Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

100. Hallenturnier als Schiedsrichter

Seit Jahrzehnten dabei: Manfred Dobbertin sammelte in seinem 35. Lebensjahr erste Erfahrungen als Schiedsrichter. Im September feiert er seinen 80. Geburtstag.
Seit Jahrzehnten dabei: Manfred Dobbertin sammelte in seinem 35. Lebensjahr erste Erfahrungen als Schiedsrichter. Im September feiert er seinen 80. Geburtstag. © Foto: Karsten Schirmer
Stefan Zwahr / 03.01.2017, 09:07 Uhr
Flatow (OGA) Im Sommer 2014 beendete Manfred Dobbertin offiziell seine Laufbahn. Als Schiedsrichter fungiert der 79-Jährige seither nur noch bei Spielen der Ü45 auf dem Kleinfeld. Und bei Hallenturnieren. Nun steht für ihn ein Jubiläum an.

Am 15. Mai, wenn die Alt-Senioren in Eichstädt ihren Kreismeister ermitteln, leitet "Manne" sein 100. Hallenturnier. Woher er das so genau weiß? "Ich habe genau Buch geführt und kenne daher meine Statistik."

Daher wisse er auch genau, dass er als Referee 1991 sein erstes Event auf dem Parkett erlebte. "Das war in der alten Stahlhalle. Da ging keine Heizung. Und die Lüftung funktionierte auch nicht. Dass ich mein Jubiläum nun in der nagelneuen Halle in Eichstädt erlebe, ist eine tolle Sache."

In punkto Hallenfußball war Dobbertin ein Spätstarter. Zu seiner aktiven Zeit spielte er bis zu seinem 37. Lebensjahr bei Traktor Schwante. "Zwei Jahre davor habe ich schon als Schiedsrichter angefangen. Mich hat aber jahrelang keiner gefragt, ob ich mal ein Hallenturnier pfeifen will." Nach der Premiere in Hennigsdorf sei er sofort infiziert gewesen. "Es hat so einen Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin." Mittlerweile war Dobbertin in 16 Hallen in Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin im Einsatz. "Ich habe Landes- und Kreismeisterschaften geleitet und auch mal eine Eisenbahn-Meisterschaft."

Immer wieder kommen auch Anfragen von Vereinen. So wird es nach dem Jubiläum Einsätze bei Veranstaltungen von Bötzow und Kremmen (jeweils zwei) sowie Bärenklau geben. Im Einsatz war das Schiedsrichter-Urgestein im Dezember bereits bei der Ü-50-Kreismeisterschaft. Am kommenden Wochenende hören die C-Junioren beim Event von Bötzow auf sein Kommando.

"Das mache ich alles gern, gerade bei den Senioren. Da sehe ich Spieler wieder, die über Jahre durch meine Hände gegangen sind. Es sind Leute bei, die ich schon als Jugendliche gepfiffen habe. Ich werde immer toll empfangen. Das macht Spaß."

Schiedsrichter war Manfred Dobbertin sein Leben lang aus Leidenschaft. Zu DDR-Zeiten schaffte er es an der Pfeife bis in die Bezirksklasse, nach der Wende in die Landesklasse. "Vor der Saison 14/15 habe ich offiziell auf dem Großfeld aufgehört. Bis dahin war ich in der Kreisliga eingestuft. Ich habe mich dann bereiterklärt, gelegentlich auf dem Kleinfeld die Ü 45 zu pfeifen."

Im September feiert der Unparteiische seinen 80.Geburtstag. "Ich fühle mich gut und mir macht es Spaß. Aber offiziell gibt es mich nicht mehr." Man müsse wissen, wann man auf dem Großfeld aufhören muss. "Das habe ich eingesehen. Es sollte nicht so weit kommen, dass ich ausgelacht werde."

Wie viele Einsätze in der Halle noch kommen, vermag Dobbertin (der seit Jahrzehnten für Rot-Weiß Flatow pfeift und dort seit 50 Jahren Mitglied ist) nicht zu sagen. "Ein bisschen will ich schon noch machen, schon der Kumpels wegen. Das gibt mir Antrieb." Einsätze in der Halle würden ihm gut tun. "Ich schule dort meine Reflexe und die Schnelligkeit. Die musst du in der Halle mehr haben als draußen. Da musst du geistig voll auf der Höhe sein, weil du auch nach vier Stunden noch konzentriert sein musst."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG