehr
Würden sich gern unter freiem Himmel waschen und bewegen: Der Löhmer Gänsehalter Hans-Werner Peters verfügt über einen geeigneten Stall, um 900 Gänse unterbringen zu können. Trotzdem bedeutet diese Haltung Stress für die Tiere. Sie nehmen ab und sind sehr © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 17.12.2016, 06:50 Uhr
Löhme/Eberswalde (MOZ) Das kulinarische Weihnachtsfest steht in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen: Durch die Vogelgrippe und die Aufstallpflicht für Federvieh ist es Geflügelhaltern verboten, ihre Enten oder Gänse unter freiem Himmel zu halten. Aus diesem Grund wurden bereits etliche Tiere vorfristig geschlachtet.

Immerhin 18 Mitarbeiter gehören zum Verantwortungsbereich des Barnimer Amtstierarztes Dr. Volker Mielke, sie alle sind derzeit "hochgradig sensibilisiert", wie Mielke sagt. Ihre Aufgabe bei allen Terminen in den Gemeinden: Unbedingt nach Verstößen gegen die Stallpflicht Ausschau zu halten. "Uns kommen wöchentlich etwa zehn Anzeigen auf den Tisch, weil gegen die Verordnung verstoßen wird. Mitunter sind die Tiere nicht einmal bei uns angemeldet, wie es eigentlich Pflicht wäre", berichtet Mielke. Kommen beide Verstöße zusammen, klettern die finanziellen Strafen abrupt in die Höhe. Schon der Verstoß gegen die Stallpflicht bewirkt ein Bußgeldverfahren, das minimal mit 55 Euro Verwarngeld startet. Sind die Tiere nicht angemeldet, wären sogar Strafen von 1000 Euro möglich. Die aktuelle Situation hat nach Mielkes Einschätzung innerhalb der letzten drei Wochen nichts von ihrer Gefahr verloren. "Wir haben zehntausende Zugvögel im Barnim. Allein entlang der B 2 zwischen Rüdnitz und Biesenthal rasten unzählig viele Gänse und Schwäne. Die Gefahr ist also allgegenwärtig."

Um eine Übertragung der gefährlichen N5H8-Infektion auf Haustierbestände zu vermeiden, müssen auch professionelle Tierhalter wie Hans-Ulrich Peters aus Löhme sämtliches Federvieh im Stall belassen. 900 Dithmarscher Gänse drängeln sich derzeit unter einem Dach, dem Landwirt blutet bei diesem Anblick das Herz. "Die Tiere sind die Freiheit gewohnt. Die wochenlange Aufstallung bedeutet für die Gänse puren Stress, sie verlieren bis zu 500 Gramm", kritisiert der Bauer. Sein Kollege im Havelland bekam eine Sondergenehmigung, er durfte seine Gänse weiter unter freiem Himmel halten. "Warum das im Barnim nicht geht, verstehe ich nicht so", legt Peters nach. Durch die Haltung im Stall fressen die Gänse weniger, das Federkleid ist nicht so leuchtend weiß wie sonst. Auch das tägliche Einstreuen mit Stroh bedeutet am Ende Ausgaben, die Peters gern vermieden hätte. Amtstierarzt Mielke regiert auf den Hinweis gelassen. "Richtig, im Havelland gab es Ausnahmeregelungen. Aber dort gab es auch eine H5N8-Infektion bei einem Tierhalter, der genau so eine Ausnahmegenehmigung hatte. Im Ergebnis mussten die Tiere gekeult werden, das möchte Herr Peters sicher nicht erleben", gibt Mielke zurück.

Tatsächlich beginnt auf dem Löhmer Hof von Bauer Peters an diesem Wochenende die akute Weihnachtsvorbereitung, quasi die wichtigste Woche des Jahres. "Täglich werden jetzt 150 Gänse geschlachtet, die von unseren Kunden frisch abgeholt werden", berichtet Peters. Die Auftragsbücher sind voll, die Kunden kommen aus Berlin, Märkisch-Oderland, dem Barnim. Bis zum 24. Dezember wird sich der Gänsebestand wohl auf Null reduzieren. "Wir haben schon 200 Gänse verkauft, beispielsweise zum Martinstag. Aber natürlich versuchen wir bis Heiligabend, alle Wünsche zu befriedigen, mittags 12 Uhr schließt unserer Hofladen", macht Peters Hoffnung auf einen frischen Weihnachtsbraten. Trotz der Aufstallung wiegen seine Gänse im Durchschnitt fünf Kilo, der Kilopreis für Gänsefleisch liegt wie im Vorjahr bei 13 Euro.

Kontakt: Bauer Peters, Tel. 033398 69868 oder 0151 11660023

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