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Hans Minge übt mit syrische Schützlingen "Schneeflöckchen" ein

Hausmusik mit Flüchtlingskindern

Schneeflöckchen Weißröckchen: Musikschullehrer Hans Minge übt mit Kamala, Bourhan und Roaa (v.l.) dieses Winterlied an der Gitarre und Ukulele ein.
Schneeflöckchen Weißröckchen: Musikschullehrer Hans Minge übt mit Kamala, Bourhan und Roaa (v.l.) dieses Winterlied an der Gitarre und Ukulele ein. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 22.12.2016, 07:22 Uhr
Buschdorf (MOZ) Montags kommt Leben ins Häuschen von Karola und Hans Minge in Gerickensberg. Dann holt Hans Minge, der seit November 2010 als Honorarkraft bei der Musikschule Märkisch-Oderland tätig ist, die drei Flüchtlingskinder Bourhan, Kamala und Roaa aus Golzow ab. Die Kinder sind sehr musikinteressiert und wollen das Gitarrespiel erlernen. Da ihre Eltern aber keine Möglichkeit haben, die Kinder zur Musikschul-Außenstelle ins Rathstocker Klangzimmer zu chauffieren, bereitet Hans Minge sie im Wohnzimmer darauf vor, dass sie im Juni vielleicht schon am Musikschul-Vorspiel teilnehmen können.

Angefangen hat alles, als das von der Arbeitsinitiative Letschin getragene Klangzimmer Rathstock Projekte organisiert hatte, an denen einige syrische Familien teilgenommen hatten. "Halima Taha aus Golzow hatte für uns übersetzt. Dabei fragte sie nach, ob nicht für ihre Kunden auch die Möglichkeit bestehe, Musikschulunterricht zu bekommen", erzählt Hans Minge, der 1999 mit seiner Frau ins Oderbruch gezogen war, weil sie wieder Natur um sich brauchten.

Derzeit üben die Kinder neben dem Stimmen von Gitarren das Winterlied "Schneeflöckchen" ein. Und das klappt auch schon ganz gut. Kamala und Bourhan können dabei auf die Kenntnisse zurückgreifen, die sie in der Grundschule "Kinder von Golzow" bei dem Musikschullehrer Uwe Ballhorn in der Gitarrenklasse erlernt haben. "Wer dabei interessiert ist, der kann auch dort schon viel erfassen", sagt Hans Minge. Da der Vater von Kamala und Bourhan kürzlich die deutsche Prüfung für die Fahrerlaubnis bestanden hat, stehen die Chance auf eine größere Mobilität der Eltern nicht schlecht. Um künftig noch besser üben zu können, fehle allerdings noch eine Gitarre. Wer zufällig eine übrig hat und diese abgeben könnte, würde den Kindern sicher eine sehr große Freude machen.

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