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Familie Minge hielt auch in den Tropen an Ritualen fest / Abschluss der MOZ-Adventsserie: "Dieses Weihnachten vergesse ich nie"

Traditionelles Fest am Südsee-Strand

Tropische Blüten als Weihnachtsschmuck: Die Buschdorfer Karola und Hans Minge blättern in ihren Tagebuchaufzeichnungen und zeigen Fotos von ihrem ersten in der Südsee erlebten Weihnachtsfest. Ihre von Kindheit an erlebten Rituale halfen ihnen bei allen We
Tropische Blüten als Weihnachtsschmuck: Die Buschdorfer Karola und Hans Minge blättern in ihren Tagebuchaufzeichnungen und zeigen Fotos von ihrem ersten in der Südsee erlebten Weihnachtsfest. Ihre von Kindheit an erlebten Rituale halfen ihnen bei allen We © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 24.12.2016, 10:00 Uhr
Buschdorf (MOZ) Fast jeder verbindet mit Weihnachten Erlebnisse, die er nie vergisst. Wir wollen bis Heiligabend jeden Tag Geschichten unserer Leser erzählen. Zum Abschluss: Karola und Hans Minge haben 1989 ihr Weihnachtsfest unter dem Vorzeichen der Wiedervereinigung auf Gran Canaria verbracht. Dache folgte Weihnachten auf den Fidschi-Inseln.

Weihnachtsrituale können ein Heimkommen bieten, auch wenn die Wohnsitze vielfach wechseln. So ist es auch bei Hans und Karola Minge. Von Juli 1989 bis September 1990 segelte das Ehepaar mit der anfangs neunjährigen Tochter Maria und dem 26 Jahre alten Sohn Andreas von Deutschland zu den Fidschi-Inseln. Auf einem knapp elf Meter langen und (mit den beiden Außenrümpfen zur Stabilisierung) acht Meter breiten Trimaran. Sie wollten alles zurück lassen und auf den Fidschi-Inseln ein naturverbundenes Leben beginnen.

Ende 1989 bereitete sich die Familie Minge gerade auf die Weiterfahrt vor. Auf Gran Canaria warteten sie auf die passenden Startsituation. Da erreichte die Kunde von der Maueröffnung auch diesen Ort. In der Gaststätte "Casablanca" trafen sich die Deutschen, um zu feiern. "Die Weihnachtsfeier stand dann ganz im Zeichen dieser Ereignisse", erzählt Karola Minge.

Es gab aber noch einen anderen Grund, mit der Heimat in Kontakt zu bleiben: Man hatte Minges in Berlin Ausrüstung im Wert von 20 000 Mark gestohlen. Die Polizei hatte das Diebesgut sichern können und der in Berlin gebliebene Sohn sollte es identifizieren. Wegen der Grenzöffnung machte der jedoch eine Stippvisite in den Ostteil der Stadt. In dieser Zeit wurde die Ausrüstung erneut gestohlen, erzählt Hans Minge.

Zum ersten Weihnachtsfest auf Fidschi versuchten Karola und Hans Minger vor allem, ihrer Tocher Maria die traditionellen Weihnachtsrituale, so weit es ging, zu erhalten.

Beide, der in Berlin-Köpenick aufgewachsene, wegen Republikflucht verhaftete und vom Westen frei gekaufte Hans und die mit ihrer Mutter etwa 20 Mal umgezogene Karola, hatten von Hause aus das Festhalten an solchen Ritualen als wohltuende Konstante bei allem Wechsel der Situationen empfunden. Und so machte sich Hans Minge auch am Heiligabend 1990 mit einem allradgetriebenen Fahrzeug auf die Suche nach einem Nadelgehölz, das als Weihnachtsbaum dienen konnte. Auf einem Berg wurde er fündig. Die alten Weihnachts-Weisen erklangen dann am Südseestrand, so wie in der Heimat im wiedervereinten Deutschland. Exotische Blüten ersetzten die traditionellen Weihnachtsbaumkugeln. Mit Freunden wurden zu Weihnachten Tagesausflüge mit Dreimast-Booten unternommen.

Ende 1993 erkrankten Karolas Eltern schwer und Minges kehrten nach Deutschland zurück. 1999 zog das Ehepaar ins Oderbruch, in den Buschdorfer Ortsteil Gerickensberg.

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