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Jetzt soll es ein Mediator richten

Daniel Dzienian / 20.12.2016, 20:47 Uhr
Gnewikow/Neuruppin (RA) Die Auseinandersetzung zwischen den Gnewikowern und dem Neuruppiner Rathaus um das geforderte Dorfgemeinschaftshaus gewinnt eine neue Qualität. Zwischen beiden Parteien soll jetzt ein Mediator des Innenministeriums schlichten. Die zuletzt bekannt gewordenen Pläne für den Umbau sind zudem erneut vom Tisch.

Der Vorschlag stammt vom Petitionsausschuss des Landtags, an den sich der Ortsbeirat gewandt hatte. Den aktuellen Stand teilte Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) am Montagabend bei der Stadtverordnetenversammlung mit. Der Ausschuss kann der Forderung des Ortsbeirates allerdings nicht vollumfänglich folgen", so Golde. Dieser lautet, dass die Stadt Neuruppin verpflichtet sei, den alten Kindergarten in ein Dorfgemeinschaftshaus umzuwandeln. Golde nimmt das Angebot zwar an, nutzt aber sein Delegationsrecht. "Hier fühle ich mich menschlich und diplomatisch überfordert", so das Stadtoberhaupt. Er habe zehn Jahre eine Lösung gesucht. Die Gespräche soll nun der Liegenschaftsamtsleiter und Jurist Tobias Schäfer übernehmen.

Gnewikows Ortsvorsteher Olaf Matschoss (Linke) zeigte sich am Montag enttäuscht von der Haltung des Bürgermeisters. "Es klingt so, als hätten wir in den vergangenen Jahren zu hohe Forderungen gehabt." Der Ortsbeirat beharrt auf einer Zusage im Eingemeindungsvertrag von 1993. Darin wurde zugesagt: Gnewikow erhält ein Dorftreff. Das Gremium droht sogar mit Klage.

Tatsache ist, dass die jüngsten Bestrebungen erneut gescheitert sind. Zuletzt gab es das Angebot vom Betreiber des Jugenddorfs, der Stiftung der Deutschen Kreditbank (DKB), die alte Kita zu kaufen und umzubauen. Nach Auskunft von Bürgermeister Golde wurde keine Einigung erzielt. Die Vorstellungen waren zu unterschiedlich. "Ich bedauere, dass wir wieder bei Null anfangen", so der Rathaus-Chef.

Der Konflikt schwelt schon lange: 2012 hieß es, der Dorftreff entstehe mit der Feuerwehr. Doch die zentrale Wache kam nach Lichtenberg. Später hieß es, nach Lichtenberg folgt Gnewikow. Von einem Baubeginn 2014 war sogar die Rede. Die Dorfbewohner leisteten in einer Entrümpelungsaktion im Herbst seinerzeit die Vorarbeit. Die Stadtverwaltung stellte 150000 Euro bereit, stellte aber klar, dass die hohen Kosten von rund 600000 Euro nur mit Fördermitteln zu stemmen wären. Doch das klappte nicht. Später gab es Pläne, die Stadtwerke könnten übernehmen. Der Vorstoß der DKB-Stiftung gilt als vorerst letzter Versuch.

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