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Ein Geschenk zum Arbeiten

Alle waren dabei: Für die Feuerwehr von Linow war die Fahrzeugübergabe ein besonderer Tag. Schließlich löst das neue Fahrzeug ein Wagen aus dem Jahr 1986 ab. Beim ersten Gruppenfoto mit dem Neuwagen wollte niemand fehlen.
Alle waren dabei: Für die Feuerwehr von Linow war die Fahrzeugübergabe ein besonderer Tag. Schließlich löst das neue Fahrzeug ein Wagen aus dem Jahr 1986 ab. Beim ersten Gruppenfoto mit dem Neuwagen wollte niemand fehlen. © Foto: MZV
Jürgen Rammelt / 26.12.2016, 19:06 Uhr
Linow (MOZ) Auf diesen Moment haben die Mitglieder der Linower Feuerwehr lange gewartet. Doch am Tag vor dem Heiligen Abend war es endlich soweit. Mit Tatütata und eingeschaltetem Blaulicht fuhr kurz vor 18 Uhr ein nagelneues Einsatzfahrzeug auf den Platz an der Feuerwache, auf dem die Angehörigen der Einheit bereits warteten.

Die Freude über das neue schmucke Arbeitsgerät war den Einsatzkräften anzumerken. Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU) übergab den Schlüssel an Burkhardt Stranz, den Einheitsführer. Wenige Tage vorher hatte eine Abordnung von Feuerwehrleuten aus Rheinsberg und Linow das Fahrzeug vom Hersteller abgeholt.

"Wir wurden dort in die neue Technik eingewiesen", berichtet Bodo Rieck, der sich vom Fahrzeug begeistert zeigt. Allein die 4200 Liter Wasser und 500 Liter Schaum, die sich an Bord befinden, erhöhen gegen Waldbrände, wie sie immer wieder vorkommen, die Schlagkraft der Wehr. Aber nicht nur das - starke Pumpen und diverses Schlauchmaterial tragen ebenso dazu bei, dass bei Einsätzen schnell gehandelt werden kann.

Wie Rheinsbergs Bürgermeister berichtet, hat die Stadt für das insgesamt 250000Euro teure Fahrzeug rund 117000Euro locker gemacht. Noch einmal dieselbe Summe hat das Land beigesteuert. Doch damit nicht genug, für einige zusätzliche Wünsche, wie zum Beispiel einen Beleuchtungsmast und ergänzende Ausrüstungsgegenstände hat Rheinsberg noch einmal 15000 Euro draufgepackt.

Rau betonte bei der Übergabe, dass der Wagen kein Weihnachtsgeschenk im üblichen Sinne, sondern ein Gerät zum Arbeiten ist. Gleichzeitig wünschte er den Linower Brandschützern, dass sie mit dem neuen Fahrzeug viel üben, aber wenig zu Einsätzen fahren müssen. Burkhardt Stranz versprach, dass er darauf achten wird, dass der Wagen keinen Kratzer bekommt. Dem widersprach der Bürgermeister, denn bei Einsätzen im Wald sei dies nicht zu vermeiden.

Wie der Linower Einheitsführer erklärte, löst das neue Fahrzeug vom Typ TLF 4000, was für Tanklöschfahrzeug steht, einen Wagen aus dem Jahr 1986 ab. Der TLF 16 aus der Produktion der DDR haben die Linower 1993 von der Feuerwehr Berlin kaufen können. "Die 10000Mark hat damals die Gemeinde bezahlt", erinnert sich Stranz, der seit 1977 der Wehr in seinem Dorf angehört und seit 23Jahren deren oberster Chef ist. Für Stranz ist das Fahrzeug der zweite Neuwagen, den seine Einheit erhält. "1978 hatten wir mal einen neuen Tragkraftspritzenanhänger TSA 8 bekommen", erinnert er sich. Der alte TLF 16, ein W 50, der voll bestückt und einsatzfähig ist, soll nach den Worten von Andreas Burow noch einige Monate der Rheinsberger Wehr zu Verfügung stehen. "Im Frühjahr, wenn die meisten Waldbrände sind, kann er bei uns noch gute Dienste leisten", erklärt der Technikwart der Rheinsberger Wehr.

Im Herbst will man sich dann doch von dem Oldtimer trennen und das Fahrzeug möglicherweise versteigern. Für Rheinsbergs Bürgermeister hat die Ausrüstung der Feuerwehr oberste Priorität. "Bisher ist es uns gelungen, jährlich zwei neue Fahrzeuge anzuschaffen", erklärte der Amtschef. Dabei gehöre die Linower Wehr zu den Stützen in der Gesamtstadt Rheinsberg.

Dem ist auch so: Immerhin verfügt die Linower Wehr über 30aktive Mitglieder, darunter auch etwa zehn Frauen. Besonders stolz ist Burkhardt Stranz auf den Nachwuchs. Allein 20Mädchen und Jungen hatten es sich genauso wie die 13 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung nicht nehmen lassen, bei der Ankunft und Übergabe des neuen Einsatzfahrzeuges dabei zu sein.

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