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Bleibendes Fanal gegen den Krieg

Klangvoller Pfahl: Gisa Rothe läutet die Glocke. Ebenfalls zur Einweihung gekommen sind die Kinder, die die Stele unter Anleitung von Martina Zimmermann (h.) gestaltet haben
Klangvoller Pfahl: Gisa Rothe läutet die Glocke. Ebenfalls zur Einweihung gekommen sind die Kinder, die die Stele unter Anleitung von Martina Zimmermann (h.) gestaltet haben © Foto: MOZ/Simon Rayß
Simon Rayß / 31.12.2016, 06:02 Uhr
Brodowin (MOZ) Hell klingt die Glocke durch den Brodowiner Wintertag. Ganz so, als wollte sie das Anliegen der 60 Besucher des Dorfangers in die Weite tragen: Nie wieder Krieg! Ein bleibender Ausdruck dieses Wunsches wird am Freitag dort enthüllt: ein Friedenspfahl versehen mit Schriftzügen, Symbolen und jenem silbernen Glöckchen, das Gisa Rothe so klar erklingen lässt.

"Der Friedenspfahl wird uns lange und immer wieder erfreuen", sagt die Vorsitzende des Vereins "Mensch-Brodowin", der seit 16 Jahren Kinder- und Jugendarbeit betreibt. Dementsprechend ist es auch der Brodowiner Nachwuchs gewesen, der in den Sommer- und Herbstferien den Pfahl gestaltet hat.

In sechs Sprachen findet sich das Wort Frieden auf den drei Robinienstämmen: auf Deutsch, Englisch, Russisch, Polnisch, Hebräisch und Lateinisch, farbig glasiert aus Keramik. "Doch die Kinder hatten noch viel mehr Ideen", sagt Gisa Rothe. So sind Blumen, Tauben, das Friedenssymbol und ein Victory-Zeichen auf dem mehr als zwei Meter hohen Pfahl zu entdecken. Genauso wie eine Tontafel mit einer Weisheit der amerikanischen Ureinwohner. Sie endet mit dem Satz: "Es kann keinen Frieden zwischen den Völkern geben, wenn nicht der erste Friede vorhanden ist, welcher innerhalb der Seele wohnt."

Auch Anne und Bill Beittel, die Initiatoren des Projektes, sind angetan vom Ergebnis. "So etwas Tolles hatte ich gar nicht erwartet", sagt die 85-Jährige. "Der ist viel schöner als die professionellen Friedenspfähle", pflichtet ihr Mann bei. Mehr als 250 000 stehen auf der Welt verteilt, nach fernöstlichem Vorbild. Meist sind sie schlichter gehalten und tragen lediglich die Aufschrift "Möge Friede auf Erden sein".Anders der Brodowiner Pfahl.

"Ich finde es besonders schön, dass die Kinder eigene Ideen hatten", sagt Anne Beittel. Den Einfall, ein Zeichen für den Frieden in den Barnim zu holen, ist dem Paar im Frühjahr gekommen. Sie haben erst den Verein von ihrem Vorhaben überzeugt, dann den Ortsbeirat und schließlich die Gemeinde, der durch die Stele keine Kosten entstehen. Die Mitglieder von "Mensch-Brodowin" wollen sich um ihren Erhalt kümmern.

Auch bei weiteren Dorfbewohnern kommt das Projekt gut an. Fünf Brodowiner spielen zur Einweihung Friedenslieder, wobei einer von ihnen, Glockengießer Michael Metzler, dem Pfahl noch zusätzliche Ausdruckskraft verliehen hat. Dank ihm trägt er das silberne Glöckchen, das die Hoffnung auf eine friedliche Welt über den Brodowiner Dorfanger trägt.

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