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Fischer Hannes Böhm aus Harnekop mag lieber Karpfen blau und kocht deshalb extra für seine Frau

Gedünsteter Hecht zum Neujahrstag

Zeigt einen Zander: Fischer Hannes Böhm aus Harnekop. Am Neujahrstag gibt es bei ihm aber Karpfen blau.
Zeigt einen Zander: Fischer Hannes Böhm aus Harnekop. Am Neujahrstag gibt es bei ihm aber Karpfen blau. © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 23.12.2016, 07:46 Uhr
Harnekop (MOZ) Bis zu 15 Helfer unterstützen Fischer Hannes Böhm kurz vor Weihnachten, um auf den Märkten der Region frischen Fisch anzubieten. Dort werden sie meist schon von Stammkunden erwartet.

Seit Donnerstag herrscht bei Hannes Böhm aus Harnekop Hochbetrieb. Bis Heiligabend verkauft er bis zu zehn, zwölf Kilogramm schwere Karpfen, aber Hecht und Zander. Danach werde er selbst kurz verschnaufen, erzählt der 49-Jährige, um dann noch einmal vom 29. bis 31. Dezember ranzuklotzen. "Frischer Fisch aus der Region ist zu Weihnachten und Silvester sehr gefragt", sagt Böhm und fügt hinzu: "Die Kunden wollen nicht den eingefrorenen Sondermüll, sondern wenigstens einmal im Jahr etwas Frisches."

Er selbst stehe vor Heiligabend in Bad Freienwalde auf dem Markt. "Wir sind unter anderem aber auch in Eberswalde gut im Geschäft. Unsere Leute werden dort immer schon sehnsuchtsvoll erwartet." Nur in Vogelsdorf habe er in diesem Jahr etwas Ärger mit seinem Stand. "Nach 20 Jahren müssen wir vom Multicenter an die Kirche umziehen", berichtet Hannes Böhm. Er hofft, dass die Kunden trotzdem zu ihm finden.

Das Leben eines Fischers sei eben auch nicht sorgenfrei. Viel ärgerlicher und ein wirkliches Problem seien jedoch die Diebstähle. "Es gibt viele Schwarzangler", sagt auch Edwin Reyer. Er ist seit 30 Jahren Vorsitzende des Anglervereins Harnekop. Erst kürzlich hätten sie wieder Stellnetze sowie Als- und Welsschnur gefunden.

Hinzu komme der viele Müll. "Organisierte Angler nehmen ihre Abfälle wieder mit", sagt Reyer und hat Berliner in Verdacht, die gern in die Natur fahren und Picknick machen. Acht bis zehn Säcke Müll pro Gewässer kämen inzwischen bei Arbeitseinsätzen zusammen.

Hannes Böhm nickt: "Wenn wir kleine Hechte aussetzen, müssen wir das suppenkellenweise tun, weil sich die Fische sonst selbst gegenseitig auffressen. Also sammeln wir auf dem Rückweg erst einmal Müll auf." In Prötzel hätte der Erlös von Pfandflaschen sogar schon gereicht, um dafür Brötchen für die Helfer zu kaufen.

Für große Kontrollen habe er als Fischer aber kaum Zeit. Hannes Böhm: "Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich körperlich geschafft. Dabei bin ich auch Fischereiaufseher."

Kommt dann noch Fisch bei ihm auf den Tisch? "Am 1. Januar gibt es Karpfen blau", sagt der Familienvater und denkt schon an den Hecht für seine Frau: "Am liebsten mag sie ihn gedünstet, auf einem Gemüsebett mit Äpfeln, Zwiebeln und Lauch." Edwin Reyer schwärmt unterdessen von Hechtnockerln auf Spinat. Einig sind sich beide aber darin, dass ein großer Fisch nicht nur mehr hermacht, sondern auch besser schmeckt.

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