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Advent, Advent, die Beleuchtung brennt

Bekommen jedes Jahr viel Aufmerksamkeit: Seit 1991 wächst die Weihnachtsdekoration an und in Karola Bahro-Reims und Klaus-Dieter Reims Haus Jahr für Jahr. Dabei kommt es auch mal vor, dass vorbeifahrende Familien anhalten und Nachbarn schon sehnsüchtig na
Bekommen jedes Jahr viel Aufmerksamkeit: Seit 1991 wächst die Weihnachtsdekoration an und in Karola Bahro-Reims und Klaus-Dieter Reims Haus Jahr für Jahr. Dabei kommt es auch mal vor, dass vorbeifahrende Familien anhalten und Nachbarn schon sehnsüchtig na © Foto: MOZ/Sandra Jütte
Sandra Jütte / 18.12.2016, 07:41 Uhr
Jahnsfelde/Neuhardenberg/ Gorgast (MOZ) Aus vielen Vorgärten erstrahlen in diesen Tagen Lichterketten und Leuchtfiguren. Manche Häuser stechen besonders hervor. Viel Strom wird dabei dank LED-Lampen aber nicht mehr verbraucht.

Klaus-Dieter Reim hält eine Weihnachtsmannpuppe aus Holz in die Höhe, die einem Requisitenfundus entsprungen sein könnte. "Das war meine erste", sagt der 59-Jährige über die aus dem Erzgebirge stammende, originale Rhönkunst. Stolz schwingt mit. 181 DDR-Mark habe er damals dafür bezahlt. "So etwas bekommt man heute überhaupt nicht mehr." Das Haus von ihm und seiner Frau Karola Bahro-Reim muss sich die Figur mit etwa 200 weiteren Weihnachtsmännern und Nussknackern teilen - nur bei der Innendekoration.

Von außen ist das Haus an der B1 in Jahnsfelde bereits von weitem zu erkennen. Allein auf dem Hausdach sind 120 Meter Lichterware verlegt, den riesigen Tannenbaum vor der Eingangstreppe zieren noch einmal 60 laufende Meter. Auf dem Rasen sammeln sich eine Pinguinfamilie, eine Herde Rentiere und noch mehr Weihnachtsmänner, die den Vorgarten in einen leuchtenden Märchenwald verwandeln. "Das hat sich alles über die Jahre angesammelt", erklärt Reim sein Hobby.

Die Sammelleidenschaft begann bei dem gelernten Elektriker so richtig mit dem Einzug in die eigenen vier Wände 1991. Weihnachten sei für ihn aber schon in der Kindheit immer etwas Besonderes gewesen, erzählt der gebürtige Jahnsfelder. "Damals haben wir mitten in der Natur gewohnt und die Wochen vor Weihnachten waren immer eine sehr besinnliche, gesellige Zeit. Das ist bei mir irgendwie hängengeblieben."

Vier Wochen lang arbeitet Klaus-Dieter Reim jeden Tag am Aufbau, damit pünktlich zum ersten Advent alle Lichter angeschaltet werden können. Während er für die Außendeko zuständig ist, verteilt Karola Bahro-Reim jedes Jahr die vielen Figuren im Haus. Hilfe bekommt die 60-jährige Schulleiterin dann auch mal von einem der vier Kinder. Dabei ist dem Ehepaar wichtig, dass es nicht kitschig wirkt. "Blinkende Lichter mag ich nicht", sagt Reim. Der Standort jeder einzelnen Figur sei zudem durchgeplant. Das erfährt durchaus Würdigung. "Vor drei Jahren hat sich eine polnische Frau, die jeden Tag an unserem Haus vorbeifuhr, mal mit einer Karte bedankt", erinnert sich die Hausherrin. Gerade hat sie im Haus auch wieder zwei neue Figuren entdeckt. "Eigentlich sind es vier", gibt ihr Ehemann zu. In der Vorweihnachtszeit stöbere er eben gerne durch die Geschäfte. "Mit der Deko hat man gleich eine ganz andere, schöne Atmosphäre", sagt Klaus-Dieter Reim.

Ein Haus, das in Gorgast jahrelang für viel Aufmerksamkeit in der Adventszeit sorgte, ist das von Horst und Dorina Grünberger. Blinkende Lichterketten in allen Regenbogenfarben, leuchtende Weihnachtsmänner und den Weg erhellende Weihnachtssterne gibt es bei dem Paar noch immer im Vorgarten zu bestaunen. "Mein Sohn hat sich irgendwann schon geschämt. Er meinte, unser Haus hätte im Dorf den Beinamen Flugplatz-Landebahn von Gorgast", lacht Horst Grünberger.

Der Tierpfleger kam vor zwölf Jahren aus Langeweile auf die Idee, sein Haus so bunt herauszuputzen. Damals war er gerade arbeitslos und baute sich selbst einen Schaltkasten in den Garten. Dem folgten immer mehr Ideen, Leitungen und Bewegungsmelder. "Und irgendwann hat das ganze Haus geleuchtet", sagt seine Frau. Natürlich hat sich das Hobby teilweise auch in der Stromrechnung niedergeschlagen. "So um die 100 Euro mehr hat das schon ausgemacht", gibt Horst Grünberger zu. Seit drei Jahren lässt es der Gorgaster ruhiger angehen. Nach dem Tod seiner Mutter verließ ihn die Lust am Dekorieren.

Die haben dafür seit fünf Jahren Martin und Isabel Zohles aus Neuhardenberg. "Ich bin ein echter Weihnachtsfanatiker", gibt die junge Mutter zu. "Der Dezember ist sonst ein so trüber Monat." Angefangen habe alles mit drei Lichterketten. Seitdem kommt jedes Jahr etwas Neues hinzu. Mittlerweile ziert den Vorgarten der Familie eine einheitlich gelb-orange Beleuchtung.

Die aufwendige Dekoration in so manchem Garten müsste eigentlich auch beim Stromversorger E.Dis AG in Fürstenwalde spürbar sei. Hier winkt Pressesprecher Horst Jordan aber ab: "Es ist in der Tat so, dass in der Adventszeit kein nennenswerter Unterschied festzustellen ist", sagt er. Das liege daran, dass viele Betriebe in der Zeit Weihnachtsferien hätten. Zudem verbrauchen die mittlerweile verwendeten LED-Leuchten deutlich weniger Energie.

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